Pandemie:Starker Anstieg von Corona-Infektionen nach Erdinger Herbstfest

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Pandemie: Auf dem Erdinger Herbstfest 2022 kamen viele Menschen zusammen. Nun ist die Sieben-Tage-Inzidenz des Landkreises die vierthöchste in Deutschland.

Auf dem Erdinger Herbstfest 2022 kamen viele Menschen zusammen. Nun ist die Sieben-Tage-Inzidenz des Landkreises die vierthöchste in Deutschland.

(Foto: Stephan Görlich)

Der Landkreis weist am Dienstag die vierthöchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland auf. Auf den drei Plätzen davor stehen jeweils Städte und Landkreise, in denen fast zeitgleich ebenfalls große Volksfeste stattfanden.

Von Niklas Behnke, Erding

Abensberg, Worms, Rosenheim und Erding haben zwei Dinge gemeinsam. In allen vier Städten fanden kürzlich große Volksfeste statt und in der Folge sind die Sieben-Tage-Inzidenzen steil nach oben gegangen. Nun teilen sich die vier betroffenen Landkreise respektive Städte die Plätze eins bis vier im Corona-Inzidenz-Ranking des Robert-Koch-Instituts (RKI). Kurz vor Beginn des Oktoberfests in München zeigt sich eindeutig, dass ein großes Volksfest ohne einen anschließenden Anstieg der Corona-Zahlen in der Region kaum möglich ist.

"Das Herbstfest hat nicht zur Entspannung beigetragen."

Die diesjährige bayerische Volksfest-Saison wurde von vielen nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause herbeigesehnt. Auch die Veranstalter freuen sich, endlich wieder für Volksfeststimmung sorgen zu können. In Erding wurde das Herbstfest 2022 als klarer Erfolg wahrgenommen, auch wenn die Besucherzahlen nicht das Niveau vor der Pandemie erreichten. Ein ganz anderer Trend weist jedoch klar nach oben: die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Erding ist laut dem RKI von 213,8 am 4. September, dem letzten Festtag, auf 517,7 an diesem Dienstag, 13. September, angestiegen. Deutschlandweit war hingegen ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Eine ganz ähnliche Entwicklung gab es auch nach dem Gillamoos im Landkreis Kelheim, dem Wormser Backfischfest und dem Herbstfest in Rosenheim.

In den vergangenen sieben Tagen wurden beim Robert-Koch-Institut 719 Corona-Infizierte im Landkreis Erding registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der Corona-Fällen im Landkreis seit Beginn der Pandemie auf 68.706. Laut dem Landratsamt befinden sich aktuell 13 Corona-Erkrankte im Klinikum Erding, drei von ihnen in intensivmedizinischer Behandlung. Die Anzahl der Todesfälle hat sich in den vergangenen zwei Wochen nicht verändert. Laut Tobias Ochsner von der Rathaus-Apotheke in Erding, die Corona-Tests durchführt, habe die Anzahl an Tests über die Sommerferien abgenommen und würde nun wieder steigen. Im Vergleich zu der Zeit, als es noch kostenlose Tests gab, würden sich aber deutlich weniger Menschen testen.

Rainald Kaube, Krankenhauskoordinator für die Landkreise Ebersberg, Erding und Freising, sieht in den steigenden Infektionszahlen hauptsächlich das Problem, dass sich Krankenhauspersonal infiziert und somit fehlen würde: "Das Herbstfest hat nicht zur Entspannung beigetragen." Im Gegensatz zu den ersten Corona-Wellen habe man nun jedoch nicht das Problem, dass die Zahl der Intensivpatienten stark zunehme. Die meisten Corona-Infizierten seien nicht wegen, sondern mit Corona-Erkrankung im Krankenhaus. Voll seien die Kliniken aber dennoch. Fehlendes Krankenhauspersonal "wegen krankheitsbedingter Ausfälle" könne im Herbst zu einem Problem werden, sagt Kaube, doch lasse sich dies wegen der Ungewissheit über die dann vorherrschende Virus-Variante nicht so leicht vorhersagen. "Wir gehen davon aus, dass es schlimmer wird." Auch die Fallzahlen könnten wieder steigen, doch man sei dafür "gerüstet". Allerdings könne es sein, dass man dann mit längeren Wartezeiten oder Verschiebungen von Operationen rechnen müsse.

Die Münchner Wiesn kann auch das Erdinger Krankenhaus betreffen

Kaube sieht noch ein mögliches Problem: Das Oktoberfest kann dazu führen, dass sich in Münchner Kliniken mehr Personal infiziert, weshalb sich die Aufnahme-Kapazitäten in München verringern könnten. Dies betreffe dann auch die umliegenden Landkreise. Für medizinische Behandlungen, die in Erding nicht stattfinden können, werden Patientinnen und Patienten vorzugsweise nach München geschickt. Wenn dort keine Kapazitäten mehr frei seien, bekomme man das auch in Erding zu spüren. Es gebe aber keinen Grund für Panik, betont Rainald Kaube. Notfalls könne man mehr Elektivoperationen verschieben. Auf der anderen Seite gebe es aber auch keinen Grund für unbedarfte Achtlosigkeit.

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