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Erding:Teilen für die Umwelt

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Stellplatz-Eröffnung für das vierte Vereinsfahrzeug des Carsharing Erding (von links).: Die Vereinsvorstände Alois Neumeier, Tobias List, Thomas Naumann, Christian Famira-Parcsetich, Vereinsvorstände Stephan und Christina Treffler (mit Tochter Johanna) und Erdings Oberbürgermeister Max Gotz.

(Foto: Carsharing Erding/oh)

Carsharing Erding nimmt das vierte Auto in Betrieb. Aktuell nutzen mehr als 60 Bürger das Angebot des Vereins

Von Regina Bluhme, Erding

Wenn bei der Vorstellung eines Neuwagens der Oberbürgermeister persönlich vorbeikommt, dann muss es sich um ein besonderes Auto handeln. In Erding hat der Carsharing-Verein Erding vor kurzem sein viertes Fahrzeug in Betrieb genommen. Der Siebensitzer vom Typ Citroen-Berlingo hat einen festen Parkplatz in der Krankenhausstraße neben der hölzernen Fußgängerbrücke. OB Max Gotz (CSU) eröffnete den neuen Stellplatz gemeinsam mit den fünf Vorstandsmitgliedern des Vereins sowie mit dem Leiter der Stadtentwicklung, Christian Famira-Parcsetich.

Der 2016 gegründete Carsharing-Verein verzeichne auf seiner Website www.carsharing-erding.de anhaltend reges Interesse an den Vereinsfahrzeugen, erklärt Vereinsvorsitzender Alois Neumeier: Inzwischen haben sich mehr als 60 Erdinger Bürgerinnen und Bürger für die kostengünstige Nutzung der Fahrzeuge registriert. Mit der Anzahl der Nutzer ist der Verein zufrieden. "Es ist uns recht, so wie es jetzt ist", sagt Vorstandsmitglied Tobias List. Langfristig gesehen wolle der Verein aber auf jeden Fall noch mehr Mitglieder akquirieren und mehr Autos betreiben.

Um den Zuwachs verstärkt anzutreiben, überlege man, die einmalige Mitgliedseinlage in Höhe von 375 Euro über kurz oder lang zu streichen. Der Betrag könnte auf manche ein wenig abschreckend wirken. Für die Fahrt zahlen Vereinsmitglieder 58 Cent pro Stunde und 34 Cent pro Kilometer inklusive aller Benzin- und Nebenkosten. Der Mitgliedsbeitrag beträgt monatlich 5,85 Euro. Mit Beginn der Coronakrise, hatte der Verein einen Rückgang der Buchungen um zwei Drittel zu verzeichnen. Dennoch hielten die Erdinger den Betrieb ihrer Vereinsfahrzeuge uneingeschränkt aufrecht. Mit einer Gesamtanzahl von 3306 Kilometern, die im September gefahren wurden, habe sich die Zahl inzwischen wieder auf der gewohnte Niveau eingependelt, sagt Tobias List. "Die Buchungen laufen wieder sehr gut."

Neben dem neuen Siebensitzer gehören noch ein Minivan sowie zwei Kleinwagen zur Flotte des Vereins. Sie sind verteilt an Standorten in Altenerding, Klettham und am Bahnhof Erding. Im Frühjahr 2020 sind alle Autos mit Bordcomputern ausgestattet worden, was die Reservierung und Nutzung der Fahrzeuge via Smartphone-App ermöglicht und die Abrechnung erleichtert, weil das Auswerten von handschriftlichen Fahrtenbüchern entfällt. Fahrzeugwarte und Vorstandsmitglieder des Carsharing Erding arbeiten ausnahmslos ehrenamtlich.

"Wir machen uns sich für eine kostengünstige und klimafreundliche Mobilität stark", betont List. Das sieht auch OB Max Gotz so: "Der Verein leistet einen wertvollen Beitrag zur zeitgemäßen und umweltfreundlichen Mobilität in der Stadt und es freut mich sehr, dass das Konzept Carsharing in Erding so gut funktioniert", erklärte der Oberbürgermeister bei der Eröffnung des neuen Stellplatzes. Die Stadt unterstützt den Carsharing Erding, indem sie vier kostenfreie Stellplätze für die Vereinsfahrzeuge im Stadtgebiet zur Verfügung stellt.

Je mehr geteilte Autos, umso besser, sagt Tobias List. Laut Umweltbundesamt ersetze ein einzelnes stationsbasierte Carsharing-Fahrzeug bis zu 15 herkömmliche Autos. Dadurch werde nicht nur bei der Produktion der Fahrzeuge viel Energie und CO2 gespart: "Auch die Parkplatzsituation in den Innenstädten wird deutlich verbessert." Durch jedes Fahrzeug des Vereins würden der Modellrechnung zufolge bis zu 99 Meter zugeparkte Straßenkante in Erding wieder frei.

Weitere Carsharing-Projekte werden in Kommunen im Landkreis diskutiert. Taufkirchen hat kürzlich das Konzept des Unternehmens Mikar für einen Neunsitzer für gut befunden. Auch in Wartenberg hatte sich das Unternehmen in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Mit nur einer Gegenstimme wurde dort beschlossen, das Projekt weiter zu verfolgen und in der nächsten Sitzung einen Beschluss zu fassen, sich zu beteiligen. Bisher ist Mikar im Landkreis noch nicht vertreten. Der nächste Standort ist Buch am Erlbach im Landkreis Landshut.

© SZ vom 27.10.2020

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