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Landratskandidat Hans Schreiner:"Integer und offen"

Freie Wähler, SPD und Grüne bündeln ihre Kräfte und schicken Hans Schreiner ins Rennen um den Sessel des Erdinger Landrats. Er gilt als integer, moderat und gesprächsbereit. Und die Basis? Sie ist zufrieden, zum Teil gar hocherfreut.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Basis von Freien Wählern, SPD und Grünen steht hinter dem gemeinsamen Kandidaten.

Mit der Nominierung des Bockhorner Bürgermeisters Hans Schreiner als gemeinsamen Landratskandidaten ist den Freien Wählern, der SPD und den Grünen ein Überraschungscoup gelungen. Es war zwar schon durchgedrungen, dass die drei Parteien bereits seit einiger Zeit an einem Bündnis schmiedeten. Doch wen sie gegen Amtsinhaber Martin Bayerstorfer (CSU) ins Rennen schicken werden, blieb bis zuletzt ein gut gehütetes Geheimnis. Die Reaktionen nach Schreiners Kür fallen durchweg positiv aus.

Petra Bauernfeind (FW), die nicht wenige in der CSU als die vermeintliche gemeinsame Kandidatin gesehen hatten, freut sich über die gelungene Überraschung. Sie selbst sei "überhaupt nie im Gespräch gewesen" und empfinde Schreiner als optimale Wahl: "Ich finde ihn persönlich supernett und mag ihn richtig gern." Er verkörpere, was für einen gemeinsamen Kandidaten entscheidend sei: "Er hat klare eigene Positionen, ist aber auch bereit, sich andere Positionen anzuhören, darüber zu reden oder sie auch einfach mal stehen zu lassen."

Auch Karlheinz Reingruber, Gemeinderat der Grünen in Fraunberg, ist überzeugt, dass Schreiner der Richtige ist: "Ich kenne ihn als Mensch, er ist sehr zugänglich und offen, das Gegenteil von Bayerstorfer. Ich denke, dass er mehr als nur eine theoretische Chance hat. Wenn sich die drei größeren Fraktionen zusammenschließen, um einen gemeinsamen Gegenkandidaten aufzustellen, dann hat dies eine klare Botschaft für den Bürger. Leider kann er nur eine Periode Landrat sein, wenn er gewählt wird."

Stefan Gentschew vom Ortsverband der Grünen in Ottenhofen sieht Schreiner ebenfalls als geeigneten Kandidaten: "Die Basis kann damit sehr zufrieden sein, auch wenn wir uns als vielleicht zweitstärkste Fraktion im nächsten Kreistag vielleicht einen eigenen grünen Kandidaten vorstellen konnten. Aber Schreiner ist, soweit ich ihn kenne, einer, der überparteilich ist und auf alle Parteien zugehen kann."

Manfred Slawny, Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Taufkirchen, erklärt, es sei "nicht komplett unverständlich, dass man die Kräfte besser bündeln" wolle. Er glaube, dass es viele in der CSU-Wählerschaft gebe, die nicht mehr hinter Landrat Bayerstorfer stünden. In Hans Schreiner habe man einen moderaten, bürgerlichen Kandidaten mit einer angenehmen Art, der gute Chancen habe, die Wahl zu gewinnen. Programmatisch werde man wohl den Wohnungsbau auf kommunaler und Landkreisebene ankurbeln und das im Wahlkampf auch vertreten. Slawny sagte, er habe aber auch die Hoffnung, dass man mit einem neuen Landrat wieder einen besseren Draht zu den Sozialverbänden bekommen werde. Bayerstorfer habe gezeigt, dass er Probleme habe, wenn das Frauenhaus oder die Caritas nicht so spure, wie er sich das vorstelle.

"Ich persönlich kenne Herrn Schreiner nicht, aber es war grundsätzlich eine gute Entscheidung, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen", sagt Monika Wenger, Gemeinderätin der Grünen in Wörth. Was sie bisher von ihm gehört habe, sei positiv. Außerdem habe man jetzt Zeit, ihn den Wählern bekannter zu machen. Mit einem gemeinsamen Kandidaten bestehe ihrer Ansicht nach eine echte Chance, dass ein Wechsel vollzogen werde. Es sei an der Zeit, dass der Posten des Landrats mit einem Nicht-CSUler besetzt werde.

Auch Ernst Giller, SPD-Stadtrat in Dorfen, kennt Schreiner bisher kaum. Doch er findet es "sehr begrüßenswert, dass man einen Kandidaten gefunden hat, der die drei Parteien vertreten kann". Offensichtlich sei Schreiner einer, mit dem man vernünftig zusammenarbeiten könne, sagt Giller. "Ich vertraue da meinen Leuten im Kreistag, die ihn schon länger kennen". Dass die Sozialdemokraten einen Freien Wähler mittragen, sei in diesem Fall kein Problem für ihn: "Wir werden unsere eigene Positionen auch weiterhin klar vertreten können, ich sehe da überhaupt keinen Widerspruch."

Rainer Mehringer, der 2014 für die Freien Wähler als Landratskandidat ins Rennen gegangen ist, räumt "parteipolitischen Debatten auf der kommunalen Ebene" nur geringes Gewicht ein. Es gehe in der Kreispolitik in erster Linie um Sachthemen. Da die Kommunalwahlen zudem Persönlichkeitswahlen seien, räume er Hans Schreiner "als vollkommen integerem Menschen von tadellosem Ruf" gute Chancen ein, "dass Rennen zu machen".