Erding Selbermachen statt zugucken

Am Wochenende veranstaltet das Jugend- und Kulturhaus Erding erstmals die Jugendkulturtage: Geboten sind Breakdance, Graffiti und Poetry Slam

Von Cornelia Weber

- Das Jugend- und Kulturhaus Erding, bis vor kurzem noch als Jugendzentrum bekannt, macht seinem neuen Namen alle Ehre. Von Freitag bis Sonntag soll ein vielfältiges Programm Besucher "bis 99 Jahre" einladen - "zum besseren Verständnis der Generationen", so der Leiter Ulrich Hofstaller: Am kommenden Wochenende, 19. bis 21. Oktober, finden erstmals die Jugendkulturtage in Erding statt. Das Konzept sei nicht kommerziell ausgerichtet, sagt Hofstaller. Pädagogische Ziele leiten die Veranstalter: Es gehe darum, aktive Prozesse bei den Jugendlichen anzustoßen. "Weg von der Coach, den Jugendlichen durch eigenes Handeln Erfolgserlebnisse ermöglichen", erklärt er. Teils parallel laufen die Jugendkulturtage an drei Orten ab: im Jugend- und Kulturhaus, in der Stadtbücherei und im Museum in Erding.

Den Auftakt zur dreitägigen Veranstaltung bildet der multimediale Vortrag von Stefan Glowacz am Freitagabend. Der Extremkletterer wird von seinen Abenteuern berichten und davon, was es heißt, "unter größtem Druck einen kühlen Kopf zu bewahren", wie der Flyer verrät. Eine Ausstellung mit Fotos zum Open Airding und dem diesjährigen Skatecontest umrahmt den Eröffnungsabend. Von 19 Uhr an ist das Haus in der Dorfener Straße 13 geöffnet.

"Der Samstag steht ganz im Zeichen des Tanzens", kündigt Hofstaller an. Am frühen Abend sind Hip Hop, Dance Battle, Breakdance Performance und Tae-Kwon-Do geplant. Zuvor können Interessierte am Comic Workshop teilnehmen oder dem Graffiti-Künstler Mr. Woodland zusehen, wie er aus einer nackten Wand ein Kunstobjekt kreiert. Um 20 Uhr beginnen Konzerte und Party: Wahlweise kann zur Musik von Brokenbase und Martin Zobel & Soulrise Band oder zu Klängen der DJs Soundsystem Zubzonikz und LaLoakaii getanzt werden. "Sehr sehenswert" sei auch die Lichtinstallationen vom Regensburger Künstler Blinkandremove, bekannt aus dem Münchner Club Harry Klein, findet Hofstaller.

Noch bunter wird es am abschließenden Sonntag: Von 14 Uhr an können die Besucher drei der sechs Hausbands bei einer Jamsession lauschen. Parallel dazu findet der Tauschflohmarkt im Café Orange statt. Bei Kaffee und Kuchen tauscht man hier T-Shirts gegen CDs. Wer sich für Siebdruck interessiert, kann am Nachmittag Jutebeutel selbst bedrucken. Die Färberei, eine Münchner Einrichtung zur Förderung junger Künstler, bringt Technik und Kniffe bei. Von 16 bis 17 Uhr zeigt Nelson Berger seine Kurzfilme aus dem Genre Science Fiction. Vielleicht das Highlight, zumindest aber den Ausklang bildet dann der Poetry Slam von 17.30 bis 19.30 Uhr mit Reimrausch Ebersberg.

Fortan sollen die Erdinger Jugendkulturtage alle zwei Jahre stattfinden, im Jahreswechsel mit den Tagen der Toleranz, verkündet Ludwig Kirmair (CSU), Kulturreferent der Stadt Erding. "Ohne Facebook geht gar nichts", findet Hofstaller. Jugendliche seien vor allem über das soziale Netzwerk erreichbar, und viele würden so auch zu den Jugendkulturtagen eingeladen. Die Gefahr, dass die Veranstaltung zu einer ausufernden Facebook-Party avanciert, sei aber nicht gegeben, so Hofstallers Stellvertreter Lars Müller. "Keine Sorge, da sind wir aufmerksam", sagt er. Das Programm im Detail findet sich auf der Webseite der Veranstalter unter www.jugendzentrum-erding.de.