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Corona in Erding:Zehn weitere Patienten  genesen

MVZ Labor in Poing, 2020

Im Poinger MVZ Labor werden Corona-Tests ausgewertet, auch aus dem Landkreis Erding.

(Foto: Christian Endt)

Das Infektionsgeschehen aus dem Landkreis Ebersberg schwappt bislang nicht auf Erding über

Es sind beunruhigende Nachrichten gewesen, die in der vergangenen Woche aus dem Landkreis Ebersberg bis nach Erding gedrungen sind: Die Zahlen der Corona-Infektionen stiegen immer weiter - auch dort, wo der Landkreis Ebersberg an den Landkreis Erding angrenzt: Die meisten Fälle hatte es am vergangenen Freitag in Markt Schwaben gegeben, wo zu diesem Zeitpunkt zwölf Infizierte lebten. Markt Schwaben liegt nur ein paar hundert Meter hinter der Grenze des Landkreises Erding, doch es gibt offenbar wenig Berührungspunkte zwischen den Bürgern: Über das Wochenende ist im Landkreis Erding die Zahl der bestätigten Covid-19-Infektionen nur um eine Person gestiegen, wie Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Erdinger Landratsamtes, sagte. Der neue Fall stammt demnach aus Dorfen. Allerdings, so schränkte sie ein, könne es über das Wochenende immer auch Verzögerungen geben.

Im Landratsamt Erding behält man das Geschehen in der Nachbarschaft scharf im Auge, wie Fiebrandt-Kirmeyer bestätigte. Maßnahmen zu ergreifen, dafür gebe es im Moment jedoch keinen Grund. Im Landkreis Ebersberg trat der Krisenstab am Montag zusammen, Teile des Stabes berieten sich schon am Sonntag, um die passenden Maßnahmen vorzubereiten. Verschärfte Kontaktbeschränkungen soll es vorerst aber nicht geben, hieß es am Montag. Dafür erwägt man, auch im Landkreis Ebersberg von Reiserückkehrern aus Risikogebieten nicht nur wie bisher einen Test zu fordern, sondern auch noch einen zweiten fünf bis sieben Tage nach der Rückkehr. So wird es in der Stadt Rosenheim gehandhabt, wo die Zahl der Infektionen in der vergangenen Woche noch stärker angestiegen ist als im Landkreis Ebersberg. Im Fokus stehen nach wie vor Reiserückkehrer aus Risikogebieten, die laut Ebersberger Landratsamt nach wie vor einen sehr hohen Anteil bei den Infizierten ausmachen. Vor allem bei Landkreisbürgern, die Kroatien, Bosnien und den Kosovo bereist haben, wurden nach ihrer Rückkehr Infektionen nachgewiesen. Doch auch private Feiern und Partys sind nach Angaben des Landratsamts für einen Teil der Infektionen verantwortlich. Daher appellieren die Verantwortlichen in der Behörde eindringlich an Betroffene, dem Gesundheitsamt auch wirklich alle Kontaktpersonen verlässlich zu nennen, die beispielsweise bei einer Feier anwesend waren.

Jetzt bekommt der Landkreis Ebersberg bei seinem Kampf gegen Corona Unterstützung von der Bundeswehr: Zwei Teams mit je drei Soldaten sollen eingesetzt werden, weitere vier Mitarbeiter werden künftig die Contact-Tracing-Teams unterstützen, deren Aufgabe es ist, Kontaktpersonen von Infizierten zu identifizieren und informieren. Insgesamt waren am Montag - wie am Tag zuvor - 52 Infizierte im Landkreis Ebersberg registriert.

Im Landkreis Erding gab es am Montag eine richtig gute Nachricht: Die Zahl der Genesenen stieg um zehn Personen, sie liegt im Moment bei 717. Dementsprechend gut klingt auch der Wert der Sieben7-Tage-Inzidenz, er lag am Montag im Landkreis Erding bei 10,1. Die Vergleichsdaten aus den Nachbarlandkreisen sind schlechter: In Freising lag er am Montag bei 18,39 und in Ebersberg bei 37,99. Dort war der Frühwarnwert von 35 nach dem bayerischen Frühwarnsystem am Freitag mit 34,47 nur ganz knapp nicht überschritten worden, er stieg am Sonntag auf 40,8.

Als infiziert galten im Landkreis Erding am Montag 28 Personen, wie das Landratsamt Erding mitteilte, im Klinikum Erding musste aber keiner behandelt werden. Derweil werden im Landkreis die Möglichkeiten ausgeweitet, sich auf Corona testen zu lassen. Seit Kurzem ist dies im MVZ Erding am Personalwohngebäude des Klinikums in der Bajuwarenstraßen 3 bis 5 in Erding möglich. Zielgruppe für dieses Angebot sind laut Landratsamt unter anderem Reiserückkehrer, es seien aber auch anlasslose Tests möglich. Eine telefonische Voranmeldung mit Terminvergabe ist unter 08122/59-6771 dringend erforderlich. Die Screeningstelle am Schwimmbad Erding richtet sich weiter an diejenigen, die zum Beispiel auf Weisung des Gesundheitsamtes oder auf Anraten des Hausarztes einen Corona-Test absolvieren sollen. Dort wird nur mit Überweisung getestet. "Mittelfristig sollen im Sinne der Teststrategie des Freistaates Bayern beide Stellen zu einem großen Testzentrum zusammengeführt werden", heißt es weiter in der Pressemitteilung.

© SZ vom 25.08.2020 / ts/moo

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