KlimaschutzCO₂-Ausstoß sinkt deutlich

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Wasserkraftwerke wie in Eitting am Mittleren-Isar-Kanal spielen eine wichtige Rolle im Klimaschutzatlas des Landkreises Erding. Die drei Kraftwerke im Landkreis Erding haben im vergangenen Jahr 300000 Megawattstunden Strom erzeugt. Mit 42 Prozent produzieren sie den größten Anteil am regenerativen Strom im Landkreis Erding.
Wasserkraftwerke wie in Eitting am Mittleren-Isar-Kanal spielen eine wichtige Rolle im Klimaschutzatlas des Landkreises Erding. Die drei Kraftwerke im Landkreis Erding haben im vergangenen Jahr 300000 Megawattstunden Strom erzeugt. Mit 42 Prozent produzieren sie den größten Anteil am regenerativen Strom im Landkreis Erding. (Foto: Rolf Sturm; Uniper Kraftwerke GmbH (privat))
  • Der Landkreis Erding erzeugt mittlerweile 152 Prozent seines Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien, wobei Wasserkraft mit 42 Prozent den größten Anteil stellt.
  • Die CO₂-Bilanz pro Kopf sank von 4,4 Tonnen im Jahr 2018 auf 3,4 Tonnen, bei Neuzulassungen überholen Hybrid- und E-Autos mit 53 Prozent die Verbrenner.
  • Die Zahl der Photovoltaik-Anlagen hat sich seit 2018 fast verdoppelt, während der CO₂-Ausstoß durch Heizöl und Erdgas um 22 Prozent zurückging.
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Der Landkreis Erding legt eine aktuelle Dokumentation zur CO₂-Bilanz vor: Strom- und Wärmeverbrauch gehen deutlich zurück, Hybrid- und E-Autos überholen Verbrenner bei Neuzulassungen

Von Thomas Daller, Erding

Der Ausbau der erneuerbaren Energien, der Umstieg auf Fernwärme und Wärmepumpen sowie auf E-Autos statt Verbrenner machen im Landkreis Erding große Fortschritte, das zeigt der aktuelle Klimaschutzatlas für den Landkreis. Insgesamt entspricht die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mittlerweile 152 Prozent des Stromverbrauchs im Landkreis Erding. Verglichen mit den Zahlen aus dem Jahr 2020 ist der Anteil von Fernwärme und Wärmepumpen um 13 Prozent gestiegen, der CO₂-Ausstoß durch Heizöl und Erdgasheizungen ist um 22 Prozent zurückgegangen. Auch bei der Mobilität tut sich einiges: 2020 wurden nur 305 E-Autos und 838 Hybridfahrzeuge zugelassen, 2024 bereits 632 rein elektrische Fahrzeuge neu zugelassen und 1342 Hybridfahrzeuge. Ihr Anteil liegt mittlerweile bei 53 Prozent, damit haben sie die Verbrenner überholt.

Bei der CO₂-Gesamtbilanz pro Kopf ist den Bürgern im Landkreis ein großer Schritt gelungen: Sie wird ermittelt durch die energiebedingten CO₂-Emissionen in Höhe von 681 000 Tonnen, von denen die durch regenerative Erzeugung im Landkreis Erding vermiedenen CO₂-Emissionen in Höhe von 198 000 Tonnen abgezogen werden. Daraus resultiert eine Pro-Kopf-Bilanz im Landkreis Erding von 3,4 Tonnen. Diese lag 2018 noch bei 4,4 Tonnen, also bereits eine Tonne weniger pro Kopf innerhalb von nur sechs Jahren.

Bis 2025 soll der CO₂-Ausstoß um weitere 42 Prozent sinken

Um das im Klimaschutzatlas 2020 festgelegte Ziel von maximal drei Tonnen CO₂ pro Einwohner im Jahr 2030 zu erreichen, sind weitere Verbesserungen erforderlich. Laut den Zielen der Bayerischen Staatsregierung aus dem bayerischen Klimaschutzprogramm 2050 soll bis zum Jahr 2050 der CO₂-Ausstoß der Einwohner weniger als zwei Tonnen betragen. Das entspricht einer weiteren Reduzierung um etwa 42 Prozent der jetzigen CO₂-Bilanz in den nächsten 25 Jahren. Der Landkreis Erding ist dabei auf einem guten Weg.

Die Wasserkraft hat mit einer Erzeugung von knapp 300000 Megawattstunden im Jahr 2024 mit 42 Prozent den größten Anteil an der regenerativen Stromerzeugung im Landkreis Erding. Seit 2018 steigt die Anlagenzahl um sechs auf 65, darunter die drei großen Wasserkraftwerke am Mittleren Isarkanal mit rund 97 Prozent Anteil an der Wasserkraft. Die 2024 erzeugte Strommenge dieser drei Wasserkraftwerke wurde zu 43 Prozent ins öffentliche Stromnetz des Bayernwerks eingespeist und zu 57 Prozent ins Netz der Deutschen Bahn.

Die Zahl der PV-Anlagen hat sich seit 2018 fast verdoppelt, die PV-Stromproduktion seit 2010 in etwa verdreifacht

Im Vergleich zum ersten Klimaschutzatlas mit Datenlage 2018 konnte die regenerative Stromerzeugung um etwa neun Prozent gesteigert werden, was etwa 56000 Megawattstunden entspricht. Den größten Anteil daran hatte die Photovoltaik, bei der sich die Anlagenzahl seit 2018 von 6521 auf 12753 fast verdoppelt und sich die jährliche Stromproduktion um knapp 42000 Megawattstunden erhöht hat. Seit 2010 ist die Stromproduktion aus Photovoltaik in etwa um das Dreifache gewachsen.

Die Stromproduktion aus Biomasse beziehungsweise Biogas ist seit 2018 um knapp zwölf Prozent gestiegen, was etwa 24500 Megawattstunden entspricht. Laut Energieatlas Bayern sind derzeit rund 100 Biogasanlagen im Landkreis Erding vorhanden. Den geringsten Anteil an der erneuerbaren Stromerzeugung im Landkreis hat die Windkraft mit 17 Megawattstunden aus zehn Anlagen, wobei es sich dabei ausschließlich um Klein-Windanlagen mit weniger als 100 Kilowatt Leistung handelt.

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Der Vergleich der Landkreisgemeinden beim Stromverbrauch zeigt die Abhängigkeit vom Vorhandensein energieintensiver ortsansässiger Industrie- und Gewerbebetriebe. So betrug der Stromverbrauch der großen Kreisstadt Erding 2024 etwa 184000 Megawattstunden, was etwa 40 Prozent des Gesamtstromverbrauchs im Landkreis entspricht. Für rund 73 Prozent des Stromverbrauchs in der Stadt Erding sind dabei Industrie und Gewerbe verantwortlich.

Eine wichtige Rolle bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien spielt die Wasserkraft am Mittleren Isarkanal

Bereits 19 der 26 Gemeinden im Landkreis erzeugen mehr Strom aus erneuerbaren Energien, als sie verbrauchen. Dabei beeinflussen die drei Wasserkraftwerke am Mittleren Isarkanal die Ergebnisse in Finsing, Oberding und Eitting deutlich. Finsing liegt bei einem Deckungsanteil von 773 Prozent, Oberding bei 333 Prozent und Eitting bei 391 Prozent. Doch ein hoher Deckungsgrad geht auch ohne Unterstützung der Wasserkraft, das zeigen beispielsweise die beiden Holzlandgemeinden Hohenpolding mit 463 Prozent und Kirchberg mit 202 Prozent. Dort spielen sowohl Biogaskraftwerke als auch Photovoltaik die zentrale Rolle. Aber auch Langenpreising mit 417 Prozent, Lengdorf mit 324 Prozent oder die Stadt Dorfen mit 218 Prozent profitieren von diesem Energiemix.

Schlusslicht beim Deckungsgrad Strom aus erneuerbaren Energien ist die Stadt Erding mit zwölf Prozent. Das macht Erding aber bei der Wärme mit der Fernwärme aus der Geothermie wieder wett. Die Heizwerke erreichen einen Gesamtanschlusswert von 75 Megawatt, das entspricht 15 Prozent des Erdinger Wärmebedarfs. Der Ertrag aus der geothermischen Förderung entspricht einer jährlichen Brennstoffmenge von sieben Millionen Litern Heizöl, deren Verbrennung und Verbrauch in Erding vermieden wird. Darüber hinaus werden rund 14 500 Tonnen CO₂-Emissionen jährlich kompensiert.

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