Planungs- und Bauausschuss Erding:Neuer Investor an der Dr.-Henkel-Straße

Lesezeit: 3 min

Planungs- und Bauausschuss Erding: Mal wieder eine Seenlandschaft: Blick vom Parkplatz Dr.-Henkel-Straße am Mittwoch auf eine der beiden denkmalgeschützten Villen.

Mal wieder eine Seenlandschaft: Blick vom Parkplatz Dr.-Henkel-Straße am Mittwoch auf eine der beiden denkmalgeschützten Villen.

(Foto: Stephan Görlich)

Nachdem der erste Interessent hingeworfen hatte, nimmt die Stadt einen zweiten Anlauf und legt für den Egger-Parkplatz einen neuen Bebauungsplanentwurf vor. In einem in der Höhe gestaffelten Gebäude soll Gewerbe und Wohnen möglich sein. OB Max Gotz ist zuversichtlich, dass es diesmal klappt.

Von Regina Bluhme, Erding

Durch die Regenschauern der vergangenen Tage hat sich der Egger-Parkplatz zwischen der Dr.-Henkel-Straße und der Landgestütstraße wieder einmal in eine Seenlandschaft verwandelt. Viele Autofahrer ärgert das. Doch nun sieht es zumindest so aus, als ob sich bald etwas tun wird auf dem in Privatbesitz befindlichen Areal. Es gibt neue Investoren, die das Grundstück in Innenstadtlage bebauen wollen. Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) zeigte sich im Planungs- und Bauausschuss des Stadtrats zuversichtlich, dass es diesmal etwas wird. Zuvor musste jedoch der Bebauungsplan geändert werden. Der Planungs- und Bauausschuss stimmte bei einer Gegenstimme einem ersten Entwurf zu.

Es habe im Vorfeld "eine Reihe von Herausforderungen" gegeben, erklärte der OB mit Blick auf das Grundstück. Das kann man so sagen. Ein Knackpunkt ist die Lage: Auf der Seite der Landgestütseite steht ein Ärztehaus, ein mehrgeschossiger, moderner Gebäuderiegel. Auf der anderen Seite, an der Dr. Henkel-Straße, stehen zwei denkmalgeschützte Villen, die nicht durch eine Bebauung "erschlagen werden" sollen, wie es Stadtbaumeister Sebastian Sebastian Henrich formulierte.

Die maximale Wandhöhe beträgt 13 Meter, zur Seite der Villen muss sie niedriger sein

Als Lösung ist nun ein in der Höhe gestaffeltes Gebäude vorgesehen. Das Erdgeschoss soll gewerblicher Nutzung vorbehalten sein, in den weiteren Geschossen sind auch Wohnungen, Praxen und Büros möglich. Die maximale Wandhöhe soll 13 Meter betragen. Zu den Villen hin muss das Gebäude niedriger sein, auf dieser Seite höchstens zehn Meter. In der Mitte des Grundstücks ist im Bebauungsplanentwurf ein Lichthof eingezeichnet, der zum Beispiel als Spielplatz genutzt werden könnte.

Die Staffelung der Bebauung ist auch insofern interessant, da die Wandhöhe einer der Knackpunkte war, warum es mit dem ersten Investor nicht geklappt hat. Geplant war vor einigen Jahren ein Bürokomplex mit drei Stockwerken inklusive Penthouse-Wohnungen. Die Agentur für Arbeit war damals auf der Suche nach neuen Büros und liebäugelte lange mit dem Erdgeschoss. Doch der Investor wurde sich mit der Stadt unter anderem wegen der Gebäudehöhe nicht einig. Letztendlich schmiss der Investor hin und die Agentur für Arbeit zog in eine Büro am Stadtrand.

Stadtrat Herbert Maier fordert eine "solare Willkommenskultur"

Grünen-Stadtrat Herbert Maier meldete sich im Planungs- und Bauausschuss zu Wort. Grundsätzlich seien höhengestaffelte Gebäude problematisch für Solaranlagen, merkte er an, denn dadurch würden tieferliegende Flächen verschattet. Er forderte eine "solare Willkommenskultur" und dazu gehört für ihn, dass im Bebauungsplan der Hinweis "auf eine energetische Optimierung in Richtung Solarenergie" stehen müsse. Maier konnte es sich nicht verkneifen, eine Erhebung des Bund Naturschutz' zu zitieren. Laut dieser belegt die Große Kreisstadt Erding unter 2056 Kommunen beim Ausbau der Solarenergie gerade mal Platz 1946. Die Bemerkung ärgerte OB Gotz sichtlich, der sein Unverständnis ausdrückte, "warum man immer wieder zelebrieren muss, die Stadt schlecht zu reden". Dennoch sagte Gotz zu, Maiers Anregungen in die weiteren Planungsgespräche aufzunehmen.

"Wir peilen eine Einvernehmlichkeit mit dem Investor an."

Offensichtlich will die Stadt diesmal sehr vorsichtig agieren und niemand zu früh verprellen. Stadtbaumeister Sebastian Henrich sprach beim Bebauungsplan von "Leitplanken für den Investor" - mit entsprechendem Spielraum: "Wir machen ein Angebot." OB Gotz zeigte sich zuversichtlich, dass es diesmal klappen wird. "Wir peilen eine Einvernehmlichkeit mit dem Investor an", es habe bisher "gute Gespräche" gegeben.

Im Anschluss schlug der OB vor, bei der Abstimmung für den geänderten Bebauungsplan nicht von einem "Entwurf" zu sprechen, sondern von einer "Planvorstellung". Herbert Maier wiederum plädierte für den Passus "Start der Planung". Das rief jedoch Stadtrat Burkhard Köppen auf den Plan. Der CSU-Fraktionssprecher erklärte, der semantisch richtige Begriff laute "Entwurf" und nicht anders. Letztendlich gaben die große Mehrheit des Planungs- und Bauausschusses grünes Licht für den "Entwurf" des Bebauungsplans Nr. 185.1 für das Gebiet zwischen Dr. Henkel-Straße und Landgestüt-Straße - bei einer Gegenstimme von Grünen-Stadträtin Cornelia Ermeier.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema