Süddeutsche Zeitung

Erding:Sinnflut soll stattfinden

Veranstalter arbeiten an Konzept mit nur einer Bühne

Von Julian Illig, Erding

"Wir planen!", sagt Peter Feller. Unbedingt wollen er und seine Mitstreiter das Sinnflut Festival in Erding dieses Jahr durchführen. "Wir sind alles am Vorbereiten." Zunächst soll ein Hygienekonzept mit dem Landratsamt und dem Gesundheitsamt abgeklärt werden. Eine etwas abgespeckte Version ist in Planung, die Bühne, der Biergarten und die Marktstände werden räumlich getrennt. So soll der Durchmischung der Besucher etwas entgegengewirkt werden. Aber ob Festival dann überhaupt stattfinden kann im Juli, ist weiterhin völlig unklar.

Ein Problem ist, dass nicht feststeht, welche Regeln im Juli für Veranstaltungen gelten könnten, sollten sie bis dahin grundsätzlich wieder erlaubt werden. Braucht es Tests, Impfungen, Masken, Abstände und in welcher Form? "Wir können keine Karten rausgeben. Wie viele Stühle wir stellen dürfen, ist unklar", sagt Feller. Trotz all dem ist er zuversichtlich, dass das dann klappt. Er muss optimistisch sein, denn finanziell wäre eine zweite Absage für die Sinnflut Kultur GmbH ein Desaster: "Wenn es dieses Jahr nicht über die Runden geht, schaut's schon schwierig aus für uns." Viele Kosten liefen weiter, Mitarbeiter waren zuerst in Kurzarbeit und jetzt sind einige sogar abgewandert.

Nachdem letztes Jahr nicht nur das eigentliche Festival, sondern auch die Festivalalternative "Kulturbiergarten" ausfallen musste, sprach Feller noch davon, zukünftig gegen eine solche Entscheidung des Gesundheitsamts zu klagen. So weit will er jetzt nicht gehen, aber: "Ganz so leicht werden wir uns nicht mehr abspeisen lassen." Klar ist schon, dass es statt drei Bühnen nur eine geben wird. Der Grund sind weniger die Corona-Bestimmungen, sondern vielmehr, dass einige der hauptberuflichen Musiker inzwischen in anderen Jobs tätig sind, schildert Feller. Diese Sicherheit würden die Künstler so schnell nicht aufgeben wollen. Auch den Marktständen ging es an den Kragen, "etliche existieren nicht mehr", sagt Feller. Das machte die Programmzusammenstellung etwas schwierig. Trotzdem wollen die Veranstalter den Menschen im Landkreis unbedingt etwas anbieten, 26 Jahre gab es das Festival schon. "Wir wollen die besondere Sinnflut-Art, diese Stimmung, schon unterbringen. Das mögen auch die Leute", meint Feller. Er hat den Eindruck, dass gerade die jungen Leute "heiß drauf" sind, wieder rausgehen und was zu unternehmen. Auch das stimmt ihn optimistisch. Und für alles andere heißt es einfach: "Daumen drücken."

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Quelle:
SZ vom 04.05.2021
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