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Erding:Intensive Arbeit am Ringschluss

Die Pläne für den Abschnitt vom Flughafen bis zur Stadtgrenze befinden sich in der Endabstimmung. Über die Tieferlegung der Gleise wird allerdings noch verhandelt

Von Florian Tempel

Noch nicht geklärt ist die Gleisführung der S-Bahn durch Erding. Hier passiert ein Zug den Firmenkomplex des Unternehmens Amadeus

(Foto: Peter Bauersachs)

Der S-Bahn-Ringschluss zwischen dem Flughafen München und Erding rückt Schritt für Schritt in greifbare Nähe. Die Deutsche Bahn AG will "noch in diesen Tagen", so ein Bahnsprecher, die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für den Abschnitt vom Flughafen bis zur Erdinger Stadtgrenze beim Eisenbahnbundesamt beantragen. Der weitere Streckenverlauf des Ringschlusses auf Erdinger Stadtgebiet ist in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste umfasst das Stück von der Kreisstraße ED 19 Richtung Eitting bis zum Fliegerhorstgelände und den dort geplanten neuen Bahnhof. Die Pläne hierfür sind bereits in der Endabstimmung und können wohl schon in wenigen Wochen ebenfalls an das Eisenbahnbundesamt übergeben werden.

"Wir sind uns mit den Planern des Innenministeriums weitgehend einig", sagte der Erdinger Stadtplaner Wilhelm Wagner. "Wir reden schon darüber, wie die Handläufe an den Treppen zum Busbahnhof aussehen sollen." Keine Einigung gibt es bislang für den zweiten Abschnitt südlich des neuen Bahnhofs bis nach Aufhausen. Die gewünschten Tieferlegung der Gleise in Erding muss noch verhandelt werden. Die Stadt hat sich bereits mit Kostenberechnungen durch ein unabhängiges Ingenieurbüro dafür gewappnet. "Wir müssen ja wissen, um wie viel Geld es geht", so Wagner.

Für die etwa 7,5 Kilometer zwischen dem Flughafen und der Stadtgrenze Erding an der Kreisstraße ED 19 sind die Pläne vollständig fertig. Das seit einigen Monaten auch für Verkehrsprojekte zuständige bayerische Innenministerium hat sie bereits vollständig an die Bahn übergeben. Die Planunterlagen wurden im Auftrag des Freistaats von Ingenieurbüros ausgearbeitet. Die Bahn übernimmt nun die fertigen Pläne und tritt fortan als sogenannter Vorhabensträger beim Eisenbahnbundesamt auf. Die Dienstleistung der Bahn, den Ringschluss durchs Planfeststellungsverfahren zu bringen, wird in einem Vertrag zwischen Freistaat und Bahn besiegelt. Sobald der in den kommenden Tagen unterzeichnet ist, müssen Bahnmitarbeiter erst einmal nur die vielen Aktenordner voller Planunterlagen beim Eisenbahnbundesamt abgeben.

Dieses prüft dann die Akten auf ihre Vollständigkeit. Danach gehen die Unterlagen weiter an die Regierung von Oberbayern, die das Anhörungsverfahren leitet. Erst in diese Phase erhalten die betroffenen Gemeinden die Pläne zur Einsicht und öffentlichen Auslegung. Die Bezirksregierung sammelt zudem die Stellungnahmen von Behörden und Institutionen, die Einwände von Bürgern und veranstaltet womöglich einen Erörterungstermin. Es wird also noch einige Monate dauern, bis man die fertigen Pläne für den Ringschluss einsehen und diskutieren kann. Zwischen dem Flughafen und Erding ist nur die S-Bahnstation "Schwaigerloh" in der Nähe des großen Gewerbegebiets Schwaig geplant.

Nach der Anhörungsphase schickt die Regierung von Oberbayern einen Abschlussbericht an das Eisenbahnbundesamt, das dann wieder in Aktion tritt und nach weiteren Bewertungen den Planfeststellungsbeschluss fasst. Gegen diesen kann gegebenenfalls geklagt werden. Alles in allem wird es mehrere Jahre dauern, bis die Bauarbeiten beginnen könnten.

Da die Pläne für den weiteren Abschnitt von der Stadtgrenze inklusive neuem Bahnhof den Erdinger Wünschen entsprechen - wesentlich ist dabei der Gleistunnel unter der Alten Römerstraße -, wird auch für den bald das Planfeststellungsverfahren beginnen können. Weiter südlich ist die Lage anders. Die Planer des Staats sagen, es sei nicht nötig, die beschrankten Übergänge an der Haager Straße und in Altenerding zu beseitigen, da sich durch digitale Technik die Schrankenschließzeiten später nicht ändern würden.

Die Stadt lässt nun in einem Gutachten überprüfen, ob das stimmt. Außerdem hat Erding durchrechnen lassen, was Gleistunnel kosten würden. Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) vertritt hartnäckig die Auffassung, der Staat müsse die Kosten dafür übernehmen. Selbst wenn es aus Verkehrsgründen nicht nötig wäre, sei es aus städtebaulicher Sicht notwendig, die Gleise unter der Erde verschwinden zu lassen.

© SZ vom 27.03.2014
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