Erding Hohe Kosten trüben die Vorfreude

Abwasserzweckverband Erdinger Moos feiert Richtfest - In einem Jahr zieht die Geschäftsstelle in einen Neubau nach Eitting.

Von Philipp Schmitt

Wenn alles nach Plan läuft, wird in einem Jahr die Geschäftsstelle des Abwasserzweckverbands Erdinger Moos (AZV) von Altenerding nach Eitting verlegt. Am Mittwoch wurde Richtfest gefeiert in dem Rohbau, den der Dorfener Architekten Gernot Vallentin konzipiert hatte. Die Kosten werden entgegen der Planung von 3,2 auf 3,9 Millionen Euro steigen. 25 Mitarbeiter des AZV sollen dort eine leistungsfähige und kundenfreundliche Verwaltung gewährleisten. Die Kostensteigerung führt der AZV vor allem auf Preissteigerungen aufgrund der boomenden Konjunktur zurück, darüber hatte der Verbandsausschuss vor dem Richtfest diskutiert.

Vorfreude auf das neue Haus beim Richtfest: (von links) Geschäftsleiter Peter Maier, Technischer- und Projektleiter Michael Wrobel, Verbandsvorsitzender Herbert Knur, Max Gotz und Architekt Gernot Vallentin.Schmidt

(Foto: Renate Schmidt)

Die Verlagerung der Geschäftsstelle nach Eitting ist eine in die Zukunft reichende und kluge Entscheidung", sagte der Verbandsvorsitzende Herbert Knur beim Richtfest. Durch den Neubau werde sich zwar an den wirtschaftlichen Rahmendaten des AZV nichts ändern, allerdings soll durch den Standortwechsel eine engere Verzahnung von Verwaltung und Technik erreicht und Arbeitsläufe effizienter gestaltet werden.

Knur wies darauf hin, dass die Kosten für den Neubau ohne Gebühren- und Beitragserhöhungen finanziert werden. Die Ausgaben seien im Haushalt 2012 und in der Finanzplanung 2013 "bereits abgebildet". Er hoffe, dass es bei den noch anstehenden Vergaben "keine negativen Überraschungen mehr geben wird". Kostensteigerungen seien immer unangenehm, er bitte aber um eine gerechte Beurteilung.

Denn die trotz Sparmaßnahmen und Streichungen zu erwartenden höheren Kosten seien nicht durch nachträgliche Planänderungen und schon gar nicht "durch einen mir fremden Pomp" veranlasst. Sie seien ausschließlich durch die Verfeinerung der Planung und auf dem Bausektor entstanden. Knur bedankte sich beim Erdinger Bürgermeister Max Gotz (CSU) dafür, dass bei der Entscheidung für den Umzug fachliche und betriebswirtschaftliche Erwägungen und nicht Interessen der Stadt und "emotionale Belastungen" den Ausschlag gegeben hätten: "Das war nicht selbstverständlich, aber eine kluge Entscheidung, auch wenn nicht alle Mitarbeiter meine Freude über den Neubau teilen."

Gotz, der am Mittwoch auch Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) vertrat, fügte an, der AZV habe Weichen für eine effiziente Verwaltung in einem modernen Klärwerk gestellt. "Die Erwartungen an die Verwaltung sind hoch, mit dem Neubau werden hervorragende Voraussetzungen für eine leistungsfähige Geschäftsstelle geschaffen." Gotz würdigte die Leistungen des seit 20 Jahren als Verbandschef agierenden Knur und dessen Team.

Im Hinblick auf die Kosten hatte Gotz während der Sitzung beim Architekten-Team nachgefragt und "Transparenz für die Öffentlichkeit" gefordert. Der Entwurf habe auch wegen der relativ niedrigen Kosten den Vorzug erhalten. Architekt Gernot Vallentin sagte, die Kostensteigerungen seien mit den nach oben geschnellten Preisen für hochenergieeffiziente Bauteile zu begründen. Das Gebäude sei trotz der höheren Kosten "nicht überteuert". Der Neubau werde wie die FOS/BOS in Passivbauweise "mit vielen Rundungen und sehr hohem energetischem Standard" errichtet. Die Geschäftsstelle werde alle Erwartungen im Hinblick auf Funktionalität erfüllen.

Dem 1976 gegründeten AZV gehören 13 Gemeinden aus den Landkreisen Erding und Ebersberg und der Flughafen an. Für den AZV arbeiten 70 Mitarbeiter, seit 1976 wurden 256 Millionen Euro in Anlagewerte investiert und 385 Kilometer Kanäle und 97 Sonderbauwerke gebaut, der Kanal-Anschlussgrad liegt bei 94 Prozent. (www.azv-em.de).