Psychoonkologie in Erding:Eine stabile und breite Struktur

Psychoonkologie in Erding: In Zusammenarbeit mit dem Klinikum Erding werden seit 2016 auch stationäre und ambulante Patienten psychoonkologisch betreut.

In Zusammenarbeit mit dem Klinikum Erding werden seit 2016 auch stationäre und ambulante Patienten psychoonkologisch betreut.

(Foto: Renate Schmidt)

Angebot für von Krebs betroffene Menschen wird 2024 durch eine Kooperation mit der Bayerischen Krebsgesellschaft am Klinikum erweitert - ein neuer Meilenstein.

Von Sofia Wiedemann Goncalves, Erding

Das Wort "Krebs" löst eine Flut von Gedanken und Gefühlen aus. Menschen, die mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden, oder deren Angehörige trifft das oft wie ein Schwert in den Nacken. Von Angst über Panik bis hin zur Hoffnung kommen alle möglichen Emotionen auf. Oft hinterlässt der Kampf gegen die Krankheit neben körperlichen Narben auch tiefe Spuren in der psychischen Gesundheit. Vor diesem Hintergrund ist die Psychoonkologie entstanden, ein medizinisches Fachgebiet, das sich ergänzend zur medizinischen Behandlung auf die psychologische Unterstützung und Betreuung von Krebspatienten konzentriert.

In Erding wurde das Angebot 2016 durch die Zusammenarbeit der Ärztin Barbara Scholtissek mit dem Palliativ-Team des Landkreises Erding ins Leben gerufen. Im Laufe der Jahre wurde das Programm ausgeweitet und in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Erding wurden nicht nur Palliativpatienten, sondern auch stationäre und ambulante Patienten betreut. Nun soll das Angebot ab 2024 durch eine Kooperation mit der Bayerischen Krebsgesellschaft am Klinikum Erding erweitert werden.

Ergänzende Auskünfte zu sozialrechtlichen Problemen und Fragestellungen

Das Projekt erwies sich bereits im ersten Jahr als erfolgreich und überdauerte auch die Zeit von Corona, in der die Betreuung über Videoberatung und Telefongespräche erfolgte. Im Jahr 2022 nahmen allein im ambulanten Bereich 120 Personen die Unterstützung in Anspruch. Hinzu kommen Patienten in der stationären und in der palliativen Phase. Für die Ärztin Scholtissek und ihr Team bedeutete dies etwa 1150 Stunden psychoonkologische Arbeit.

Die Bayerische Krebsgesellschaft hilft seit 1925 Menschen mit Krebs und deren Angehörigen und bietet neben der psychologischen Betreuung ergänzend zum Beispiel auch Auskünfte zu sozialrechtlichen Problemen und Fragestellungen. "Damit werden die Patienten von den bürokratischen Belastungen, die mit der Erkrankung einhergehen, weitestgehend befreit, um sich mit aller Kraft ihrer Therapie und Gesundung widmen zu können", betont Landrat Martin Bayerstorfer.

Geschäftsstelle des gemeinnützigen Vereins wird in das Personalwohnheim verlegt

Zum Angebot gehören auch die Kontaktvermittlung zu circa 200 Selbsthilfegruppen, finanzielle Unterstützung in Härtefällen sowie Informationen über Rehabilitation und Nachsorge-Einrichtungen. Eine Betreuung von A bis Z - und das komplett ohne Kosten. Neben dem generellen Ausbau der Hilfsangebote wird vom kommenden Jahr an auch die Geschäftsstelle des gemeinnützigen Vereins direkt neben der Klinik in das Personalwohnheim verlegt. So kann eine noch effektivere Unterstützung der Betroffenen und ihrer Angehörigen gewährleistet werden.

Die Ärztin Barbara Scholtissek betont vor allem den Meilenstein, den die Kooperation in der psychoonkologischen Versorgung darstellt: "Null, niente, nichts: Das war das psychoonkologische Angebot für Krebspatienten im Landkreis im Jahr 2016. Peu à peu haben wir es geschafft, eine stabile und breite Struktur aufzubauen, in der jedem geholfen werden kann, egal in welcher Phase der Erkrankung. Darauf bin ich sehr stolz." Scholtisseks Dank geht dabei besonders auch an das Palliativteam, das seit Beginn der Initiative Psychoonkologie im Landkreis Erding dabei ist und ohne dessen Spenden die Initiative nicht so weit gekommen wäre.

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