Erding/St. Wolfgang:Impfen, impfen, impfen

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Erding/St. Wolfgang: Das BRK-Impfzentrum setzt verstärkt auf Sonderaktionen und mobile Impftage an täglich wechselnden Einsatzorten im Landkreis.

Das BRK-Impfzentrum setzt verstärkt auf Sonderaktionen und mobile Impftage an täglich wechselnden Einsatzorten im Landkreis.

(Foto: Renate Schmidt)

Um dem Gebot dieser Tage gerecht zu werden, braucht es viele niederschwellige Angebote. In Sankt Wolfgang zeigt man, was auf lokaler Ebene möglich ist. Bei den Impftagen in der Goldachhalle könnten erneut mehr als 2000 Menschen an einem Wochenende geimpft werden

Von Florian Tempel, Erding/St. Wolfgang

Zu Beginn des Herbstes herrschte noch die Meinung vor, dass alle weiteren Coronaimpfungen von den niedergelassenen Ärzten in ihren Praxen nach und nach bewältigt werden könnten. Die Impfzentren blieben immer leerer und das öffentlich organisierte Angebot für Impfungen wurde deutlich reduziert. Mit der vierten Welle änderte sich alles. Einen Termin im Erdinger Impfzentrum oder bei einem Arzt bekommt man frühestens im Februar, manche Praxen im Landkreis sind bis Ende März ausgebucht. Wer sich dafür entscheidet, sich nach langem Zögern nun doch endlich gegen Corona impfen zu lassen, braucht aber ein zeitnahes Angebot. Angesichts der bedrohlichen Omikron-Variante wollen zudem sehr viele Menschen so schnell wie möglich eine Auffrischungsspritze.

Beim Booster-Samstag in der Erdinger FOS/BOS peilen die Impfteams des Kreisverbands Bayerischen Roten Kreuz (BRK) etwa 1000 Impfungen an. Von 9 bis 17 Uhr gibt es dort Auffrischungsimpfungen für Erwachsene. Um möglichst viele Boosterimpfungen zu ermöglichen, für die man nur die halbe Impfstoffdosis braucht, hat das BRK Erst- oder Zweitimpfungen explizit ausgeschlossen. Eine Woche später, am Samstag, 11. Dezember, wird es einen BRK-Booster-Tag im Gymnasium Dorfen geben. Noch mal acht Tage darauf ist eine solche Aktion in Taufkirchen geplant.

Was alles möglich ist, wird wieder in St. Wolfgang bewiesen. Schon dreimal hat dort ein Hausärzteteam in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr Impfwochenenden in der Goldachhalle auf die Beine gestellt. In einer Woche, am Samstag und Sonntag, 11. und 12. Dezember, ist es erneut so weit. Die Dimension dürfte ähnlich groß sein, wie bei den vorangegangen Aktionen im Sommer. Im Mai waren etwa 700 Menschen gekommen, um sich mit dem Vakzin von Astra-Zeneca impfen zu lassen, im Juni kamen 1800 für eine Biontech-Spritze und im Juli bei der Zweitimpfung durchliefen insgesamt 2500 Menschen das St. Wolfganger Wochenend-Impfzentrum.

"Ich find's genial", sagt Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW), "das war im Sommer sehr gut durchorganisiert, es hat keine langen Wartezeiten geben und die Leute waren glücklich." Einer sei sogar mit dem Wohnmobil aus Frankfurt oder Heidelberg angereist, erinnert sich Gaigl, die allermeisten seien aber aus der Gegend gewesen. Die Idee zu der großen Aktion in einem doch eher kleinen Ort, hatte der Allgemeinmediziner Udo Hahn. Er betreibt zusammen mit Kollegen eine Gemeinschaftspraxis an drei Standorten in St. Wolfgang, Isen und Dorfen. Als er Bürgermeister Gaigl seine Idee unterbreitete, war er sofort dabei. Die Gemeinde stellt die Goldachhalle zur Verfügung, dazu Bauzäune und ähnliches für die Einrichtung der Wartezonen und Impfkabinen. Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt den Auf- und Abbau und leitet den Verkehr rund um die Goldachhalle. Hahn und seine Kollegen bilden ein Team von mindestens vier Ärzten, das von 15 bis 20 Medizinischen Fachangestellten, Krankenpflegerinnen und Sanitätern unterstützt wird. Geboostert wird mit dem Wirkstoff von Moderna. "Wir wollen jede Viertelstunde 30 Boosterimpfungen machen", sagt Hahn. Doch auch Erst- und Zweitimpfungen sind möglich. Der Aktionstag ist für alle offen, man braucht aber eine Anmeldung im Internet auf www.terminland.eu/goldachhalle. Damit wieder alles reibungslos läuft - im Sommer dauerte eine Impfung in der Goldachthalle alles in allem im Durchschnitt 35 Minuten -, soll man unbedingt alle nötige Formulare ausgefüllt mitbringen, natürlich auch den Impfpass, einen Ausweis und die Krankenkassenkarte.

Das Gleiche gilt für Impfungen im neuen BRK-Impfbus, der in der kommenden Woche jeden Tag an einem anderen Ort im Landkreis Halt machen wird. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Am Montag ist der Impfbus in Wartenberg am Volksfestplatz, am Dienstag parkt er in Ottenhofen neben dem Maibaum und am Mittwoch in Lengdorf am Sportplatz, jeweils von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr. Am Donnerstag steht der Impfbus vormittags am Grünen Markt und am Nachmittag im Gewerbegebiet in Aufhausen. Ein weiteres mobiles BRK-Team ist am Montag im Bürgersaal in Taufkirchen und am Dienstag in Neufinsing im Pflegestern-Seniorenheim, ebenfalls jeweils von 9 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.

Währenddessen meldet das Landratsamt Erding am Freitag 127 neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug nach den Angaben des Robert-Koch-Instituts kaum verändert 577,4 (Vortag: 566,6). Im Klinikum Erding wurden am Freitag 28 Covid-19-Patienten und Patientinnen behandelt, 23 auf der Isolierstation und fünf auf der Intensivstation, drei von diesen müssen beatmet werden.

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