ErdingWer für das Jugendparlament kandidiert

Der Jüngste ist 14, die Älteste 20 Jahre alt. Einige besuchen das Gymnasium, andere die Mittelschule, auch zwei Auszubildende sind dabei. Alle hoffen, bei der Wahl zum Jugendparlament Erding möglichst viele Stimmen zu erhalten. Die Argumente wählen zu gehen, zusammengefasst in elf Kurzporträts.

"Das Wichtigste ist, dass wir bekannter werden", "Die Öffentlichkeitsarbeit muss besser werden" - Dass im letzten Jugendparlament vieles nicht nach Plan gelaufen ist, wissen die zukünftigen Abgeordneten genau. Nun wollen sie gemeinsam dafür sorgen, dass die Erdinger Jugendlichen ihre Vertretung wahrnehmen und sich mit Wünschen und Anregungen an sie wenden. Denn obwohl sehr talentierte und politisch interessierte Kandidaten ins Parlament streben - ohne die Resonanz der anderen Jugendlichen bleibt das Projekt bedeutungslos. Der Jüngste ist 14, die Älteste 20 Jahre alt. Einige besuchen das Gymnasium, andere die Mittelschule, auch zwei Auszubildende sind dabei. Alle hoffen, bei der Wahl in der kommenden Woche möglichst viele Stimmen zu erhalten. Die Argumente wählen zu gehen, zusammengefasst in elf Kurzporträts.

"Ich habe mein Ziel nicht erreicht, deshalb kandidiere ich noch einmal", sagt Tuba Yildirimci. Die Stimme der 20-Jährigen klingt bestimmt, wenn sie erklärt, warum. Ihre Idee war eine Hausaufgabenbetreuung für Grundschüler, die sich auch weniger wohlhabende Familien leisten können. Die Hälfte der Kosten sollten Sponsoren übernehmen. "Ich habe selbst vier Geschwister. Wenn sie Nachhilfe gebraucht hätten, hätten meine Eltern das nicht finanzieren können", sagt Tuba. Leider sei die Zeit zu knapp gewesen, um das Projekt zu Ende zu bringen. "Als erste Gruppe mussten wir den Einstieg finden", erklärt sie. "Wir hatten viele Ideen, aber wussten noch nicht, wie man sie umsetzt." Als Türkin, sagt Tuba, sei es ihr besonders wichtig, auch andere junge Migranten zu begeistern. "Viele kennen nicht mal den Namen der Bundeskanzlerin. Das kann nicht sein, wir leben schließlich im 21. Jahrhundert", findet sie. "Außerdem ist das heute auch eine Voraussetzung für die Arbeitswelt", sagt Tuba, die nach ihrem Abschluss an der Heilig-Blut-Mädchenrealschule eine Ausbildung zur Speditionskauffrau macht. 

Sarah Schiek

Bild: Renate Schmidt 12. Oktober 2012, 16:542012-10-12 16:54:30 © SZ vom 13.10.2012/tob