Münchner S-Bahn Das Nadelöhr bleibt

Der Zehn-Minuten-Takt für Erding liegt in weiter Ferne.

(Foto: DAH)

Das S-Bahn-Bündnis Ost wünscht sich einen Ausbau der S 2 bis Markt Schwaben und einen Zehn-Minuten-Takt. Auch Landrat Martin Bayerstorfer ist Mitglied im Bündnis - aber wo liegt der Vorteil für die Erdinger Pendler?

Von Mathias Weber, Erding

Für Aschheim wäre es gut, für Poing natürlich auch und erst recht für Markt Schwaben. Für alle diese Gemeinden entlang der S-Bahn-Linie 2 wäre die Fahrt nach und aus der Landeshauptstadt München sehr viel bequemer, würde man die Strecke bis nach Markt Schwaben viergleisig ausbauen. Ein Zehn-Minuten-Takt wäre möglich, was sicher viele Pendler freuen würde - für die vielen Erdinger Pendler aber würde sich kaum etwas verändern.

Die Idee, die Strecke nach Markt Schwaben zu ertüchtigen, die gibt es schon seit Jahren. Neuen Schwung soll sie jetzt durch eine schlagkräftige Interessensvertretung bekommen, die vergangene Woche vorgestellt wurde: Das S-Bahn-Bündnis Ost. Mitglied bei diesem Bündnis sind neben einigen Gemeinden entlang der Linie die Messe München und auch Lokalpolitiker - zum Beispiel der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer (CSU).

Doch was bringt ein viergleisiger Ausbau bis Markt Schwaben für den Landkreis Erding? Da muss auch der Pressesprecher der Messe München nachdenken, kommt aber zu keinem Ergebnis. Er wollte das selbst einmal in Erfahrung bringen. Konkreter wird die S-Bahn-München. Dort heißt es, dass keine Verbesserungen für Erding zu erwarten sind - denn ab Markt Schwaben würde die Strecke weiterhin nur eingleisig weitergehen.

Bayerstorfer sieht es positiv

Landrat Bayerstorfer sieht die Sache positiv: Er lässt über die Pressestelle schriftlich mitteilen, dass er "eine direkte Verbindung zwischen dem Messestandort Riem und Erding sehr begrüßen würde. Dies hätte viele Vorteile für die ortsansässigen Firmen und Beherbergungsbetriebe." Bayerstorfer bezieht sich auf den Plan der Messe München, zwischen den Stationen Riem und Feldkirchen eine S-Bahn- Schleife einzubauen, die über die Autobahn zu einem neu zu bauenden Bahnhof an der Messe führen würde - eine neue Haltestelle also.

In der Tat könnten dann Messebesucher, die zum Beispiel in Erding übernachten, dann direkt zur Messe fahren, ohne umsteigen zu müssen. Wie die Linienführung mit einer neuen Station sein wird, ist der Pressestelle der Messe zufolge unklar: Die S 2 könnte die Messe nur zu Messezeiten anfahren und ansonsten auf der alten Strecke verkehren. Würde die S 2 die Messe aber immer anfahren, es wäre ein Umweg von gut drei Kilometern.

Weitere betriebliche Verbesserungen durch einen viergleisigen Ausbau der Strecke bis Markt Schwaben darf sich der Landkreis aber nicht erhoffen, heißt es von der S-Bahn München. Denn die Strecke zwischen Markt Schwaben und Altenerding bleibt auf absehbare Zeit ein Nadelöhr: Die Strecke ist eingleisig und kann daher nur eine gewisse Anzahl von Zügen aufnehmen. Eine echte Verbesserung wird es nur geben, wenn ein neues Überholgleis gebaut wird. Das gibt es schon in den Bahnhöfen Altenerding und Ottenhofen, fehlt aber zum Beispiel in St. Koloman.

Kein Zehn-Minuten-Takt für Erding

Auch der Erdinger Ringschluss, von dem sich schon Teile im Planfeststellungsverfahren befinden, wird mittelfristig an der baulichen Situation zwischen Markt Schwaben und Altenerding nichts ändern. Zwar wird mit dem Ringschluss ein 15-Minuten-Takt zu den Hauptverkehrszeiten (30 Minuten in den Nebenverkehrszeiten) eingeführt; ein Zehn-Minuten-Takt, den sich das S-Bahn-Bündnis Ost bis Markt Schwaben wünscht, wird es bis Erding auf absehbare Zeit nicht geben. Bei der S-Bahn-München heißt es, dass ein Begegnungsgleis in St. Koloman erst im Zusammenhang mit der Zweiten Stammstrecke geplant sei. Ob und wann diese jemals gebaut wird, ist nach wie vor unklar.