Die Preise für Wohnimmobilien in der Stadt Erding sind erneut gesunken, aber nicht mehr so stark wie zuvor. Das ist die wesentliche Aussage des aktuellen Marktberichts des Immobilienverbands Deutschland (IVD), der alle halbe Jahre mit einer detaillierten Studie über die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt im Münchner Umland unter die Lupe nimmt. Der Preisrückgang in Erding flachte zwar etwas ab. Allerdings war die Reduzierung des Preisniveaus seit 2022 sehr deutlich und massiver als irgendwo sonst im Umland von München.
Laut der IVD-Analyse kosteten Einfamilienhäuser in Erding in diesem Frühjahr im Durchschnitt weniger als vor fünf Jahren. Der durchschnittliche Preis für Eigentumswohnungen im Bestand lag nur ganz leicht über dem von 2019. Die Mieten sind über den Zeitraum von fünf Jahren um etwa fünf Prozent gestiegen. Über zehn Jahre gesehen haben sich die Immobilienpreise in der Großen Kreisstadt aber in allen Segmenten nahezu verdoppelt. Bei den Grundstückspreisen ist es noch extremer. Der Preis für Baugrund für Mehrfamilienhäuser hat sich binnen zehn Jahren verdreifacht.
Nach dem Höchststand im Herbst 2022 hat sich der Trend umgekehrt
Jahrelang gab es bei den Preisen für Häuser und Wohnungen in Erding nur eine Richtung, und die führte immer steil nach oben. Nach dem historischen Höchststand im Herbst 2022 hat sich der Trend umgekehrt. Die IVD-Analysten sehen mehrere Gründe dafür und schreiben, es liege an der „Kombination aus signifikant gestiegenen Finanzierungskosten, restriktiven Kreditvergaben, der hohen Inflation sowie auch den Unsicherheiten infolge des Ukraine-Krieges“.
In der Detailbetrachtung sieht es mit den Immobilienpreisen in Erding so aus: Eine Doppelhaushälfte ist binnen Jahresfrist im Schnitt um etwa 60 000 Euro günstiger geworden. Eine Doppelhaushälfte im Bestand kostete zuletzt 715 000 bis 865 000 Euro, für neu gebaute Doppelhaushälften in guter Lage mussten durchschnittlich 924 000 Euro hingelegt werden. Das ist immer noch viel Geld, doch vor einem Jahr lag der Preis um mehr als 100 000 Euro höher. Bei Reihenhäusern gingen die Preise im Jahresvergleich um durchschnittlich 60 000 Euro zurück. Für bestehende Reihenmittelhäuser wurden Durchschnittspreise von 573 000 bis 743 000 Euro ermittelt, für neue Reihenhäuser wurden zuletzt bis zu 830 000 Euro verlangt. Am stärksten war der Preisrückgang bei frei stehenden Einfamilienhäusern mit im Schnitt 115 000 Euro.
Da die Preise aber zuletzt nicht mehr so stark gesunken sind, habe die Nachfrage seit Jahresbeginn wieder angezogen, heißt es im IVD-Marktbericht: „Gefragt sind gut gelegene, renovierte beziehungsweise modernisierte Wohnungen und Apartments. Eigennutzer legen vielfach Wert auf einen Außenbereich (Balkon oder Terrasse) sowie genügend Raum fürs Homeoffice.“
Auf dem Mietmarkt ist die Situation anders. Die Mietpreise sind nicht zurückgegangen. „Der ohnehin hohe Nachfragedruck hat weiter an Fahrt aufgenommen“, heißt es im IVD-Marktbericht. Was auch mit den Kaufpreisen für Immobilien zu tun hat. „Eigentliche Kaufinteressenten, die sich aufgrund erschwerter Finanzierungskonditionen einen Erwerb derzeit nicht leisten können, suchen seit einiger Zeit zusätzlich zu den klassischen Mietern vermehrt nach adäquaten Objekten.“ Die Steigerungen bei den Mieten sind jedoch relativ moderat. Über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet, sind sie in Erding um etwa fünf Prozent gestiegen.
In Erding sind die Mieten um 30 Prozent niedriger als in München
Da im selben Zeitraum das Mietpreisniveau in München viel stärker hochgegangen ist, kann man in Erding im Schnitt 30 Prozent günstiger zur Miete wohnen als in der Großstadt. Im Altbau zahlt man in Erding aktuell mindestens zwölf Euro pro Quadratmeter. Bei einem Erstbezug in einem Neubau in guter Lage verlangten die Vermieter durchschnittlich 17 Euro. Ein älteres Reihenhaus kostet je nach Wohnlage 1570 bis 1920 Euro im Monat. Für ein neues Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte werden monatlich 1830 bis knapp 2270 Euro fällig.
Neben einer sehr detaillierten Betrachtung der Immobilien- und Mietpreise in der Stadt Erding wurde im IVD-Marktbericht nur noch die Gemeinde Taufkirchen einer Analyse unterzogen, die gleichwohl viel gröber ausfielt. Aufgelistet werden nur Durchschnittspreise für Einfamilienhäuser, die es in Taufkirchen zu Preisen zwischen 400 000 und 600 000 Euro zu kaufen gäbe. Die Mieten lagen zuletzt zwischen 8,80 und 12 Euro.

