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Erding:Abschied vom Dieselbus

Rund um Steinhöring und wischen Grafing und Aßling im Landkreis Ebersberg war 2019 eine Woche lang ein Elektrobus testweise unterwegs.

(Foto: Christian Endt)

Landkreis schließt sich Untersuchung des MVV auf alternative Antriebsmethoden im Linienverkehr an. In Ebersberg wurde 2019 bereits ein Elektrofahrzeug getestet. Im Landkreis München sind schon drei im Einsatz

Der Landkreis Erding will im Regionalbusverkehr neue Wege gehen. So soll im Jahr 2020 auf allen landkreiseigenen Regionalbuslinien (einschließlich dem Stadtverkehr) in Zusammenarbeit mit dem MVV eine Untersuchung auf alternative Antriebsmethoden durchgeführt werden, wie Daniela Fritzen von der Pressestelle des Landratsamtes mitteilt. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wolle damit ein deutliches Signal setzen, "um auch künftig nicht nur am Puls der Zeit zu sein, sondern als Landkreis einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten". Nur so könne der Landkreis Erding die langfristige Planung auf umweltfreundliche Antriebe wie zum Erdgas, Elektro oder Hybrid-Techniken ausrichten. Die Themen Klimaschutz und Energiewende seien nicht nur Angelegenheiten der Bundes- und Landespolitik und der großen Energieversorger, sondern auch Aufgabe der Landkreise und Kommunen. "Hier gilt das Motto: Global denken - lokal handeln." Gehandelt wird laut Daniela Fritzen auch in der Großen Kreisstadt Erding, denn Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) habe für die Stadtbuslinien eine Kostenbeteiligung zugesichert. Dafür bedanke sich Landrat Bayerstorfer ausdrücklich.

Ein identische Studie haben bereits die vier Landkreise Freising, Fürstenfeldbruck, München und Starnberg sowie die Stadt Freising gemeinsam mit dem MVV 2019 in Auftrag gegeben, Erding habe sich der Studie jetzt angeschlossen, sagt MVV-Pressesprecherin Franziska Hartmann. Erste Ergebnisse sollen in diesem Jahr vorliegen. Bis 2022 soll in den Landkreisen jede Linie daraufhin untersucht werden, ob der Einsatz von Bussen mit Elektro-, Wasserstoff- oder Gasantrieb möglich ist. 2024 sollen dann Neuausschreibungen dazu benutzt werden, auf ausgesuchten Strecken alternative Busse einzusetzen.

Einen Schritt weiter ist bereits der Landkreis Ebersberg. Auf zwei Linien wurde dort im August der Einsatz eines Elektrobusses getestet. Die Fahrzeuge der französischen Firma Heuliez waren auf den MVV-Regionalbuslinien 443 rund um Steinhöring und 447 zwischen Grafing und Aßling eine Woche lang unterwegs. Der MVV wollte zusammen mit dem Landkreis herausfinden, ob der Einsatz dieser umweltfreundlichen Technik auch auf dem Land praktikabel ist. Das Ergebnis: "Für uns ist der Test sehr, sehr positiv verlaufen", sagte die MVV-Sprecherin. Weitere Testfahrten des Busses sollen folgen, bereits mehrere Landkreise hätten ihr Interesse daran geäußert, sagt Hartmann. Eine der Erkenntnisse des Probebetriebs ist laut Hartmann, dass eine gute, professionell aufgebaute Ladeinfrastruktur notwendig sei.

Ein weiterer Elektrobus einer anderen Firma war nach Auskunft der MVV-Pressesprecherin im vergangenen Jahr zu einer Kurzvorführung in den Landkreisen München, Starnberg und Fürstenfeldbruck unterwegs. In allen drei Landkreisen soll der Bus nun in diesem Jahr testweise länger auf einer Linienstrecke zum Einsatz kommen.

Im Landkreis München ist man über Testphasen schon hinaus: Dort werden die Fahrgäste der Regionalbuslinie 232, die durch Unterföhring und Umgebung fährt, seit Dezember mit drei Elektrobussen befördert. Eine besondere Schnellladeinfrastruktur sorgt dafür, dass den Bussen nicht plötzlich der Strom ausgeht. Pionierin ist hier die Glonner Firma Ettenhuber, die auch im Kreis München einen Standort hat: Die Firma ist das erste private Busunternehmen im MVV, das auf Elektrobusse setzt.