Darauf, dass sich Erdings Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) demnächst einen neuen Job suchen muss, dürften wohl nicht einmal seine politischen Konkurrenten große Summen setzen: Die CSU ist im Landkreis die stärkste Kraft, bei der vergangenen Wahl im Jahr 2020 lag Bayerstorfer in 20 der 26 Kommunen vor seinem damaligen Herausforderer Hans Schreiner. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bayerstorfer nach den Kommunalwahlen im Landkreis Erding – von rund 140 580 Einwohnern sind circa 111 200 wahlberechtigt – seinen 24 Jahren als Landrat noch eine weitere Amtszeit hinzufügen kann, sind daher sehr groß.
Diesmal treten sein Stellvertreter Rainer Mehringer (Freie Wähler) und Christina Treffler von der ÖDP gegen ihn an. Die ÖDP hat im Landkreis ein Potenzial von fünf Prozent und Mehringer hat im Wahlkampf die CSU geschont und nur die AfD attackiert. Für den Landwirtschaftsmeister Bayerstorfer könnte es eine gemähte Wiese geben.
Auch die Wiederwahl des Erdinger Oberbürgermeisters Max Gotz (CSU), bislang 18 Jahre im Amt, scheint nicht ernsthaft gefährdet. Finanziell steht die Große Kreisstadt gut da und einen Dämpfer wie 2020 muss Gotz nicht fürchten. Damals hatte er mit 48,9 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit verpasst und musste gegen Petra Bauernfeind (Freie Wähler) in die Stichwahl, die dann Zweite Bürgermeisterin wurde. Die Ehrenrunde damals lag wohl auch am Bau eines umstrittenen Tunnels unter dem Rathaus für 1,1 Millionen Euro.
Am gefährlichsten könnte dem amtierenden Erdinger OB diesmal wieder Petra Bauernfeind werden, die es noch einmal wissen will. Weitere Kandidaten sind Gerhard Heilmaier für die Wählergruppe „Erding Jetzt“ und Alexander Beil für die AfD – beide bislang der Öffentlichkeit eher unbekannt. Für die SPD geht Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Leon Kozica ins Rennen. Die Grünen verzichten auf eine Kandidatur.
In Moosinning tritt gegen SPD-Bürgermeister Nagler nur ein Kandidat der AfD an
Eins dürfte bereits jetzt sicher sein: Die Stadt Erding wird den Leiter der Bauverwaltung verlieren. Anton Scherer, seit 2020 nebenberuflich Bürgermeister von Berglern (Bürgerliste Berglern), tritt ohne Gegenkandidaten erneut an – laut Gemeinderatsbeschluss ist der Bürgermeisterposten jetzt hauptamtlich.
In der Stadt Dorfen und in der Gemeinde Taufkirchen/Vils, den zweit- und drittgrößten Kommunen des Landkreises, sitzen die beiden CSU-Bürgermeister, Heinz Grundner in Dorfen sowie Stefan Haberl in Taufkirchen, nicht ganz so sicher im Sattel. Beide haben Gegenkandidaten, die einen unermüdlichen Wahlkampf geführt haben – Bernd Friedrich (SPD) in Taufkirchen und Claudius Siebert (ÜWG) in Dorfen.
In Dorfen kandidiert zudem auch noch Manuela Schulz (AfD), eine Stichwahl ist nicht auszuschließen. In Taufkirchen hört man den Vorwurf, Haberl kümmere sich mehr um Selbstdarstellung auf Instagram als um Kommunalpolitik. Zudem findet nach der Kommunalwahl ein Bürgerentscheid gegen ein geplantes Baugebiet statt – ein Denkzettel bei der Wahl wäre möglich.
Eine besondere Situation gibt es in Moosinning. 2020 gewann dort Georg Nagler von der SPD deutlich vor dem CSU-Bewerber. Nadler stellt sich zur Wiederwahl, die CSU verzichtet diesmal auf einen eigenen Bewerber. Einzige Gegenkandidatin von Nagler ist damit Gabriele Laue von der AfD.



