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Polizei Erding:Zurück zu den Wurzeln

Zum 1. September tritt Rainer Kroschwald als Leiter der Polizeiinspektion Erding den Dienst an. Den Landkreis kennt der 51-Jährige gut: Er ist hier geboren und aufgewachsen.

Von Regina Bluhme, Erding

Als Rainer Kroschwald vor mehr als dreißig Jahren ein Praktikum bei der Polizei in Erding absolviert hat, dachte er wahrscheinlich nicht daran, dort einmal Chef zu werden. Jetzt ist es soweit: Der 51-Jährige übernimmt am 1. September die Leitung der Polizeiinspektion Erding. Bei einer Feierstunde am Dienstag im Rathaus führte Polizeipräsident Günther Gietl den Polizeioberrat in das Amt ein. Der Landkreis bekomme mit Kroschwald, der in Wartenberg aufgewachsen ist, einen "einheimischen und kompetenten Dienststellenleiter" mit langjähriger Erfahrung, zuletzt als stellvertretender Leiter der PI Landshut.

Amtseinfuehrung

Der neue Polizeichef von Erding Rainer Kroschwald bei der Amtseinführung im Rathaus.

(Foto: Stephan Görlich)

Rainer Kroschwald kennt den Landkreis gut. Der gebürtige Erdinger begann nach dem Polizeipraktikum 1985 die Ausbildung bei der Polizei in Eichstätt. 1990 kehrte er nach Erding zurück und leistete beim dortigen Einsatzzug Dienst, erst als Gruppenmitglied, später als Gruppenführer. 1999 übernahm er unterschiedliche Führungsfunktionen bei der damaligen Polizeidirektion Erding, unter anderem als Zugführer, Leiter der Einsatzzentrale, Pressesprecher und Mitarbeiter beim Sachgebiet Verbrechensbekämpfung. 2005 war er für ein Jahr im Vorbereitungsstab des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord für die WM 2006 abgeordnet. Im Anschluss leitete er ein Jahr die Dienststelle Ottobrunn, absolvierte dann ein Masterstudium an der Hochschule der Polizei Münster und übernahm vor zehn Jahren die stellvertretende Leitung der PI Landshut.

Amtseinfuehrung

Rainer Kroschwald mit Lebensgefährtin Susanne Fröhlich, Rainer Mehringer, Max Gotz und Polizeipräsident Gunther Gietl.

(Foto: Stephan Görlich)

Kroschwald, der im Landkreis Freising lebt, war in Begleitung von Lebensgefährtin Susanne Fröhlich, seiner Mutter und einem seiner beiden erwachsenen Söhne erschienen. "Es zieht mich zurück zu meinen Wurzeln, ich freue mich darauf", sagte er. "Zusammen, gemeinsam und im Vertrauen" - diese drei Worte seien für ihn die Grundlage der Zusammenarbeit mit den Kommunen, dem Landkreis und den Rettungsdiensten, aber vor allem auch mit seinen Mitarbeitern. "Meine Tür steht immer offen", betonte Kroschwald. Er freue sich auf die neue Aufgabe. "Ich übernehme eine gut funktionierende und gut geführte Dienststelle und einen Dienstbereich mit hoher Sicherheit."

Amtseinfuehrung

Die Amtseinführung sorgte bei OB Max Gotz offensichtlich für gute Stimmung.

(Foto: Stephan Görlich)

Vor der Einführung sprach Günther Gietl erst ein paar Abschiedsworte. "Mit Bravour" habe Polizeirat Josef Schmid im Rahmen einer Qualifikation sechs Monate lang vorübergehend die PI Erding geführt. Schmid konnte allerdings nicht persönlich dabei sein, weil er sich wegen des Kontakts mit einer positiv auf Corona getesteten Person bis zum Vorliegen seines Testergebnisses in Quarantäne befinde.

Der neue PI-Leiter verfügt laut Gietl über einen Stamm von 79 Stellen, zwei Beamte mehr als zu Zeiten von Schmid. Im Vergleich zu 2010 sei die PI Erding bei der "Ist-Stärke" um 13 Beamte erweitert worden. Im Rahmen des bayerischen Stellenverteilungskonzepts "Polizei 2025" sei das Polizeipräsidium Oberbayern Nord zudem "zufrieden mit der Zuwendung". Für Oberbayern würden 760 neue Stellen geschafften. Gietl zeigte sich überzeugt davon, dass auch die PI Erding weiter bei der Personalaufstockung bedacht werden wird.

Zwischen 2004 und 2020 sei die Kriminalitätsrate im Zuständigkeitsbereich um 20 Prozent zurückgegangen, die Aufklärungsquote liege bei 5,6 Prozent, so Gietl. Allerdings gebe es im ersten Halbjahr 2020 "die Tendenz zu einem leichtem Kriminalitätsanstieg". Aufgrund der Corona-Pandemie seien die Unfälle um 26 Prozent zurückgegangen. Auf der Autobahn habe sich das Unfallgeschehen sogar um knapp 50 Prozent verringert, fügte er hinzu. Allerdings seien im Bereich der PI Erding drei Mitarbeiter an Corona erkrankt. Sie seien mittlerweile wieder alle genesen. Die neuen Vorschriften aufgrund der Pandemie bescherten der Polizei auch Mehrarbeit, fuhr Gietl fort. Eine zusätzliche Belastung für den Dienststellenbereich sei auch das Abschiebegefängnis in Erding.

Zur Feierstunde waren 2. Stellvertretender Landrat Rainer Mehringer (Freie Wähler) und Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) sowie mehrere Bürgermeister gekommen. Mehringer betonte, er fühle sich "sicher und geborgen im Schutz der Polizei", Gotz erklärte, er freue sich auf "ein gutes Miteinander".

© SZ vom 26.08.2020

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