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Erdinger CSU:Janine Krzizok übernimmt Vorsitz

csu neuer vorstand

Die neue Crew an der Spitze der Erdinger CSU: Janine Krzizok (Mitte) mit ihren Stellvertretern Thomas Schreder, Monika Pieczonka (vorne von links) und Stephan Stanglmaier (vorne rechts), neben ihm der scheidende Ortsvorsitzende, Erdings Oberbürgermeister Max Gotz.

(Foto: privat)

Erdings Oberbürgermeister Max Gotz tritt bei Wahlen nicht mehr an. Mit ihm verlassen etliche langjährige ehrenamtliche Mitarbeiter den Vorstand

Von Antonia Steiger, Erding

Der Erdinger CSU-Ortsverband steht unter einer neuen Führung, und zwar unter einer radikal erneuerten. Es trat nicht nur Erdings OB Max Gotz, 57, nicht mehr für das Amt des Ortsvorsitzenden an, mit ihm verzichteten weitere Vorstandsmitglieder auf eine erneute Wahl, einige von ihnen sind noch viel länger als Gotz bei der CSU aktiv, der 26 Jahre lang einen der größten Ortsverbände in Bayern geführt hat. Seine Nachfolgerin ist nun Janine Krzizok, 35, über die es immer wieder heißt, dass die CSU in ihr auch eine Nachfolgerin für Gotz im Sessel des Oberbürgermeisters zu sehen gewillt ist.

Die Erdinger CSU hat offenbar vor geraumer Zeit beschlossen, sich gründlich zu erneuern. Denn mit Gotz ziehen sich auch Ludwig Kirmair, Walter Rauscher, Burkhard Köppen und Josef Biller aus dem Vorstand zurück. Die neuen Stellvertreter heißen nun Monika Pieczonka, Stephan Stanglmaier und Thomas Schreder. Die Verteilung der Posten wurde vorher geregelt, es kam zu keinerlei überraschenden Nominierungen während der Versammlung. Die Mitglieder ließen keinen Unwillen erkennen und winkten die Vorschläge durch. Zumindest 69 Mitglieder - so viele Stimmen bekam jeder Kandidat und jede Kandidatin. Die restlichen mal drei, mal vier Stimmen - je nachdem, wie viele gültige Stimmen abgegeben wurden - stimmten mit Nein. Nur einer bekam die volle Punktzahl: Klaus Stanzel Deffner als Nachfolger des Kassiers Walter Rauscher meisterte die Wahl mit 100 Prozent.

Max Gotz ließ in seiner Rede seinen Werdegang Revue passieren und brachte auch ein paar weniger amüsante Zeiten in Erinnerung. So musste er bei den Bürgermeisterwahlen zwei Niederlagen gegen den Amtsinhaber Karl-Heinz Bauernfeind von der UWE, jetzt Freie Wähler, einstecken. Auch Gotz' erste Kandidatur als Vorsitzender des Ortsverbandes stieß anfangs nicht überall auf Begeisterung. Wie sehr er sich seitdem bei der CSU etabliert hat, zeigte nicht nur der Applaus nach seiner letzten Rede als Ortsvorsitzender, der ihm Tränen in die Augen trieb. Auch die Worte unter anderem von Landrat Martin Bayerstorfer, dem CSU-Kreisvorsitzenden, machten deutlich, wie sehr die CSU auf den stärksten Ortsverband im Kreis und auf dessen Vorsitzenden ein Vierteljahrhundert lang zählen konnte.

Gotz war lange Stellvertreter Bayerstorfers im Kreisvorsitz und wollte anfangs eigentlich gar nicht im Kreisvorstand mitwirken, wie er sagte. Er war gerade Ortsvorsitzender geworden und habe sich gedacht, dass das erst einmal reiche. Aber Hans Zehetmair habe gesagt, das sei ihm wurscht, er müsse das machen, weil er den größten Ortsverband vertrete. Gotz ist dann als Beisitzer mit den wenigsten Stimmen gerade mal noch in den Kreisvorstand gerutscht, wie er sich erinnerte.

Janine Krzizok steht ein so harter Werdegang vermutlich nicht bevor. Sie ist schon jetzt im CSU-Vorstand, sie ist Kreisvorsitzende der Frauenunion und sitzt die zweite Periode im Stadtrat. Dort meldet sie sich selten zu Wort, aber das könnte sich ändern: Dass Gotz erst den Ortsvorsitz aus freien Stücken aus der Hand gibt und dann in fünf Jahren noch einmal für das Oberbürgermeister-Amt kandidiert, ist unwahrscheinlich. Krzizok hat ein paar Jahre Zeit, um sich zu profilieren und der CSU-Basis zu zeigen, dass sie als Oberbürgermeisterin-Kandidatin das Zeug dazu hat, auch die Wähler von sich zu überzeugen. Sie zeigte sich am Donnerstag glücklich über das breite Votum, mit dem die Mitglieder sie in ihr Amt gehoben haben: Es waren 69 von 73 Stimmen. Zu Beisitzern wurden Günther Adelsberger, Stefanie Winkler, Hubert Sandter, Alexander Attensberger, Dominic Hagl, Christoph Kober, Malgorzata Maidl, Peter Helmprecht, Maximiliane Bauer, Markus Gebauer, Uwe Lallinger und Christian Numberger gewählt. Schriftführer ist Simon Biller, Digitalbeauftragter Florian Mösl.

Wie wichtig der Zusammenhalt für den Erfolg der CSU ist, hatten Gotz und Bayerstorfer betont. Gotz bat um Unterstützung für die neue Führungsmannschaft und sagte, die CSU sei als stabilisierender Faktor wichtiger denn je. Sie sei trotz der Verluste noch immer die stärkste Fraktion, mehr als doppelt so stark wie die zweitstärkste Fraktion. Bayerstorfer meinte, die CSU könne sich nur selber schlagen. "Wenn sie einig ist, ist sie erfolgreich. Wenn nicht, dann nicht."

© SZ vom 12.06.2021
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