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Kammermusik-Werkstatt:Beethoven passt

Ausgezeichnet: Clara Büsel, Jan Niedringhaus und Felix Eckert (v.l.) haben ein Stipendium für die Kammermusik-Werkstatt des BR gewonnen.

(Foto: oh)

Erdinger Streichtrio gewinnt das begehrte Stipendium für die Kammermusik-Werkstatt des Bayrischen Rundfunks in Tutzing.

Ohne Fleiß kein Preis. Seit Oktober haben sich Clara Büsel (Violine), Felix Eckert (Cello) und Jan Niedringhaus (Violine) neben der täglichen Probe Zuhause zu regelmäßigen Ensembleproben getroffen. Zusammen mit ihrer musikalischen Betreuerin Ulli Büsel haben sie ein anspruchsvolles Konzertprogramm erprobt, um es vor der Jury des Sinfonieorchesters des Bayrischen Rundfunks vorzutragen. Mit Erfolg. Vor wenigen Tagen sind die drei jungen Musiker in der Münchner Musikhochschule angetreten und haben das begehrte Stipendium für die Kammermusik-Werkstatt des Bayrischen Rundfunks gewonnen.

Vor der Jury interpretierte das Streichtrio Beethovens Präludium und Fuge in e-moll und das Trio von Pierre Cremont. "Diese Stücke habe ich bewusst ausgewählt. Zum einen haben die Stücke besetzungstechnisch gut gepasst, zum anderen war die Kombination aus dem gehaltvollem und pathetischen Stück von Beethoven und dem dazu kontrastreichen spritzigeren Musikstück von Cremont genau das, was den dreien Spaß macht", sagt Büsel. Sie ist sich sicher, dass nicht nur das Proben, sondern auch die Zugehörigkeit der drei Musiker zu dem mehrfach ausgezeichneten Jugendkammerorchester Violinissimo ein Vorteil für sie gewesen seien. "In unserem Kammerorchester lernen die Jugendlichen, ohne Dirigent zu spielen. Sie lernen, aufeinander zu hören und miteinander zu musizieren. Diese Erfahrung konnten sie für den Wettbewerb sicher gut gebrauchen", sagt Ulli Büsel, die Mutter von Clara Büsel.

Clara, Felix und Jan sind ihr zufolge privat schon lange gut befreundet und haben sogar zusammen einen Tanzkurs belegt. "Die Freizeitaktivitäten sollten neben der Schule und den Proben nicht zu kurz kommen. Sie sollen auch Spaß haben", findet Ulli Büsel. Manchmal sei es für die Jugendlichen auch schwer gewesen, jede Woche hoch motiviert zu proben. Vor allem, weil seit Oktober die gleichen Noten geübt werden mussten. Um zwischendurch für frischen Wind zu sorgen, hat Büsel andere Dozenten dazugeholt, zum Beispiel den Geiger David Frühwirth aus Salzburg.

In den Osterferien dürfen die drei nun an der viertägigen Musikwerkstatt im Schloss Tutzing teilnehmen. Dort wird das Sinfonieorchester des Bayrischen Rundfunks ein Konzert für alle Gewinner geben. Die jungen Talente werden außerdem von den Musikern des Sinfonieorchesters unterrichtet. "Um gut vorbereitet zu sein, werden wir neue Stücke üben, aber das machen Clara, Felix und Jan gerne. Das sind ja ihre Ziele, nicht meine", sagt Büsel. Am letzten Tag der Musikwerkstatt werden die Jugendlichen ein Konzert geben, das auch im Bayrischen Rundfunk unter dem Namen "Junge Sinfonie" zu hören sein wird