Erding Digitalfunk kommt 2013

Landrat Bayerstorfer kündig beim Kreisfeuerwehrverband Start des Probebetriebs an. Vorsitzender Willi Vogl fordert Strafen für schlecht gewartete Brandmeldeanlagen, die Fehlalarme auslösen

Von Philipp Schmitt

Ende 2013 soll der erweiterte Probebetrieb für den  Digitalfunk im Landkreis starten

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- Ende des Jahres 2013 soll im Gebiet des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Erding, der die Landkreise Erding, Freising und Ebersberg umfasst, der erweiterte Probebetrieb für den Digitalfunk starten, das hat Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) bei der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes am Montag in der Mehrzweckhalle in Oberding bekannt gegeben. "Die Planungen können sich inzwischen sehen lassen", fügte der Verbandsvorsitzende Willi Vogl an. Bayerstorfer sagte, er erhoffe sich so bei einer Einführung des Digitalfunks einen "Wissensvorsprung". Um die Bürgermeister über Neuerungen und Kosten für die Umrüstung zu informieren, hat Vogl mit dem Kreisvorsitzenden des Bayerischen Gemeindetags, dem Fraunberger Bürgermeister Hans Wiesmaier (CSU), einen Thementag Feuerwehr vereinbart. Er wird voraussichtlich am 13. Dezember stattfinden. "Wir wollen den Informationsfluss zwischen Bürgermeister und Feuerwehr verbessern", sagte Vogl.

Fast 3500 Feuerwehrleute leisten im Landkreis Erding in den 26 Kommunen "eine sehr gute Arbeit und sorgen dafür, dass die Bürger ruhig schlafen können und dass ihnen im Ernstfall schnell geholfen wird", sagte Landrat Bayerstorfer in der voll besetzten Oberdinger Mehrzweckhalle. Eine positive Jahresbilanz für 2011 zog Kreisbrandrat Willi Vogl: "Die Feuerwehren wurden 2688 Mal alarmiert, haben Leib und Leben riskiert und ein breites Einsatzspektrum abgedeckt." Die Helfer wurden zu 332 Brandeinsätzen (20 Prozent über dem Vorjahresniveau) gerufen und mussten 51 Großbrände bekämpfen. In 46 Fällen war das Feuer beim Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht.

Zudem wurden die Aktiven zu 840 (Vorjahr 1269) technischen Hilfeleistungen gerufen, die First-Responder-Teams wurden 1226 Mal alarmiert. Vogl lobte den hohen Ausbildungsstand der 3448 aktiven Feuerwehrleute (28 mehr als 2010). Er hob das durch die mehr als 75 Kreisausbilder gewährleistete hohe Ausbildungsniveau hervor und erwähnte, dass ein neues Ausbildungsprogramm erstellt wurde: Von 1. Dezember an können Feuerwehrleute über die Internetseite neue Kurse buchen. Vogl würdigte die "hervorragende Jugendarbeit" und bedankte sich bei den Feuerwehren und dem Kreisjugendwart Steven Leise und dessen Team: "So können wir auch künftig mit gut ausgebildeten Nachwuchskräften rechnen."

Etliche Neuerungen ergeben sich für die Feuerwehren. So soll die Grundausbildung neu in Modulform geregelt und nach einem Probelauf in einem Jahr flächendeckend umgesetzt werden. In einen neuen mobilen Fahrsimulator sollen Fahrer der Löschfahrzeuge ein spezielles Training absolvieren, um die Fahrten unter Zeitdruck sicherer zu machen. Vogl sprach auch ein Thema an, über das er sich ärgert: Die Feuerwehren wurden 2011 zu 168 Einsätzen gerufen die sich als Fehlalarm heraus stellten. "Das ist wirklich nicht erfreulich", sagte er. Vogl appellierte an die Gemeinden, betroffenen Firmen künftig saftige Rechnungen zu stellen, falls die Fehleinsätze wegen schlecht gewarteter Brandmeldeanlagen unnötig verursacht werden. "Die Gemeinden müssen eingreifen, die Firmen müssen ihre Brandmeldeanlagen besser kontrollieren", sagte Vogl.

Weil bei Bränden 95 Prozent der Todesopfer an Rauchvergiftungen sterben, forderte Vogl die freiwillige Installation von Rauchmeldern in Häusern. Von der gesetzlich neu vorgeschriebenen Rauchmelderpflicht ist Vogl aber weniger begeistert: "Wir müssen überzeugen, dass Rauchmelder wichtig sind." Vogl und Bayerstorfer überreichten für je 20-jährige Dienstzeit als Kommandanten Ehrenurkunden an Christian Albert, Leonhard Kaiser, Johann Graf und Bartholomäus Wandinger. Für 20 Jahre Arbeit in der Kreisbrandinspektion wurde zudem Kreisbrandinspektor Andreas Pröschkowitz geehrt, der 1984 bei der Feuerwehr Altenerding begonnen hatte. Im Landkreis gibt es 68 Freiwillige Feuerwehren und eine Werkfeuerwehr.