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Erdinger Innenstadt:Ardeo lehnt Fußgängerzone ab

Das Netzwerk sieht die Existenz vieler Betriebe gefährdet

Die Belebung der Erdinger Innenstadt gilt auch dem Ardeo Netzwerk Erding als wichtiges und lohnenswertes Ziel. Ein Stadtzentrum sei "mehr als ein Wirtschaftsstandort, es ist Begegnungsraum und Identifikationsstifter", schreibt der Ardeo-Vorsitzende Wolfgang Kraus in einer Pressemitteilung. Doch er übt auch Kritik an dem Vorstoß der Gruppierung Erding Jetzt, die kürzlich unter anderem eine Fußgängerzone in der Erdinger Innenstadt vorgeschlagen hatte. Das Netzwerk Ardeo spreche sich "klar gegen eine generelle Sperrung der Innenstadt für den Individualverkehr aus", schreibt Kraus weiter. In der ländlichen Region Erding sei das Auto nach wie vor "das bevorzugte Verkehrsmittel". Auch die Forderung nach mehr Veranstaltungen in der Innenstadt teilt Kraus nicht unumschränkt.

Reine Fußgängerzonen in kleinen und mittleren Städten gelten laut Kraus "weitgehend als gescheitert" und würden teilweise auch wieder rückgängig gemacht. In Erding würden durch eine Fußgängerzone knapp 150 wertvolle Parkplätze verschwinden. Ohne ausreichend viele zentrumsnahe Parkmöglichkeiten und Alternativrouten für den Durchgangsverkehr würde dies die Existenz von Geschäften, Lokalen und Dienstleistern in der Innenstadt "massiv gefährden", glaubt Kraus. Er vertritt außerdem die Auffassung, dass abgesehen von unangenehmen Ausnahmen "die Koexistenz aller Verkehrsteilnehmer" als gelungen gelten dürfe.

Den Schrannenplatz als Veranstaltungsraum zu nutzen, wie es Erding Jetzt vorgeschlagen hatte, sei "grundsätzlich positiv zu bewerten". Es gebe aber auch schon viele Veranstaltungen: Triathlon, Altstadtfest, Märkte, Ausstellungen, Sommernachtskonzert, Volksmusiktage, Stadtlauf, Christkindlmarkt und mehr. Daher wäre eine "zentrale Vermarktung" dringender angebracht als eine Ergänzung um weitere "innovative" Programmpunkte, die Kraus zufolge aber auch möglich sei. Erding Jetzt fordert ein Citymanagement, Ardeo sieht ebenfalls Bedarf für eine "koordinierende Stelle", die sich um Planung und Durchführung vor allem vor dem Hintergrund immer schärferer Auflagen, Bestimmungen und Haftungsfragen kümmert. Kraus befürwortet daher eine Aufstockung des Stadtmarketings im Rathaus über die eine Vollzeitstelle hinaus. An dieser Stelle müssten unterschiedlicheste Bedürfnisse miteinander in Einklang gebracht werden, "die in den beengten räumlichen Verhältnissen der Altstadt aufeinandertreffen". Bekanntlich sind die Anwohner in der Innenstadt nicht über jedes Event begeistert, das ihnen im Sommer die nächtliche Ruhe raubt.

© SZ vom 10.06.2021 / ts
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