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Erding:Arbeitslosenzahl steigt weiter leicht an

RWE Auszubildender bei der Arbeit im Bochumer Ausbildungszentrum, 2006

Auch im Bereich Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik gibt es derzeit noch Ausbildungsplätze, wie die Agentur für Arbeit meldet.

(Foto: Roland Weihrauch/dpa)

2258 Personen waren im Juni auf Jobsuche. Auf die Jugendlichen kommen besondere Herausforderungen zu

"Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni 2020 nur noch leicht gestiegen. Trotzdem bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter angespannt." Das ist das Fazit, das die Agentur für Arbeit Freising für den vergangenen Monat zieht. Konkret für den Landkreis Erding bedeutet dies, dass sich die Zahl der Arbeitslosen im Juni leicht erhöht hat, um 85 auf insgesamt 2258 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg von Mai auf Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent an. Vor einem Jahr, im Juni 2019, lag sie bei 1,7 Prozent. Für den gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Freising, zudem neben Freising auch Ebersberg und Dachau gehören, errechnete sich eine Quote von 2,8.

Von den erschwerten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie sind laut Angaben der Agentur im Moment verschiedenste Personenkreise betroffen. Auf die Jugendlichen kommen allerdings in den nächsten Wochen besondere Herausforderungen zu: Viele junge Menschen stünden gerade kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung und nicht alle würden weiterbeschäftigt. Katja Kürmaier, operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Freising, empfiehlt deshalb Jugendlichen, die noch keine Zusage für eine Übernahme haben, unbedingt frühzeitig aktiv zu werden und sich umgehend bei ihrer Arbeitsagentur zu melden: "Die Chancen auf eine Weiterbeschäftigung sind für viele junge Leute weiter gut, denn ausgebil-dete Fachkräfte werden in unserer Region nach wie vor gesucht," sagt Kürmaier.

Den derzeit 2258 Jobsuchenden steht auch kein großer Pool mehr an freien Stellen zur Verfügung. Bei den Arbeitsvermittlern im Arbeitgeber-Service meldeten die Unternehmen zuletzt 124 neue Stellenangebote für den Landkreis Erding - immerhin 47 Stellen mehr als im Vormonat. Damit waren im Juni insgesamt 632 offene Stellen in Erding gemeldet. 83,6 Prozent der bei der Arbeitsagentur vakanten Arbeitsangebote richteten sich an Fachkräfte, 16,4 Prozent an Helfer. Zu den Bereichen, in denen Personal nachgefragt wird zählt unter anderem das produzierende Gewerbe, gefolgt vom Bereich "Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit", sowie "Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung".

Die Zwischenbilanz auf dem Erdinger Ausbildungsmarkt fällt etwas besser aus: Seit Beginn des Berufsberatungsjahres am 1. Oktober 2019 zählte die Agentur für Arbeit 604 offene Berufsausbildungsstellen im Landkreis Erding. Davon waren im Juni

noch 328 Stellen vakant. Im selben Zeitraum machten sich 500 Jugendliche mithilfe der Berufsberater ihrer Arbeitsagentur auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Davon haben 342 junge Leute inzwischen eine konkrete berufliche oder schulische Perspektive, 158 Jugendliche waren im Juni noch auf der Suche. Aktuell noch gute Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden, haben Jugendliche mit dem Berufswunsch Einzelhandelskaufmann, Verkäufer, Handelsfachwirt, Lagerlogistik-Fachkraft, Großhandelskaufmann, Kaufmann für Speditions- und Logistikdienstleistungen, Zahnmedizinischer Fachangestellter, Büromanagementkaufmann, Fleischerei-Fachverkäufer oder Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Auch im Handwerk sind Stellen zu vergeben

Jugendliche, die bisher keine passende Lehrstelle gefunden haben und noch nicht mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur in Kontakt stehen, können sich am Mittwoch, 22. Juli, von 8.30 bis 13 Uhr über offene Ausbildungsplätze in der Region informieren. Und zwar unter der Telefonnummer 08122/9702-30 oder per E-Mail an Erding.151-Berufsberatung-vor-dem-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de.

© SZ vom 02.07.2020 / wil

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