Erding Silvester ohne Raketen

Bürgermeister Gotz will nach einem schweren Unfall während des vergangenen Jahreswechsels Feuerwerkskörper in der Innenstadt verbieten

Von Antonia Steiger

In diesem Jahr sollen an Silvester in der Erdinger Innenstadt keine Feuerwerksraketen mehr gezündet werden dürfen, dafür will sich der Erdinger Bürgermeister Max Gotz (CSU) einsetzen. Er kündigte am Sonntagvormittag beim Frühschoppen des CSU-Ortsverbandes Erding an, dafür im Stadtrat um Zustimmung zu bitten. Grund seien einige Unfälle, die sich an Silvester in der Innenstadt ereignet hatten. Vor allem aber entrüstete sich Gotz darüber, dass Mitglieder von Rettungsorganisationen und Polizisten nicht zu einem Unfallopfer durchgelassen worden seien und ebenfalls mit Raketen attackiert worden seien. Ein solches Verhalten darf es einfach nicht geben", sagte Gotz am Sonntag im Gasthaus Brunold in Eichenkofen. Er forderte mehr Respekt vor den Rettungskräften. Wie berichtet, ist in Erding in der Silvesternacht eine 17-jährige Erdingerin so schwer verletzt worden, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Kurz nach drei Uhr war die junge Frau in der Haager Straße von einer Feuerwerksrakete an der Brust getroffen worden, dabei erlitt sie schwere Verbrennungen an der Brust, im Gesicht und an der Hand. Die Polizei ermittelte daraufhin wegen gefährlicher Körperverletzung. Erding wäre nicht die erste Stadt, die in ihrem Altstadtkern das Zünden von Feuerwerkskörpern verböte. Doch in anderen Städten treibt die Politik eher die Sorge um die historische Fassaden um - so auch in Freising. Rechtliche Grundlage für das Verbot in Freising ist das Sprengstoffgesetz, das nach dem Großbrand auf dem Tübinger Marktplatz in der Silvesternacht 2008/2009 schärfer gefasst worden war. Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime und historische Gebäude dürfen sich demnach nicht im Umkreis der 100 Meter Steighöhe einer Silvesterrakete befinden.