Erding Der August soll's richten

Die Freibäder beklagen einen äußerst schwachen Saisonstart. Doch ein paar warme Wochen während der Sommerferien könnten noch für eine positive Bilanz sorgen - Zuwächse verbucht alleine die Therme

Von Sarah Schiek

Viel Regen, Wind und niedrige Temperaturen haben die Badesaison im Landkreis bisher nicht recht in Schwung kommen lassen. Auch wenn Meteorologen von einem durchschnittlichen Sommer sprechen, zeigte sich das Wetter seit dem Start der Freibadsaison im Mai vor allem unbeständig. "Es war nicht unbedingt schlecht, aber eben kein Badewetter", sagt Ralf Alscher, technischer Betriebsleiter des Taufkirchener Freibads. Zwar habe das Waldbad keine Zählanlage. Doch dass die Saison schwach angelaufen sei, habe er auch so gemerkt.

In Ruhe seine Bahnen ziehen - das konnte man in den vergangenen Wochen. Nun hoffen die Bäder und die Badegäste auf warme Sommerferien.

(Foto: Bauersachs)

In den Freibädern in Erding und Dorfen hielt sich der Ansturm bislang ebenfalls in Grenzen. "Was die Besucherzahlen angeht, hängen wir im Vergleich zu 2011 weit hinterher", zieht Andreas Kögel, Betriebsleiter des Dorfener Freibads, eine vorläufige Bilanz. Nur 29 794 Badegäste habe er seit der Eröffnung im Mai verzeichnen können - fast 5000 Menschen weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Und das, obwohl damals das Wetter auch nicht überwältigend gewesen sei. "Schon die letzten drei Jahre waren nicht so gut", pflichtet ihm Ralf Alscher bei.

Daran kann sich auch Robert Maier, Bereichsleiter der Freizeitanlagen bei den Stadtwerken Erding erinnern. Bisher habe das Erdinger Freibad etwa 35 000 Besucher gehabt. Wenn es im Juli noch ein, zwei schöne Tage gebe, käme man aber auf die gleichen Zahlen wie im Vorjahr.

Wie in Taufkirchen und Dorfen hoffen auch die Betreiber des Erdinger Freibads auf einen heißen August. "Mit knapp 30 000 Besuchern war das auch im vergangenen Jahr unser Spitzenmonat", sagt Maier. "Der Sommer hängt am August." Trotz des schlechten Starts ist demnach auch in diesem Jahr noch alles offen. Außerdem gehe die Saison voraussichtlich bis Mitte September. "Vor allem während der Schulferien wollen wir den Kindern ja die Möglichkeit bieten, ins Bad zu kommen", sagt Maier. Auch die Bäder in Taufkirchen und Dorfen werden so lange geöffnet bleiben.

Doch auch wenn der Besucheransturm noch auf sich warten lässt, kommt bei den Mitarbeitern der Freibäder keine Langeweile auf. "Unsere Personalstärke bleibt gleich. Denn nur weil das Wetter schlecht ist, heißt das nicht, dass wir weniger Arbeit haben", erklärt Andreas Kögel vom Freibad in Dorfen. Wenn die Gäste ausbleiben, nutzen er und seine Mitarbeiter die Zeit für Wartungsarbeiten und kümmern sich um die Grünanlagen. "Wir müssen keinem Urlaub geben, wenn es regnet", sagt auch Robert Maier von den Erdinger Stadtwerken.

Mit Heckenschneiden und Rasenmähen sei für die Angestellten auch dann noch genug zu tun. Schließlich müsse ja alles in Schuss sein, wenn die Gäste kommen. Für die Revision der Technik im Frei- und Hallenbad sei sogar eine ganze Arbeitskraft angestellt. "Die Aufgaben bleiben auch bei wenigen Badegästen die gleichen", bestätigt Betriebsleiter Ralf Alscher. Zwar beschäftige das Taufkirchener Freibad bei schlechtem Wetter weniger Kassenkräfte, ansonsten ändere sich auch hier kaum etwas am Arbeitsumfang: "Ob zwei oder 200 Menschen im Wasser sind ist egal, wir müssen die Becken immer beaufsichtigen - oder zumachen."

Dass viele Menschen nur aufs richtige Badewetter zu warten scheinen, zeigen die Besucherzahlen der Therme Erding. "Wir haben seit dem 1. Mai einen Zuwachs von mehr als fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr", freut sich Prokurist Uwe Barth. Nicht nur die allzeit beliebte Rutschenanlage und das Erlebnisbad, sondern auch der Saunabereich sei bei den mitunter kühlen Temperaturen sehr gefragt gewesen. "Unsere Gäste bevorzugen ein wetterunabhängiges Freizeitangebot", formuliert es Barth. Scheine dann doch einmal die Sonne, können ja nicht nur die Glaskuppeln geöffnet, sondern auch der Außenbereich genutzt werden. "So können wir unseren Besuchern immer das passende Produkt bieten", sagt Barth.