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"Echt Erding":Regionalmarke geht online

Echt Erding startet

100 Prozent regional, so wie dieser Honig, muss aber nicht jedes "Echt Erding"-Produkt sein, nur überwiegend hier hergestellt.

(Foto: Stephan Görlich)

Auf der Plattform finden sich aktuell etwa hundert Produkte von vorerst 13 Anbietern. Es gibt so verschiedene Dinge wie Wildgulasch, Honiglikör und Taschen aus alten Jeans - alles kommt aus dem Landkreis

Von Michael Kienastl, Erding

Mit einigen Wochen Verzögerung ist die Plattform der Regionalmarke "Echt Erding" nunmehr online gegangen. Zur Startschuss-Präsentation im Landratsamt war eigentlich auch die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) angesagt, die sich jedoch kurzfristig entschuldigen ließ. Auf der "Echt Erding"-Seite können Interessierte aktuell unter etwa 100 Produkte wählen. Es sind sehr verschiedene Dinge - wie etwa fertig zubereitetes Wildgulasch, Honiglikör oder Beuteltaschen aus recycelten Jeans -, die alle eine Gemeinsamkeit haben: sie kommen aus dem Landkreis Erding.

Derzeit sind es erst 13 Verkäufer, die ihre Waren auf der Plattform anbieten. Nicht gerade viele. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) räumte denn auch ein, das diese Zahl noch "deutlich ausbaufähig" wäre. Für ihn hat die Regionalmarke zum einen das Ziel, die Regionalität in Zeiten globaler Handelsströme in den Vordergrund zu stellen. Denn viele wüssten gar nicht, was alles im Landkreis produziert wird, sagte Bayerstorfer. Zum anderen ist es auch der Versuch, der regionalen Landwirtschaft eine größere Marktchance zu geben. Die Plattform soll das vielfältige Angebot im Landkreis widerspiegeln. Aufgeteilt sind die Anbieter in die Bereiche landwirtschaftliche Erzeugnisse, Handwerker, Dienstleister, Tourismus und Versorger. Die einzige Voraussetzung für einen Anbieter ist lediglich, dass seine Produkte und Dienstleistungen zumindest überwiegend im Landkreis Erding produziert werden.

Echt Erding startet

Für Landrat Martin Bayerstorfer ist die Regionalmarke eine echte Herzensangelegenheit.

(Foto: Stephan Görlich)

Erstmals vorgestellt wurde die Regionalmarke "Echt Erding" bei der Grünen Woche in Berlin im Januar dieses Jahres. Bei einer Vorstellung der Online-Plattform im Taufkirchener Gemeinderat Anfang Oktober waren zuletzt unter anderem unklare Kriterien kritisiert worden, sowie der Umstand, dass es nur um Regionalität, aber nicht um überprüfbare ökologische und nachhaltige Produktion gehe. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass die bestellten und bezahlten "Echt Erding"-Waren nicht an die Käufer versandt werden. Auch in der aktuellen Version müssen die Käufer ihre Bestellungen beim Anbieter direkt abholen. Dies sei aber lediglich ein erster Schritt, sagte Andreas Alber von der Baywa, im Laufe des nächsten Jahres soll die Möglichkeit zur Belieferung dazukommen. Die Baywa übernimmt die Pflege des Onlineauftritts und unterstützt die "Echt Erding"- Anbieter bei Fragen zu Vermarktung, Datenschutz und Lebensmittelrecht. Man wolle die "Landwirtschaft zu Gewinnern der Digitalisierung" machen, erklärte Baywa-Vorstand Marcus Pöllinger. Die Bedeutung von Regionalität werde in den kommenden Jahren weiter steigen.

Bereits im Frühsommer wurde die Online-Plattform von Landrat Bayerstorfer angekündigt. Zuletzt war ein Start im Oktober vorgesehen. Auch ist es nach wie vor der Plan, "Echt Erding" durch einen Verein zu betreiben. Im Juli noch sagte Bayerstorfer, dass "es nicht Aufgabe des Landkreises sein kann, dass wir sozusagen eine landwirtschaftliche Handelsorganisation sind". Im Impressum des Online-Auftritts ist nun jedoch als Herausgeber der Seite das Landratsamt Erding vermerkt. Bayerstorfer begründet diesen eigentlich anders geplanten Umstand und die Verzögerungen mit der Coronakrise und den Kontaktbeschränkungen - "wir wollten nicht abwarten, bis ein Verein gegründet wird".

Regine Wiesend vom bayerischen Landwirtschaftsministerium wies daraufhin, dass es bayernweit ein überdurchschnittliches Wachstum für regionale Produkte gebe. Die damit verbundenen kürzeren Transportwege seien auch als einen Beitrag gegen den Klimawandel zu sehen. Die Referentin für Landfrauen vertrat die verhinderte Ministerin. Wiesend sagte weiter, sie wünsche sich eine Verzahnung mit den Portalen "Regionales Bayern" und "Wirt sucht Bauer" um auch umfangreichere Bestellungen zu ermöglichen.

Die Erdinger Regionalmarke ist im Internet natürlich unter www.echt-erding.de zu finden.

© SZ vom 20.11.2020

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