WasserschadenKita-Rohbau muss komplett abgerissen und neu errichtet werden

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Dieses  Bild von der Baustelle am Ludwig-Simmet-Anger stammt vom April. Seither hat sich auf dem Areal in Erding nichts mehr getan.
Dieses  Bild von der Baustelle am Ludwig-Simmet-Anger stammt vom April. Seither hat sich auf dem Areal in Erding nichts mehr getan. Renate Schmidt
  • Die im Bau befindliche Kita am Ludwig-Simmet-Anger in Erding muss nach einem Wasserschaden im November komplett abgerissen und neu gebaut werden.
  • Wasser war in die Holzkonstruktion eingedrungen und hat tragende Wände beschädigt, sodass die Standsicherheit nicht mehr garantiert werden kann.
  • Oberbürgermeister Gotz geht nun von einer Fertigstellung Mitte 2028 aus, die ursprünglich für September geplante Eröffnung verzögert sich erheblich.
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Der Neubau am Ludwig-Simmet-Anger in Erding sollte eigentlich im September öffnen, jetzt muss die Stadt wieder bei Null anfangen. Im Herbst war nach schweren Regenfällen Wasser in die Holzkonstruktion eingedrungen.

Von Regina Bluhme, Erding

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Die bereits im Bau befindliche Kindertagesstätte am Ludwig-Simmet-Anger in Erding muss wieder abgerissen und komplett neu gebaut werden. Nach schweren Regenfällen im November war Wasser in das Gebäude in Holzbauweise eingedrungen. Seit mehreren Monaten läuft ein Mediationsverfahren zwischen Stadt, Architekt, Gutachter und beteiligten Firmen. Untersuchungen hätten ergeben, „dass außer der Dachkonstruktion auch tragende Wände in Mitleidenschaft gezogen wurden und damit die Standsicherheit des Bauwerks nicht mehr zu 100 Prozent garantiert werden konnte“, heißt es nun in einer Pressemitteilung der Stadt.

„Wenn es um Kinder geht, dann müssen wir auf Nummer sicher gehen“, erklärt Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) auf SZ-Nachfrage. Neben den offensichtlichen Schäden könnten weder Gutachter noch Baufirmen garantieren, „ob sich später nicht doch noch Klebestoffe lösen oder sich Fäulnis entwickelt“.  Die Sicherheit stehe an erster Stelle, Kosten dürften keine Rolle spielen.  Also: „Augen zu und durch“ – und damit: Abbruch des künftigen Kinderhauses und so schnell wie möglich ein kompletter Neubau.

Dabei hatte Gotz hat zuvor wiederholt auf einen zügigen Baufortschritt gedrängt, sowohl wegen des steigenden Bedarfs an Kita‑Plätzen in Erding als auch wegen des von Herbst an geltenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Das neue Kinderhaus am Ludwig-Simmet-Anger – die 21. Kita in der Großen Kreisstadt –  soll Platz bieten für vier Kindergarten- und drei Krippengruppen sowie eine gemeinsame Mensa mit der benachbarten Grundschule. Sie hätte diesen September in Betrieb gehen sollen. Dass die Stadt jetzt wieder bei Null anfangen müsse, sei „mehr als bedauerlich“, so der OB.

Für die Mittagsbetreuung hat sich unterdessen eine Alternative gefunden. Bis das Kinderhaus bezogen werden kann, werden die Schulkinder weiter in der Grundschule verpflegt. Die drei Kita-Gruppen, die aktuell am Lodererplatz als Interimslösung untergebracht sind und die im September ins Kinderhaus am Ludwig-Simmet-Anger übersiedeln sollten, können vorerst im Gebäude bleiben.

Freilich gehen jetzt die zusätzlichen Kita-Plätze des geplanten Neubaus am Ludwig-Simmet-Anger ab. Der städtische Pressesprecher Christian Wanninger geht aktuell davon aus, dass die Stadt zum neuen Kindergartenjahr ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stellen könne. In der Vergangenheit sei es gelungen, jedem Kind ein Angebot zu machen, auch wenn es nicht immer mit der von den Eltern favorisierten Einrichtung geklappt habe.

Das Modell des Siegerentwurfs für den Neubau von Kinderhaus und Mensa am Ludwig-Simmet-Anger. Gleich nebenan befindet sich die Grundschule. 
Das Modell des Siegerentwurfs für den Neubau von Kinderhaus und Mensa am Ludwig-Simmet-Anger. Gleich nebenan befindet sich die Grundschule.  Renate Schmidt
„Es ist mehr als bedauerlich“, sagt der Erdinger Oberbürgermeister Max Gotz.
„Es ist mehr als bedauerlich“, sagt der Erdinger Oberbürgermeister Max Gotz. Stephan Görlich

Aufgrund der neuen Entwicklung geht der Erdinger Oberbürgermeister jetzt von einer Fertigstellung des Kinderhauses Mitte 2028 aus. Unterdessen läuft das Mediationsverfahren weiter, „um schwierige rechtliche Fragen zu klären“, so die Stadt. Auf ein Gerichtsverfahren will Erding verzichten. „Langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen bringen uns auch nicht weiter und kosten sehr viel Zeit, obwohl wir die Betreuungsplätze und die Mensa dringend brauchen“, so Gotz.

Feststehen dürfte, dass die ursprünglichen Kosten von rund 15,5 Millionen Euro überschritten werden, unter anderem wegen zusätzlicher Ausgaben für die Schadensbeseitigung sowie damit verbundene Nebenkosten für weitere Gutachter und Fachplaner. Der Auftrag für die Abrissarbeiten sei bereits raus, ist bei der Pressestelle zu erfahren.

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