Wirtschaft:Amadeus will weiter wachsen

Lesezeit: 2 min

Das alte Rathaus Erding spiegelt sich im neuen Verwaltungsgebäude. (Foto: Renate Schmidt)

Grünes Licht für ein künftiges Gewerbegebiet in Bergham. Dort will sich das Rechenzentrum weiterentwickeln. Die Erdinger Stadträte sehen auf dem Areal noch zusätzliche Möglichkeiten.

Von Regina Bluhme, Erding

Auf einem Acker in Bergham soll ein Gewerbegebiet errichtet werden. Der Stadtrat hat am Dienstag den Plänen zugestimmt und die Aufstellung des dafür notwendigen Bebauungsplans mit der Nummer 252 einstimmig beschlossen. Wie sich jetzt bestätigt hat, ist einer der Interessenten das international agierende Reisebuchungsunternehmen Amadeus, dessen Firmensitz sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Grundstück befindet.

Auch wenn Oberbürgermeister Max Gotz der Name in der Sitzung nicht über die Lippen kam, so bestätigte das Unternehmen Amadeus auf Nachfrage der SZ, dass sich das Rechenzentrum auf dem betreffenden Areal weiterentwickeln will. "Erding ist ein langfristig strategischer Standort für Amadeus", schreibt Klaus Ennen von der Pressestelle der Firma. Büros und Hauptsitz würden weiterhin in Erding ansässig sein, die Mitarbeiter dort beschäftigt bleiben.

Newsletter abonnieren
:SZ Gerne draußen!

Land und Leute rund um München erkunden: Jeden Donnerstag mit den besten Freizeittipps fürs Wochenende. Kostenlos anmelden.

"Wir haben unsere Investitionen in unsere talentierten Mitarbeiter gesteigert und werden dies auch in Zukunft tun, da wir in Erding weiter wachsen werden", so Ennen. Amadeus prüfe und bewerte aktuell "verschiedene Optionen". Ziel sei, einen Raum zu schaffen, der sowohl den Bedürfnissen unseres Teams als auch den Anforderungen an ein zukunftsorientiertes Arbeitsumfeld gerecht wird.

Amadeus werde aber nicht das gesamte Areal im Geltungsbereich des künftigen Bebauungsplans 252 belegen, darauf verwies Grünen-Stadtrat Herbert Maier am Dienstag. Aus dem Gremium kamen Anregungen, wie das riesige, etwa 7,7 Hektar große Areal des Weiteren genutzt werden könnte. Johann Fehlberger (Freie Wähler) könnte sich dort auch einen Handwerkerhof vorstellen. Anne Connelly (FDP) wiederum würde gerne Büros für Start-ups ermöglichen, auch mit Unterstützung durch die Stadt.

Beim Angebot von Büroflächen ist in Erding noch Luft nach oben

Gotz gab zu, dass "beim Thema Büros" seit mehr als drei Jahrzehnten hinterherhinke. Allerdings verwies er auf die "massiven Büroflächen" des benachbarten Flughafens München und darauf, dass "die Bedarfe rauf und runter wabern". Seiner Ansicht nach sei es aber zu früh, um über eine künftige Nutzung zu spekulieren. Jetzt wolle die Stadt erst einmal "ein grundsätzliches Signal" setzen.

In der Nachbarschaft von Amadeus gibt es ein weiteres interessantes Grundstück. 2014 machte das Areal in Bergham Schlagzeilen, denn im Zuge der Sanierung des Deutschen Museums in München sollte gleich neben dem Rechenzentrum ein Depot errichtet werden. Um die 80 000 Ausstellungsstücke sollten auf mehr als 30 000 Quadratmetern zwischengelagert werden. Bis heute ist nichts aus den Plänen geworden, wie Oberbürgermeister Max Gotz im Stadtrat erklärte. Die Sanierung des Deutschen Museums habe sich zu einem "Drama" entwickelt. Die Kosten lägen inzwischen bei über einer Milliarde Euro. Ob das noch was wird mit einem Depot in Erding? Das könne derzeit niemand sagen, so Gotz.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ PlusLandkreis Erding
:Bauen trotz Krise?

Inflation, hohe Zinsen, unklare Regelungen: Die Baufirmen im Landkreis spüren die schlechte Auftragslage, vor allem beim Wohnungsbau. Viele sind verunsichert. Warum Sebastian Maier und seine Lebensgefährtin Lisa-Marie Haumann das Wagnis eingehen und trotzdem ein Haus bauen.

Von Vivien Götz

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: