Arbeitsmarkt in Erding:Ruhe vor der Wende

Arbeitsmarkt in Erding: Die Arbeitsagentur Erding sitzt in der Berghamer Straße 14.

Die Arbeitsagentur Erding sitzt in der Berghamer Straße 14.

(Foto: Leonhard Simon)

Im November ist die Arbeitslosenquote in Erding leicht gesunken. Das kann sich im Dezember schon ändern.

Von Gerhard Wilhelm, Erding

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Landkreis Erding im November erneut leicht gesunken: Bei der Agentur für Arbeit in Erding waren 1805 Frauen und Männer aus dem Landkreis arbeitslos gemeldet. Das waren 58 Personen weniger als zum Oktober. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf einen aktuellen Wert von 2,1 Prozent. Im November 2022 hatte sich für den Landkreis eine Quote von 1,9 Prozent errechnet, wie die Agentur für Arbeit Freising, zu der die Landkreise Dachau, Ebersberg, Erding und Freising zählen, mitteilt. Damit ist die Lage in Erding deutlich besser als im restlichen Arbeitsbezirk. Dort liegt die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent.

"Aktuell präsentiert sich der Arbeitsmarkt in unserer Region recht robust. Ganz spurlos gehen die konjunkturellen Entwicklungen aber natürlich auch an den hiesigen Unternehmen nicht vorbei, außerdem steht der Winter vor der Tür - mit eingeschränkten Arbeitsmöglichkeiten in den Außenberufen. Wir rechnen in den nächsten Wochen eher mit steigenden Arbeitslosenzahlen", sagt Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising.

Im Landkreis Erding hatten sich im November 593 Personen neu oder erneut arbeitslos gemeldet. 73 mehr als vor einem Jahr, gleichzeitig beendeten 647 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 46 mehr als im November 2022. Seit Jahresbeginn sind damit in der Agentur in Erding insgesamt 6470 Arbeitslosmeldungen eingegangen, das ist ein Plus von 677 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Den Zugängen stehen 6257 Abmeldungen von Arbeitslosen gegenüber. Weiter am stärksten von einer Arbeitslosigkeit betroffen sind mit 53,1 Prozent - 959 - Männer, ihnen stehen 846 Frauen gegenüber (46,9 Prozent). 43,3 Prozent stellen Personen, die 50 Jahre oder älter sind, jeder Dritte, 33,4 Prozent, ist über 55 Jahre alt.

Unter den Arbeitslosen waren auch 171 Frauen und Männer mit einer Schwerbehinderung

Unter den Arbeitslosen waren auch 171 Frauen und Männer mit einer Schwerbehinderung. Dort stagnieren die Zahlen seit Monaten. Anlässlich der bundesweiten Woche der Menschen mit Behinderung (27. November bis 1. Dezember) will der Chef der Arbeitsagentur Betriebe ermutigen, bei der Personalsuche auch Menschen mit Handicap in den Blick zu nehmen. "Eine Behinderung muss keineswegs eine Beeinträchtigung für die berufliche Leistungsfähigkeit eines Menschen bedeuten. Männer und Frauen mit Behinderung bereichern Betriebe - ihre Unternehmenskultur zum Beispiel. Im Sinne einer vorausschauenden Personalpolitik sind sie vor allem aber auch interessante Fachkräfte, die es zu gewinnen gilt", sagt Windisch.

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