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Kontinuierliches Wachstum:Ein soziales Erfolgskonzept

Der Kreisverband des VdK feiert an diesem Freitag sein 6000. Mitglied. Die Zahl hat sich mittlerweile weiter erhöht. Vor allem auf dem Gebiet des Sozialrechts ist der Verein ein gefragter Ansprechpartner

Der Kreisverband des Sozialverbandes VdK boomt, und das nicht erst seit gestern. Schon seit Jahren verzeichnet die Organisation einen kontinuierlichen Zuwachs an Mitgliedern, sagt Thomas Bajcar, Geschäftsführer des VdK im Landkreis Erding. So verzeichnete der Kreisverband Erding vor kurzen sein 6000. Mitglied, zu dessen Begrüßung der Verband diesen Freitag eine Feier ausrichtet. Der Zustrom neuer Mitglieder hält unterdessen weiter an, sodass der Erdinger Kreisverband jetzt sogar 6146 Mitglieder zählt.

Für den anhaltenden Zustrom gibt es gute Gründe. "In Sachen Sozialrecht haben wir eine fast unangefochtene Kompetenz", meint Bajcar. Das bestätigt auch Alfons Kühnstetter von der Caritas. Bei speziellen Themen wie etwa Rentenanträgen verweise auch die Caritas gerne auf den VdK. Als Bajcar vor mehr als 17 Jahren beim VdK-Kreisverband anfing, hatte der Verband etwa 2400 Mitglieder. Diese Zahl wurde bis heute mehr als verdoppelt. Dieser Erfolg kommt jedoch nicht von ungefähr. Durch die konsequente Arbeit der zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sei es in den vergangenen Jahren gelungen, die Mitgliederzahlen stetig zu erhöhen. "Das ist nicht kurzfristig, das ist ein kontinuierliches Wachstum" sagt Bajcar.

Die 6146 Mitglieder des Kreisverbands Erding sind in 14 Ortsverbänden organisiert. Der mit Abstand größte Ortsverband Erding, mit 2271 Mitgliedern, beherbergt mehr als 30 Prozent der Mitglieder. Das ist mehr als das Doppelte wie die nächstgrößeren Ortsverbände, Taufkirchen (515) und Dorfen (500), gemeinsam. Insgesamt kommt der VdK bayernweit auf eine Mitgliederzahl von mehr als 700 000.

Die Gründe für das Wachstum sind vielseitig. "Die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander", sagt Rudi Ways, ehemaliger Kreisvorsitzender des VdK Erding und aktueller Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Moosinning/Neuching. Dem früheren Moosinninger SPD-Bürgermeister zufolge wird die Schere zwischen Arm und Reich immer größer. "Viele Menschen sind unsicher, wie hoch ihre Rente ausfallen wird", erklärt Ways. Andere haben aufgrund von Krankheit Probleme in ihrem Beruf und kommen deswegen zum VdK. Zwar habe es in den vergangen Jahren Rentenerhöhungen gegeben, trotzdem sei aber mit einem Anstieg der Altersarmut zu rechnen - "auch bei uns". Ein großes Problem, so Ways weiter, seien zudem die Veränderungen in der Familienstruktur. Früher hätten mehrere Generationen unter einem Dach gelebt und kranke Angehörige gepflegt. Heute nehme das aber immer weiter ab, wodurch sich auch der Pflegenotstand verschärfe. "Der VdK als größter Sozialverband weist schon länger auf diese Missstände hin", so Ways. Die Kernkompetenz des Sozialverbands liegt in der Sozialrechtsberatung. "Die Menschen kommen zu uns und geben uns einen großen Vertrauenszuschuss", sagt Bajcar. Oft kämen die Menschen auf Empfehlung von Ärzten oder Ämtern, gerade dann, wenn diese an ihre Grenzen stießen.

Deutschlandweit verzeichnet der Sozialverband mehr als zwei Millionen Mitglieder. Damit ist der Verband eine wichtige Lobby für kranke und ältere Menschen, mit und ohne Behinderung. Und genau diese suchen auch am häufigsten den Rat des VdK: Im Kreisverband Erding machen die 50- bis 80-Jährigen etwa 75 Prozent der Mitglieder aus. Viele wüssten sich selbst nicht mehr zu helfen, hätten Angst oder litten unter der Unsicherheit, so Bajcar. Gerade beim Themen wie Rente oder der Anerkennung von Behinderungen bräuchten viele Menschen Hilfe. Neben der Sozialrechtsberatung versucht der VdK aber auch Menschen zusammenzubringen. "Wir wollen die Leute aus der Isolation holen", sagt Herrmann Bredenkamp, Vorsitzender des Kreisverbands Erding. Dazu bieten die Ortsverbände Programme von Tagesfahrten über Versammlungen bis hin zu Festen. Hauptsache gemeinsam.