Erding Zwei Euro im Monat

Stadt muss Gebührensatzung für Kindergarten anpassen

Mit 100 Euro im Monat bezuschusst der Freistaat künftig jedes Kindergartenkind. Das schlägt sich finanziell im Geldbeutel der Eltern nieder, aber auch arbeitstechnisch in der Verwaltung der Großen Kreisstadt Erding: Eine neue Gebührensatzung für den städtischen Kindergarten St. Antonius ist notwendig. Der Verwaltungs- und Finanzausschuss gab in der Sitzung am Dienstag schon mal Grünes Licht für die angepasste Version.

Die Berechnung die Kindergartengebühr hängt von mehreren Faktoren ab, vom Stundensatz für die Betreuung und von der Anzahl der Betreuungstage. Verwaltungsmitarbeiter Bartholomäus Aiglstorfer hatte zur Sitzung ein Beispiel mitgebracht: Bei einer täglichen Betreuung von rechnerisch 4,25 Stunden ergibt sich für St. Antonius ein Montagsbeitrag von 102 Euro. Künftig müssen die Eltern in dem Fall nur mehr zwei Euro berappen.

Die Zahlen belegten, was die neuen Zuschüsse bewirkten, sagte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU). Er finde den Zuschuss "per se schon gut", aber "eigenartig bleibt doch", so Gotz, dass auch Besserverdienenden in den Genuss kämen. Und: "Wir werden deswegen keine einzige Pflegekraft und Erzieherin mehr haben, geschweige denn, dass diese einen Euro mehr verdienen werden." Er hoffe dennoch, dass Erding "in der Kindergartenlandschaft 100 Prozent" schaffe. Bei den Gebühren, auch im Krippenbereich, sei die Stadt im Vergleich zu München "sehr gut aufgestellt".

Stadtrat Burkhard Köppen (CSU) verwies auf Pläne der bayerischen Landeshauptstadt, die Münchenzulage zu verdoppeln. Er erkundigte sich, wie es da in Erding für Beamte und Angestellte "im mittleren Rang" aussehe. Der Beschluss sei in München ja noch gar nicht gefallen, erwiderte Gotz. Gerade im Rahmen der kommunalen Zusammenarbeit seien diese Pläne jedoch "eher schwer verständlich", so Gotz, "und zudem für die umliegenden Gemeinden ungut". Köppen befürchtete eine "Sogwirkung" gerade auf die rar gesäten Pflegekräfte.