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Erding:Kein Zug nach München

VCD Deutschland kritisiert Pläne für S-Bahn-Ringschluss

Es gibt viel zu kritisieren an den Plänen für den Erdinger S-Bahn-Ringschluss, zumindest aus Sicht des Kreisverbandes Erding des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Der VCD hat Einwendungen im Planfeststellungsverfahren erhoben. Für einen der größten Fehler hält es der VCD demnach, "dass Regionalzüge zwar halten in Richtung Flughafen und Dorfen-Mühldorf, nicht aber in Richtung München". Erding sei bereits jetzt "die einzige Kreisstadt im Umfeld von München ohne direkte Zugverbindung" in die Landeshauptstadt. Von Dachau käme man in zwölf Minuten zum Hauptbahnhof und von Freising in 23 Minuten. Von Erding zuckle die S-Bahnen in 41 Minuten zum Ostbahnhof. Auch den Standort des neuen Erdinger Bahnhofs hält der VCD städtebaulich für "eher ungünstig".

Kritisch sieht der VCD auch die Walpertskirchner Spange, die "massiv das FFH-Gebiet Strogen beeinträchtigt und teils zerstört", wie der VCD-Vorsitzende Alfred Schreiber schreibt. Der VCD bemängelt außerdem, dass ein zweigleisiger Ausbau zwischen Erding und Markt Schwaben weiterhin nicht geplant sei. Zudem würden demnach die von 2026 an geplanten sehr langen S-Bahn-Züge Erding nicht anfahren können, weil die Bahnsteige zu kurz seien. Positiv sei der vorgesehene Tunnel, "weil die Stadt Erding nicht in zwei Teile zerschnitten wird". Allerdings ist er nach Auffassung des VCD zu kurz. Der VCD fordert die Verlängerung des Tunnels, um den Bahnübergang bei der Feuerwehr in Altenerding zu beseitigen. Kritisch sieht man auch, dass der neue Bahnhof "an der engsten Stelle der Kurve entstehen soll", dadurch entstehe ein gefährlicher Spalt von bis zu vierzig Zentimeter. Es sei nicht verantwortbar, bei einem Neubau eines Bahnhofs solch ein Sicherheitsrisiko einzubauen. Der VCD fordert daher eine vollständige Überplanung der Bahnhofspläne.

© SZ vom 17.10.2020 / sz

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