bedeckt München 18°
vgwortpixel

Erding:Ärger mit der Kreisstraße

Kosten des Ausbaus verdoppelt und Förderung gekürzt

Verstimmt hat der Kreisausschuss auf die Information des Straßenbauamtes reagiert, dass der Ausbau der Kreisstraße ED 9 von Niederding bis zur Flughafentangente Ost (FTO) statt 1,3 Millionen Euro wohl 2,7 Millionen Euro kosten werde. Obendrein wurde auch noch von der Regierung von Oberbayern die Förderung von 60 auf 50 Prozent gekürzt. Der Landkreis will diese Herunterstufung nicht akzeptieren: Im Nachbarschaftsbeirat sei vereinbart worden, dass der Landkreis für Strecken, die vom überörtlichen Verkehr stark belastet sind, 60 Prozent Förderung erhalte. Der Kreisausschuss beschloss zwar, die Mittel für diesen Ausbau zur Verfügung zu stellen, um diese dringliche Maßnahme nicht zu gefährden, aber in einem Schreiben an die Regierung will man deutlich machen, dass man mit dieser Regelung nicht einverstanden sei.

Felix Krötz, der neue Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts, hatte keinen guten Einstand, als er dem Kreisausschuss die Verdoppelung der Kosten erklären sollte. Seine Kollegen seien mit einer zu geringen Kostenschätzung "ins Rennen gegangen", erklärte er. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens müsse man die Straße in eine höhere Bauklasse einordnen. Das bedeute, man benötige eine dickere Frostschutzschicht und einen stärkeren Asphaltoberbau. Außerdem habe man festgestellt, dass in der bestehenden Frostschutzschicht hoch belasteter Teer eingebaut worden sei. Dieser Teer müsse ausgetauscht und teuer entsorgt werden, damit er nicht ins Grundwasser diffundiere.

Kreisrat Max Gotz (CSU) kritisierte, dass dieser erhöhte Sanierungsbedarf auf den überörtlichen Verkehr zurückzuführen sei. "Da müssen wir nachverhandeln, nicht klein beigeben." Sein Fraktionskollege Hans Wiesmaier sah das ebenso: Die höhere Bauklasse sei überwiegend dem überörtlichen Verkehr geschuldet, da könne man nicht auch noch die Förderung kürzen. Im aktuellen Fall wollte der Kreisausschuss jedoch noch keine Konsequenzen ziehen, indem man die Auszahlung dieser Haushaltsmittel verweigert. Denn auf dieser Strecke befindet sich in einer Kurve ein Unfallschwerpunkt, der bei dem Ausbau entschärft werden soll. Gotz forderte das Straßenbauamt jedoch auf, im Bereich Niederding Flüsterasphalt einzubauen. Abteilungsleiter Krötz sagte zu, es werde ein Asphalt mit lärmmindernden Eigenschaften verwendet.

Einstimmig wurde ebenfalls beschlossen, ein Schreiben an die Regierung von Oberbayern zu verfassen, das die Zuschusshöhe betrifft.

© SZ vom 18.02.2020
Zur SZ-Startseite