Erdinger Adventskalender:"Lichtpunkte" im Vorweihnachtsstress

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Erdinger Adventskalender: Zum zehnjährigen Jubiläum des Erdinger Adventskalenders durfte auch eine Geburtstagstorte nicht fehlen.

Zum zehnjährigen Jubiläum des Erdinger Adventskalenders durfte auch eine Geburtstagstorte nicht fehlen.

(Foto: Renate Schmidt)

Zum 10. Mal lädt der Erdinger Adventskalender Interessierte ein, Weihnachten "mit allen Sinnen" zu erfahren. Das Erdinger Weihnachtsbuch "Auf Weihnachten zua" ist wieder erhältlich.

Von Niklas Martin, Erding

Weihnachten schmecken, fühlen, sehen, hören und sogar riechen. "Mit allen Sinnen" möchte Mitorganisatorin des Erdinger Adventskalenders und Leiterin des Franz-Xaver-Stahl Museums, Heike Schmidt-Kronseder, den Bürgern Erdings den Zauber von Weihnachten näher bringen. Unter dem Motto "Auf Weihnachten zua" werden vom 1. Dezember an täglich circa 30-minütige Impulse an "besinnlichen und kulturellen" Orten Erdings abgehalten. Vom Harfenkonzert über Origamifaltkunst bis hin zum interreligiösen Austausch ist alles dabei.

"Wir möchten Lichtpunkte in Dunklen Zeiten setzen", betont Professor Hans Otto Seitscheck vom Katholischen Bildungswerk, das die Veranstaltungsreihe verantwortet. Insbesondere der gesellschaftliche Aspekt liegt ihm am Herzen: "Es ist wunderbar zu sehen, wie die Menschen sich im Rahmen des Adventskalenders begegnen und gemeinsam auf das Weihnachtsfest einstimmen. Dafür haben wir ein tolles und abwechslungsreiches Programm erstellt, das den Menschen mit Sicherheit gefallen wird."

Der Adventskalender: Seit zehn Jahren eine Erdinger Institution

"Große Freude" habe Schmidt-Kronseder gehabt bei der Zusammenstellung des Programms. Besondere Highlights sind für sie das Harfenkonzert von Barbara Pöschl-Edrich im Heilig-Geist-Kircherl am Mittwoch, 7. Dezember, sowie die Kunstführung im Atelier Reiter am Freitag, 16. Dezember. Aber auch auf die Lesung von Silke Hörold-Ries in der Stadtbücherei, einen gemeinsamen Wichtelevent oder das traditionelle "Turmblasen" an Heilig Abend freue sie sich. Und wie kann man Weihnachten "riechen", wie sie es in der Einführung versprochen habe? "Da lassen sie sich mal überraschen", meint Schmidt-Kronseder schmunzelnd.

Bereits im Sommer hätten die Vorbereitungen für die Jubiläumsauflage begonnen. Zum zehnten Mal jährt sich in diesem Jahr der Erdinger Adventskalender in Zusammenarbeit von Katholischem Bildungswerk und den drei Kuratorinnen Heike Schmidt-Kronseder, Sandra Angermaier und Carina Dollberger. Nun sei man stolz auf das Ergebnis. Dieses lobt auch Oberbürgermeister Max Gotz und gratuliert zum Jubiläum: "Zehn Jahre - wer hätte das gedacht." Eine "fantastische Tradition und wunderbare Bereicherung des Kulturlebens" sei der Adventskalender. Insbesondere die Corona-Jahre haben die Relevanz der Kultur für die Gesellschaft wieder ins Bewusstsein gerückt. Der Nachholbedarf sei groß.

Ebenfalls zum Jubiläum, gegen eine Spende und im Rahmen der Adventskalenderserie gibt es die Ausgabe des Erdinger Weihnachtsbuches "Auf Weihnachten zua". Vor zehn Jahren von Schmidt-Kronseder erarbeitet und dem Katholischen Bildungswerk herausgegeben begleitet das Buch seine Leser mit Texten, Bildern und Geschichten rund um Erdinger Traditionen und Bräuche zu Weihnachten und versteht sich als Begleitwerk für die 24-tägige Kulturreise des Adventskalenders.

Keine Unterbrechung trotz Corona.

Dass der Adventskalender so gut die Corona-Durststrecke überstanden hat, ist auch dem Engagement seiner Initiatoren zu verdanken. Selbst als Präsenzveranstaltungen nicht möglich waren, wurde die Tradition des Adventskalenders aufrecht erhalten. "Da gab es dann täglich Weihnachtspost für die Teilnehmenden", berichtet Schmidt-Kronseder. "Jeden Tag ein kleiner Impuls zum Basteln, Lesen, Singen oder Schmecken. Dadurch sind uns die Leute erhalten geblieben." Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum soll wieder alles beim Alten sein. "Das kosten wir dieses Jahr aus, dass wir wieder beisammen sein dürfen", so Schmidt-Kronseder.

Ein Anlass sich zu begegnen und Gemeinschaft zu leben.

Gerade in Zeiten zunehmender Einsamkeit sieht Oberbürgermeister Gotz das "Zusammenkommen" im Rahmen der Adventskalenderveranstaltungen als wertvollen Beitrag für die Stadtgesellschaft. In den vergangenen Jahren hätten sie regelmäßig Dankesbriefe erhalten, in denen Teilnehmer ihre Wertschätzung für die Arbeit des Adventskalenderteams ausgesprochen hätten, so Angermaier. "Für nicht wenige sind die Treffen die einzigen sozialen Events in der Weihnachtszeit. Manchmal ist es sogar schon vorgekommen, dass sich Menschen, die an Weihnachten sonst alleine gewesen wären durch die regelmäßigen Treffen zum Adventskalender zusammen getan haben und Weihnachten gemeinsam verbracht haben. Das ist für mich Weihnachten."

"Symbolische" 24 Euro für die Dauerkarte.

Interessierte können für je vier Euro am Programm eines Tages teilnehmen. Wer regelmäßig oder gar täglich den Ausgleich im Vorweihnachtsstress sucht, erhält für "symbolische" 24 Euro eine Dauerkarte. In der Regel finden die Veranstaltungen Nachmittags gegen 16 Uhr statt. Für gewöhnlich ist eine halbe Stunde Zeit einzuplanen. Ausgangspunkt ist in den meisten Fällen das Franz-Xaver-Stahl Museum in der Landshuter Straße 31. Das genaue Programm findet sich auf der Homepage des Katholischen Bildungswerks (www.kbw-erding.de). Auch die Karten gibt es hier zu kaufen. Um den Veranstaltern Planungssicherheit zu geben, ist eine Anmeldung im Voraus notwendig. Diese kann per Mail an: info@kbw-erding.de oder aber telefonisch unter 08122/1606 erfolgen.

Erdinger Adventskalender: Bei der Präsentation im Franz Xaver Stahl Museum, (von links): Professor Hans Otto Seitschek, OB Max Gotz, Heike Schmidt-Kronseder und Sandra Angermaier sowie Julia Flötzinger vom Stadtmarketing.

Bei der Präsentation im Franz Xaver Stahl Museum, (von links): Professor Hans Otto Seitschek, OB Max Gotz, Heike Schmidt-Kronseder und Sandra Angermaier sowie Julia Flötzinger vom Stadtmarketing.

(Foto: Renate Schmidt)
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