Erding:Die ersten Apotheken sind startklar fürs Impfen

Lesezeit: 2 min

Noch im Januar könnte es losgehen, aber bei einigen Inhabern überwiegt noch die Skepsis

Von Irem Özgalkay, Erding

Wer bundesweit in einer Apotheke die erste, zweite oder dritte Impfung bekommen möchte, muss nicht mehr lange darauf warten. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, sodass schon ab Ende Januar künftig auch Apotheker die Corona-Impfung verabreichen können. Einige Apotheken im Landkreis stehen schon in den Startlöchern, andere sind davon nicht begeistert und befürchten eine Überlastung.

In der Park Apotheke in Dorfen möchte Inhaber Jens Krautscheid künftig gerne Corona-Impfungen anbieten. "Momentan ist es aber noch unklar, da wir noch auf die Rahmenbedingungen seitens des Geschäftsführers warten müssen", sagt Krautscheid. Als ein möglicher Start stehe aber erst Ende Januar im Raum. "Jede Impfung muss an das Gesundheitsministerium gemeldet werden. Dieser Anschluss funktioniert noch nicht so reibungslos, dass es schon losgehen könnte." Auch über die Strukturierung der Termine ist sich der Apothekeninhaber noch unsicher: "Ich weiß noch nicht, ob ich das Impfen während oder außerhalb der Arbeitszeit machen muss. Am liebsten wäre es mir aber nach Feierabend oder am Wochenende."

Das sieht auch Alexandra Ismair so. Die Inhaberin der Marien-Apotheke in Moosinning will grundsätzlich sehr gerne künftig Corona-Impfungen anbieten. Trotzdem befürchte sie eine Überlastung. Neben dem laufenden Betrieb mit dem zusätzlichen Testangebot würde es ihrer Meinung nach nicht funktionieren. Deswegen wolle sie extra Impfzeiten für abends oder das Wochenende anbieten. "Die Termine müssen dann auf jeden Fall online gebucht werden."

Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände müssen Apotheker, die eine Corona-Impfung anbieten wollen, zuerst eine Schulung besuchen. Diese hat Alexandra Ismair Ende letzten Jahres absolviert. "Sie bestand aus einem Praxisteil, der die Durchführung der Impfung gelehrt hat und wo uns beigebracht wurde, wie wir mit möglichen allergischen Reaktionen oder Nebenwirkungen nach der Impfung umgehen sollten." Im theoretischen Teil werde über den Impfstoff, die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und über bürokratische Angelegenheiten aufgeklärt. "Diese spezielle Schulung dürfen nur Apotheker machen, keine anderen Mitarbeiter in der Apotheke. Momentan bin das bei uns aber nur ich", so Ismair. Sie hoffe deshalb, dass sich zukünftig noch mehr Apotheker ausbilden lassen.

Der Inhaber der Apotheke am Bach in Hallbergmoos, Albert Waizenegger, hat noch nicht vor, Impfungen in seiner Apotheke anzubieten. "Wir haben nicht genug Mitarbeiter und auch keine Räumlichkeiten. Wir sind nur eine sehr kleine Apotheke", erklärt Waizenegger. Seiner Meinung nach gebe es schon genug Möglichkeiten sich zu impfen, wenn man es denn wolle. In Großstädten schaue das aber vielleicht nochmal anders aus.

Auch Inhaber der Sempt Apotheke in Erding, Benedikt Friedel, hat sich fürs erste gegen die Impfschulungen entschieden. "Es gibt bewusst die Teilung zwischen Arzt und Apotheker. Das Impfen ist für mich eine ärztliche Kompetenz", sagt Friedel. Zudem glaube er ebenfalls nicht daran, dass die Impfquote so niedrig sei, weil es nicht genug Angebote gäbe. Friedel glaubt, dass die Leute, die bis jetzt noch nicht geimpft sind, sich auch nicht impfen lassen wollen. "Ob es Andrang in den Apotheken gäbe, weiß ich nicht. Uns haben nur ganz vereinzelt Leute gefragt, wann wir impfen dürfen", sagt Friedel. Sollte es aber tatsächlich zu wenige Impfstellen geben, würde er sich auf eine Schulung einlassen.

Alexandra Ismair hat bereits in ihrer Apotheke einen Raum eingerichtet, um ab Ende Januar gegen Corona impfen zu dürfen. Sie glaubt, dass die Schwelle zum Impfen in einer Apotheke viel niedriger sei und somit die Menschen zum Impfen animieren könnte. "Man geht einfach schnell rein und wieder raus. Es erscheint viel einfacher." Jetzt hofft die Apothekerin vor allem darauf, dass es genug Impfstoff gibt, wenn es losgeht. "Momentan haben nicht mal die Ärzte genug Impfstoff, aber das soll sich in den nächsten Wochen bessern. Da kann man nur auf das beste hoffen." Sie ist überzeugt: "Je mehr Impfangebote, desto besser."

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