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Anna-Lena Blaschke ist begeisterte Einradfahrerin: In zwei Jahren will sie zur Weltmeisterschaft nach Kanada

Mit dem Einrad auf Erfolgskurs: Anna-Lena Blaschke konnte erneut bei den Bayerischen und Deutschen Meisterschaften für Einradartistik in Neufahrn überzeugen. Hier ist sie mit einer Mountain-Bike-Variante des Einrads zu sehen.

- Mit dem Einrad auf Erfolgskurs: Anna-Lena Blaschke konnte erneut bei den Bayerischen und Deutschen Meisterschaften für Einradartistik in Neufahrn überzeugen. Dort stand sie vor zwei Wochen gleich drei Mal auf dem Siegertreppchen. In der Einzelkür gewann sie mit ihrer Performance zur Film-Musik von "Der gestiefelte Kater" den ersten Platz. Mit ihrer Doppelkür-Partnerin Valentina Rupp fuhr sie auf Platz drei, ebenso wie mit ihrem Team bei der Kleingruppenkür.

Vor sechs Jahren entdeckte die Schülerin ihre Begeisterung fürs Einradfahren, als sie es zum ersten Mal auf dem Einrad der Nachbarin probierte. Als sie kurz darauf, noch als Zuschauerin, mit ihrer Mutter zu den Meisterschaften nach Neufahrn fuhr, war für sie klar: das will ich auch können. "Dort sind wir dann auf den TSV Dorfen aufmerksam geworden", erzählt die 16-Jährige. Seitdem trainiert sie mit den "Akro-Radlern" des Vereins und hilft am Wochenende den jüngeren Einrad-Begeisterten. Mittlerweile gehört sie dem Bayernkader an, mit dem sie bei der Meisterschaft in der Gruppenkür angetreten ist.

Ob Einradrennen, Mountain-Unicycling oder Freestyle, Anna-Lena fährt bei allen Disziplinen ganz vorne mit und konnte schon zahlreiche Preise einheimsen. Besonderen Spaß macht es ihr dabei, ihre Tricks beim Freestyle zu präsentieren. "Weil man da so unglaublich kreativ sein kann und immer neue Sachen entdeckt", erklärt sie. "Mir liegt auch das Schauspielerische", fügt sie hinzu. Dagegen könne sie beim Bergeinrad oder den Rennen ihre Grenzen kennenlernen.

Mit ihrer Begeisterung hat sie schon längst die ganze Familie angesteckt: So schraubt und bastelt Papa Christian zu Hause an dem stetig wachsenden Sortiment an Einrad-Modellen. Weil es so viele unterschiedliche Varianten von Einrad-Wettbewerben gibt, gehören dazu natürlich auch entsprechend viele verschiedene Räder. "Es sind schon einige, sicherlich über zehn", schätzt Anna-Lena. Zum Geburtstag gab es noch eine weiteres Modell dazu, ein selbst gebautes "Impossible"-Einrad, ohne Sattel und Pedale, um das Gleichgewicht zu üben. Zum Sortiment gehören auch die Modelle von Mama Ute, die ebenfalls im Einrad-Leistungssport tätig ist.

An den Wettbewerben gefällt ihr besonders, "dort Leute wiederzusehen". Man kennt sich schon von anderen Meisterschaften, es ist ihr zweiter Freundeskreis neben der Schule, erzählt sie, Menschen aus ganz Bayern. "Das ist immer ein freundschaftliches Miteinander, man hilft sich gegenseitig und tauscht Tricks aus." "Außerdem ist es ein super Gefühl und eine irre Belohnung für das lange Training, wenn das Publikum nach dem Auftritt aufsteht und für einen klatscht", sagt Anna-Lena. Damit bis zur nächsten Meisterschaft alle Tricks sitzen, trainiert die 10. Klässlerin so oft es geht.

"Das ist für mich komplettes Abschalten: Einradfahren ist mein Ausgleichssport", sagt die 16-Jährige. Und wenn das Training mal ausfällt? "Dann suche ich nach etwas anderem, weil ich merke, dass ich mich nicht genug bewege." Als nächstes steht nun die Weltmeisterschaft in Kanada in zwei Jahren an - "da möchte ich unbedingt hin", freut sich die Schülerin schon. Klar sei sie schon aufgeregt. "Das lässt sich aber gut bewältigen, wenn ich vorher trainiere und ich dann weiß, dass ich die Tricks sicher kann", ergänzt sie. Bis dahin soll auch noch der "Handwalk" sitzen. "Das ist mein Ziel, dass ich das sicher kann", sagt Anna-Lena.

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