Schreck für Stadt und Eltern: Das neue Kinderhaus am Ludwig‑Simmet‑Anger in Erding öffnet nicht wie geplant zum September. Ein massiver Wasserschaden im Rohbau verschiebt den Start auf unbestimmte Zeit. In dem Gebäude sollen vier Kindergarten‑ und drei Krippengruppen sowie eine Mensa untergebracht werden.
Laut einem Gutachten sind die Schäden an dem Holzrohbau „sehr massiv“, teilt die Stadtverwaltung mit. Weitere Sanierungsmaßnahmen würden derzeit geprüft. Um den Bau nicht weiter zu verzögern, habe sich Erding gegen eine womöglich langwierige gerichtliche Auseinandersetzung entschieden.
Seit Mitte März läuft stattdessen ein Mediationsverfahren, um gemeinsam mit allen beteiligten Firmen, Versicherungen und deren Rechtsbeiständen an einer „außergerichtlichen und konstruktiven Lösung“ zu arbeiten. Eine Nachfrage zu Ursachen und Ausmaß des Schadens ließ die Stadtverwaltung unbeantwortet – im Rahmen der Mediation sei Stillschweigen vereinbart worden.
Erdings Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) hat wiederholt auf den erheblichen Zeitdruck hingewiesen, unter dem die Kommunen stehen – sowohl wegen des steigenden Bedarfs an Kita‑Plätzen als auch wegen des ab Herbst 2026 geltenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler. Das neue Kinderhaus am Ludwig-Simmet-Anger – die 21. Kita in der Großen Kreisstadt – bietet Platz für vier Kindergarten- und drei Krippengruppen und enthält eine gemeinsame Mensa mit der benachbarten Grundschule.
„Wir werden das hinbekommen“, sagt Bartholomäus Aiglstorfer, mit Blick auf den Wasserschaden. Er ist Leiter des Erdinger Kulturamts und damit auch zuständig für Kinderbetreuung. Beim Thema Mensa habe sich eine Lösung gefunden: Bis zur Inbetriebnahme des neuen Kinderhauses werden die Schülerinnen und Schüler weiterhin in der benachbarten Grundschule versorgt.
Der Eröffnungstermin verschiebt sich laut Stadt „bis ins kommende Jahr“
Auch für die Kinder der Kita am Lodererplatz, die dort als Interimslösung untergebracht ist und die im September ins Kinderhaus am Ludwig-Simmet-Anger übersiedeln sollten, hat Aiglstorfer gute Nachrichten. Die drei Gruppen können vorerst im Gebäude am Lodererplatz bleiben. Neuaufnahmen seien dort allerdings nicht möglich, schränkt er ein. Insgesamt zeigt sich Aiglstorfer zuversichtlich. Bislang habe die Stadt ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stellen können. Ein wichtiges Element sei dabei das Anmeldeportal „Little Bird“.
Wann das Kinderhaus am Ludwig-Simmet-Anger seine Pforten öffnen kann, ist derzeit nicht absehbar. Der Termin verzögere sich „bis ins kommende Jahr“, teilt die Stadt mit. Nach Angaben der Verwaltung dürfte zudem feststehen, dass die ursprünglichen Kosten von rund 15,5 Millionen Euro überschritten werden. Grund seien zusätzliche Ausgaben für die Schadensbeseitigung sowie damit verbundene Nebenkosten – etwa für Gutachter, Fachplaner, Trocknungsmaßnahmen oder die Lagerung von Baustoffen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei die Gesamtsumme „nicht final zu kalkulieren“.

