Süddeutsche Zeitung

Erding:Lebendige Mitte

Auch die SPD legt eine Vorschlagsliste für eine attraktivere Erdinger Innenstadt vor

Von Antonia Steiger, Erding

Die Debatte um eine Belebung der Erdinger Innenstadt ist nun wohl nicht mehr aufzuhalten: Nach dem Vorstoß von Erding Jetzt hat auch die SPD einen Katalog mit Ideen veröffentlicht, die ihrer Meinung nach mehr Leben in die Erdinger Innenstadt bringen würden: Ein Parkhaus und ein autonom fahrender Bus sind darunter, ebenso könnte man sich aber auch einen begehbaren Brunnen vorstellen, sagt Stefan Grabrucker. Die Kuh-Skulptur am Kleinen Platz sei das beste Beispiel dafür, dass kreative Ideen angenommen werden würden, ständig krabbelten die Kinder auf der Statue herum. Wenn es Angebote für Kinder geben würde, würden die Eltern vielleicht auch mehr einkaufen.

Auf die Geschäfte hat die Politik nicht so viel Einfluss, sagt Grabrucker. Daher müsse die Politik dafür sorgen, dass die Geschäfte in die Innenstadt kommen wollten, um Teil zu haben an dem Erlebnis Innenstadt. Derzeit, so meint der SPD-Stadtrat, gebe es für die jungen Leute die attraktiveren Einkaufsangebote im Gewerbegebiet. Das müsse anders werden. "Wir müssen vorwärts kommen", sagte Grabrucker. Er hoffe darauf, dass die Stadtpolitik dieses Projekt gemeinsam angehen werde.

Ein Schlagwort der SPD lautet Neuverteilung des öffentlichen Raums zugunsten von Fußgängern und Radlern. Kleinkunst könnte ihren Platz bekommen, zum Beispiel in Gestalt eines Klaviers, an dem jeder spielen könne. Oder Erholungs- und Erlebnisinseln. In Dorfen wird derzeit die Idee eines begehbaren Brunnens wiederbelebt, ähnliches sei auch in Erding denkbar, findet Grabrucker, zum Beispiel für die Fläche vor dem Eingang der Sparkasse am Schrannenplatz an der Friedrich-Fischer-Straße. Dass diese Fläche neu gestaltet werden soll, hatte OB Max Gotz (CSU) vor Jahren schon einmal gesagt, als es darum ging, dass der Abwasserzweckverband unterirdische Sanierungsarbeiten in diesem Bereich erledigen müsse. Sie sind nun bald abgeschlossen, die Zeit für eine oberirdische Belebung wäre demnach günstig.

Grabrucker sagte, die SPD habe ihre Ideen noch mit dem Netzwerk Ardeo absprechen wollen, deswegen sei die Gruppierung Erding Jetzt der SPD mit ihrem Vorstoß zur Belebung der Innenstadt zuvor gekommen. Wie Erding Jetzt und Ardeo lehnt auch die SPD zunächst eine Fußgängerzone ab. Zuvor, so sagte Grabrucker, müsse sowohl für mehr Attraktivität als auch für mehr Parkraum gesorgt werden. Die SPD ruft daher die Idee eines Parkhauses am alten Bauhof an der Lebzelter Straße in Erinnerung, ein in den vergangenen Jahren schon mehrmals diskutierter Vorschlag. Dazu schlägt die SPD noch die Einführung eines elektronischen Parkleitsystems mit Tafeln vor, auf denen der Autofahrer schnell ablesen kann, auf welchem Parkplatz und in welchem Parkhaus noch freie Plätze sind. Weitere Ideen sind eine Förderung von E-Lastenrädern zur Auslieferung von Waren im Stadtgebiet sowie die Sorge für eine noch bessere Atmosphäre mit jahreszeitlichen Dekorationen. Zum Beispiel Kirschbäume auf dem Schrannenplatz: In Bonn würde die Heerstraße mit ihren Kirschbäumen alljährlich zur Blüte Massen an Touristen anziehen, so Grabrucker.

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SZ vom 16.06.2021
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