Erdinger Umweltpreises:"Umweltschutz ist Schutz unserer gemeinsamen Welt!"

Erdinger Umweltpreises: Dem Erdinger Stadtteil Langengeisling ist seine dörfliche Struktur noch immer anzumerken.

Dem Erdinger Stadtteil Langengeisling ist seine dörfliche Struktur noch immer anzumerken.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Ortsverschönerungs- und Gartenbauverein Langengeisling erhält den Umweltpreis der Großen Kreisstadt.

Von Isabella Stuffer, Erding

Umweltbewusstsein und aktive Bemühungen um den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen stehen im Mittelpunkt des alle zwei Jahre verliehenen Umweltpreises der Stadt Erding. Mit dem Preis werden Personen, Gruppen, Vereine, Schulen und Institutionen gewürdigt, die sich durch vorbildliches Umweltverhalten und ebensolche Maßnahmen auszeichnen. Das Vorschlagsgremium, bestehend aus Vertretern des Stadtrats, hat den Ortsverschönerungs- und Gartenbauverein Langengeisling als diesjährigen Preisträger nominiert.

"Das gibt uns Rückenwind und zeigt, dass unsere Arbeit anerkannt wird", freut sich Norbert Hufschmid-Steinmetz, der Vorsitzende des Vereins, "uns geht es um den Erhalt und die Gestaltung unseres direkten Lebensraums". Das ist bei ihm keine leere Phrase. Neben seinem Engagement im Gartenbauverein, dessen Vorsitzender er seit fünf Jahren ist, ist Hufschmid-Steinmetz als Krötenschützer und Storchenexperte in der Region bekannt.

Der Langengeislinger Ortsverschönerungs- und Gartenbauvereins hat sich nicht zuletzt durch seine zahlreichen Umweltbildungsangebote den Umweltpreis verdient. "Wir versuchen mit unseren Angeboten schon bei den Kindern das Interesse für die Natur zu wecken", erklärt Hufschmid-Steinmetz. Die regelmäßige Zusammenarbeit mit der örtlichen Grundschule, dem Kindergarten, der Pfarrgemeinde und verschiedenen Vereinen sei besonders wichtig. Mit Kindergarten-Kindern und Grundschülern baue man etwa gemeinsam Vogelhäuser und lege Hochbeete an.

Ein besonderes Anliegen sei den Vereinsmitgliedern auch die Streuobstwiese in Eichenkofen, sagt Hufschmid-Steinmetz. Als "Stück Natur zum Anfassen" setze man sich dort für den Erhalt alter Obstsorten, den Bau von Insektenhotels und die Beherbergung von Bienenhäusern ein. Zudem gibt es im Verein Patenschaften für die einzelnen Obstbäume. Wer bei der Pflege der Streuobstwiese und dem Baumschnitt aktiv mitmacht, bekommt zur Erntezeit Obst vom eigenen Baum. Des Weiteren engagiert sich der Verein für die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern, Blumen und Stauden sowie das Aufstellen und den Erhalt von Ruhebänken in der Natur, im öffentlichen Raum.

"Wir wünschen uns, dass jede und jeder bei sich im kleinen Bereich beginnt."

Der städtische Umweltpreis ist mit 500 Euro dotiert. Was man mit dem Geld machen werde, müsse noch beratschlagt werden, sagt der Vorsitzende. Er würde es am liebsten in den Ankauf von Obstbäumen und Sträuchern investieren. Die Preisverleihung findet in der kommenden Stadtratssitzung statt, bei der Oberbürgermeister Max Gotz eine kurze Ansprache halten wird. Bisherige Preisträger des Umweltpreises waren unter anderem die Pfarrei St. Martin in Langengeisling, der Bienenzuchtverein Erding, das Fairtrade-Projekt des Korbinian-Aigner-Gymnasiums und die Wasserwacht Erding.

"In unserem Verein arbeiten wir für die Vision eines gemeinsamen, schön gestalteten Ortes, in dem Raum ist für Menschen aller Art, für verschiedenste Tiere, für verschiedenste Pflanzen", sagt Hufschmidt-Steinmetz. "Wir arbeiten für blühende, lebendige Gärten mit Schmetterlingen und Vögeln, mit Insekten und vielfältigen standortgerechten Pflanzen." Denn er bemerke den Klimawandel auch in Langengeisling: "Der Februar war zu warm!"

Auf die Frage, wie wichtig Umweltschutz ist und was er sich von den Erdinger Bürgern und Bürgerinnen wünscht, antwortet der Naturschützer: "Wir wünschen uns, dass jede und jeder bei sich im kleinen Bereich beginnt, kleine tägliche Spuren, die wir für die nächsten Generationen gestalten können." Er freue sich darauf, weiterhin möglichst viele Menschen zu gewinnen, die mitmachen. "Gartenbauvereine helfen Mensch und Natur", erklärt Hufschmidt-Steinmetz abschließend, "unser Verein kann nicht die Welt retten, aber wir fangen hier an, wo wir leben".

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