Erding:Feiern, bis der Bus kommt

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Das Erdinger Herbstfest zieht Besucher aus allen umliegenden Gemeinden an. Damit diese trinken und sicher wieder nach Hause fahren können, bietet die Stadt einen Shuttle-Service - er ist zum Teil sogar kostenlos

Sarah Schiek

Trotz der ein oder anderen Maß sollen die Besucher des Erdinger Herbstfests auch heuer wieder sicher nach Hause kommen. Wie bereits in den vergangenen Jahren stellt die Stadt Erding deshalb Shuttlebusse bereit, die vom 31. August bis zum 9. September mehrmals täglich über sechs verschiedene Routen den Volksfestplatz anfahren. Wie Günther Pech, Leiter des Erdinger Stadtmarketings, erklärte, gehe er davon aus, dass das kostenlose Angebot wieder rege angenommen werde. "Das ist für Besucher und Bürger eine beliebte Möglichkeit, einmal dem Bier zu fröhnen ohne gleich den Führerschein zu riskieren", sagte er.

Erding: Das Volksfest in Erding besitzt eine hohe Anziehungskraft - nicht nur auf die Bürger der Kreisstadt. Mit Bussen sollen alle wieder sicher nach Hause kommen.

Das Volksfest in Erding besitzt eine hohe Anziehungskraft - nicht nur auf die Bürger der Kreisstadt. Mit Bussen sollen alle wieder sicher nach Hause kommen.

(Foto: ERD)

Auch die meisten der umliegenden Gemeinden, darunter Bockhorn, Finsing, Forstern, Fraunberg, Lengdorf, Moosinning, Oberding, Pastetten, Wörth und Wartenberg, bieten zumindest an den beiden Festwochenenden einen Bustransfer zum Erdinger Volksfest an. Insgesamt fünf der Städte und Gemeinden wird die Firma Scharf OHG Omnibus & Reisebüro aus Maria Thalheim anfahren. Neun Busse hat das Verkehrsunternehmen dafür vorgesehen.

"Weil die Schulbusse wegfallen, stehen uns während der Ferienzeit genug Fahrer zur Verfügung", erklärt Geschäftsführer Andreas Scharf. Wie er beobachtet, werden die Shuttlebusse von der Bevölkerung sehr gut angenommen, bisher sei die Zahl der Fahrgäste von Jahr zu Jahr gestiegen. Während die Rückfahrten mitunter vom überhöhten Alkoholkonsum mancher Gäste getrübt werden, seien die Hinfahrten jedes Mal ein besonderes Erlebnis. "Vom Kennenlernen über Freundschaften bis zu Liebesgeschichten, die sich entwickeln, war schon alles dabei," erzählt Scharf.

Die Gemeinden Oberding und Hallbergmoos haben heuer gleich zwei der Busse eingerichtet. "Es war uns ein besonderes Anliegen, dass auch Jugendliche sicher zum Fest und zurück kommen", sagt dazu Rita Gerbl, Verwaltungsfachwirtin der Gemeinde Oberding. Für die Bürger ihrer Gemeinde sei der Shuttlebus deshalb auch in diesem Jahr wieder kostenfrei. Wie sie erklärt, fahren die Herbstfestbusse täglich über Schwaig, Niederding und Oberding beziehungsweise über Goldach/Hallbergmoos, Oberdingermoos, Notzingermoos, Notzing und Aufkirchen in die Herzogstadt.

Aufgrund der Sperrung der Ortsdurchfahrt Niederding wurde die dortige Haltestelle an die St.-Martin-Straße Ecke Hubertusstraße verlegt. In Oberding können die Fahrgäste außer in der Tassilostraße auch an der Schule zusteigen. Bürger der Gemeinde Hallbergmoos, die ebenfalls die Busse benutzen, zahlen fünf Euro für die Hin- und Rückfahrt. Nachdem sich im vergangenen Jahr einige angetrunkene Passagiere geweigert hatten, die Karte für die Rückfahrt zu bezahlen und den Busfahrer teils massiv beleidigten, muss die vollständige Pauschale bereits beim Einstieg beglichen werden.

"Ich hoffe, dass wir solche Probleme damit umgehen können," erklärte Pressesprecher Herbert Kester. Im Verhältnis zu den Getränkepreisen seien die Fahrtkosten durchaus gerechtfertigt. Außerdem, erinnerte er, ließen sich damit nicht nur die Gefahren von Alkohol am Steuer, sondern auch die leidige Parkplatzsuche am Rande einer Großveranstaltung vermeiden.

Auch aus Sicht der Ordnungshüter sind die Herbstfestbusse "eine super Sache", wie Alfons Engelmeier, Verkehrssachbearbeiter bei der Polizeiinspektion Erding, findet. Zwar könnte auch dieses zusätzliche Angebot des öffentlichen Nahverkehrs nicht verhindern, dass sich einzelne trotzdem betrunken ans Steuer setzen, doch gerade für Leute, die von weit her kämen und möglicherweise die hohen Kosten des Taxis scheuen würden, seien die Shuttlebusse eine sinnvolle Alternative. Trotzdem, kündigte er an, habe die Polizei Erding während der Festwochen wieder ausgiebige Verkehrskontrollen geplant. "Wer unter Alkoholeinfluss fährt, muss auch damit rechnen, erwischt zu werden."

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