Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher Licht und Schatten

Am 18. Juli ist die offizielle Einweihung des neues Zeltplatzes. Die Einstiegshilfen am Ufer erhalten schon jetzt großes Lob. Innerhalb des Kreisjugendrings gibt es aber Kritik an der Altersbegrenzung für die Camper

Von Regina Bluhme, Oberding

Endlich Badewetter! Doch Heinrich Link, Betreiber des Kiosks am Notzinger Weiher, kann sich nicht so recht freuen. Er vermisst heuer einen Teil der Stammgäste. Link vermutet, dass das vor allem an den gesperrten Parkflächen liegt, die im Zuge des neuen Kreisjugendplatzes umgebaut werden. Lange kann es aber nicht mehr dauern. Wenn alles glatt läuft, soll der Zeltplatz auf dem Weihergelände am 18. Juli eingeweiht werden. Den Termin hat das Landratsamt bei der Vollversammlung des Trägers, Kreisjugendring (KJR) Erding, bekannt gegeben. Dort sorgte wiederum die Altersbegrenzung für Camper auf maximal 16 Jahre für Kritik.

Der Standort des Zeltplatzes in Kombination mit der Umgestaltung des Uferbereichs ist nicht unumstritten. Badegäste fürchten um ihre Ruhe, Naturschützer um Fauna und Flora, und auch die Bewohner von Notzing haben Bedenken. Letztlich setzte sich jedoch das Landratsamt mit seinen Plänen durch, wenn auch in abgespeckter Form. Dass es jetzt Einstiegshilfen am Ufer gibt, findet Heinrich Link richtig gut. Auch die Badegäste sind begeistert. Weniger gefällt ihm, dass etliche Bäume und Sträucher entfernt werden mussten und für den Naturlehrpfad entlang der Dorfen ein gekiester Weg angelegt wurde. Das neue Sanitärgebäude neben seinem Kiosk empfindet er außerdem als überdimensioniert.

Die neuen Einstiegshilfen rund um das Ufer des Notzinger Weihers kommen bei den Badegästen sehr gut an. Vor allem ältere Schwimmerinnen und Schwimmer sind froh, über einen sicheren Weg ins (Stand Montag) 20 Grad kalte Wasser. Und das Schönste: Der Idylle tut diese Neuerung kaum einen Abbruch.

(Foto: Renate Schmidt)

"Es ist nicht mehr das, was es mal war", lautet das Fazit von Heinrich Link, der seit fast 50 Jahren den Kiosk an dem verwunschenen Weiher betreibt. "Die Stammgäste rümpfen die Nase", sagt er. Nur "40 von 100 Prozent der Gäste" seien bislang an den Weiher gekommen. "Aber wie sollen sie auch kommen, wenn der Parkplatz abgesperrt ist? Der Baulärm nebenan trage das Seine dazu bei. Heinrich Link hofft, dass möglichst noch vor dem 18. Juli die Parkplätze freigegeben werden. Ans Aufgeben denkt er nicht: "Wir werden's überleben." Sein Pachtvertrag mit dem Landkreis laufe bis 2021, dann führe er den Kiosk 50 Jahre. Er will weitermachen.

Die Nutzungsbedingungen für den Kreisjugendzeltplatz sind streng reglementiert: Die Teilnehmer dürfen nur in Begleitung von Erwachsenen in der - umzäunten - Anlage zelteln, die Zahl ist auf 50 Personen inklusive Begleiter begrenzt, es herrscht absolutes Rauch- und Alkoholverbot, um 22 Uhr ist Bettruhe und die Teilnehmer dürfen nicht älter als 16 Jahre alt sein. Letzteres sorgte nun bei der Vollversammlung des Kreisjugendrings für eine Debatte. Nicht alle der knapp 30 im KJR organisierten Organisationen sind mit der Beschränkung einverstanden. Teilnehmer betonten, dass es zum Beispiel auch Ortsgruppen gebe, deren Mitglieder älter als 18 Jahre sind. Sie kritisierten, dass diese dann nicht mitkommen dürften.

Das Sozialgebäude für den Kreisjugendzeltplatz steht. Wie sich die jungen Camper und die Badegäste am Weiher arrangieren, bleibt abzuwarten.

(Foto: Renate Schmidt)

"Wir haben die Bedingungen lange mit dem Landratsamt ausgehandelt", sagt Birgit Schwaiger, die stellvertretende KJR-Vorsitzende. Die Altersbegrenzung sei auch ein Zugeständnis an die Anwohner von Notzing gewesen. So wolle man auch verhindern, dass des Nachts noch gefeiert werde. Dem Vorschlag aus der Vollversammlung, den Passus vom Höchstalter durch Durchschnittsalter 16 Jahre zu ersetzen, gibt sie keine große Chance. "Wir werden das Anliegen nochmals mit dem Landratsamt besprechen", erklärt Schwaiger. Doch sie bezweifelt, dass sich an der Altersbegrenzung etwas ändern werde. Schließlich sei das eine der Bedingungen für den Zeltplatz gewesen. Rauscher verweist darauf, dass sich innerhalb der KJR-Organisationen sehr viele Jugend- und Kindergruppen befinden, die vom Alterszusammensetzung "in die Beschränkung optimal reinpassen". Der KJR sei sehr froh, dass es jetzt diese Einrichtung gebe. Eine Anmeldung liege schon vor. Die Grundschule Notzing will einen Tag nach der Eröffnung ihr Abschlussfest am Zeltplatz feiern.