Energiesparmaßnahmen:Landkreis Erding spart Strom und Wärme

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Energiesparmaßnahmen: Auch die E-Ladesäule am Landratsamt ist Teil des kommunalen Energiemanagements, das der Landkreis seit 2012 umsetzt.

Auch die E-Ladesäule am Landratsamt ist Teil des kommunalen Energiemanagements, das der Landkreis seit 2012 umsetzt.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Landkreis Erding dreht bei seinen eigenen Liegenschaften erneut an Thermostaten und Lichtschaltern: In den Fluren und Büros der Verwaltungsgebäude wird es ein wenig kühler und zum Händewaschen muss kaltes Wasser reichen.

Von Thomas Daller, Erding

Der Landkreis dreht bei seinen eigenen Liegenschaften erneut an Thermostaten und Lichtschaltern: In den Fluren und Büros der Verwaltungsgebäude wird es ein wenig frischer und zum Händewaschen muss kaltes Wasser reichen. Die Außenbeleuchtung von Schildern und Schulnamen wird ausgeschaltet und die Raumtemperatur in Schulen wird auf maximal 20 Grad einstellt. Das sieht die Verordnung zur kurzfristigen Energiesicherung (EnSikuV) vor, die per Beschluss des Kreisausschusses umgesetzt werden sollen. In Schulturnhallen soll künftig nicht kalt geduscht werden, sie sollen lediglich "optimiert" werden, ansonsten könnte es Probleme mit Legionellen geben, sagte Landrat Martin Bayerstorfer.

Kalt duschen könnte zu Problemen mit Legionellen führen

Der Landkreis spart ganz gezielt Strom und Wärme, und das nicht erst, seitdem die Preise für Strom und Gas so stark gestiegen sind, sondern bereits seit mehr als zehn Jahren. So lange läuft das kommunale Energiemanagement schon. 600 Maßnahmen wurden bis 2012 untersucht, aus den 400 wirtschaftlichsten wurde seinerzeit eine Prioritätenliste erstellt und mittlerweile wurden die 200 wichtigsten, effizientesten und wirtschaftlichsten umgesetzt. Der Stromverbrauch ist 2021 im Vergleich zu 2011 um etwa 20 Prozent zurückgegangen, obwohl insbesondere die Technisierung der Schulen weiter vorangeschritten ist. Denn neben den Whiteboards verbrauchen die Lüftungsanlagen eine Menge Strom. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren bereits über zwei Millionen Kilowattstunden Strom eingespart. Der Wärmeverbrauch konnte in 2021 um etwa zehn Prozent im Vergleich zu 2011 reduziert werden, was einer Einsparung von mehr als einer Million Kilowattstunden Wärme entspricht.

Wichtige Faktoren waren dabei die Umrüstung von alten Beleuchtungen auf LED-Techik oder die Errichtung von PV-Eigenverbrauchsanlagen an den Kreisliegenschaften. Sieben wurden bereits umgesetzt, zwei weitere sind geplant. Hinzu kamen die Wärmedämmung von Dächern und obersten Geschossdecken und der Fenstertausch. Sehr erfolgreich war der Energiesparpreis der Schulen, bei denen Schüler und Lehrer als Nutzer geschult wurden. Es gab Hausmeisterschulungen und an den Heizkörpern wurden die Handregulierventile durch Thermostatventile ersetzt. In den Lüftungsanlagen wurde Wärmerückgewinnung eingesetzt und alte Pumpen wurden durch drehzahlgeregelte Hocheffizienzpumpen ersetzt. An technischen Geräten wurden Stand-by-Verluste vermieden und man erweiterte den Fuhrpark um Elektro- und Hybridfahrzeuge. Neun moderne E-Ladestationen wurden an den Liegenschaften errichtet. Ein Energie-Monitoring trug zur Verbrauchsoptimierung und Fehleranalyse bei. Und die Mitarbeiter des Landratsamtes erhielten sogenannte Jobräder, die sie auch privat nutzen dürfen. Ganz erhebliches Einsparpotenzial ergab sich dadurch, dass alle großen Liegenschaften des Landkreises an ein Nahwärme- oder Fernwärmenetz auf Basis erneuerbarer Energien angeschlossen wurden.

Die Raumtemperatur in Verwaltungsgebäuden wird auf 19 Grad eingestellt

Hinzu kommen nun weitere Maßnahmen, die auf der Verordnung zur kurzfristigen Energiesicherung beruhen. So wird die Raumtemperatur in den Verwaltungsgebäuden auf maximal 19 Grad eingestellt. Flure und Foyer wie im Wartebereich der Zulassungsstelle im Landratsamt werden nur noch beheizt, wenn man sich dort regelmäßig aufhält. Dezentrale Trinkwassererwärmungsanlagen werden in Schulen und Verwaltungsgebäuden ausgeschaltet.

Und der Landkreis will über diese Verordnung noch hinaus gehen, so die Vorschläge der Verwaltung: So werden die Nachtabsenkungen der Heizungen dementsprechend angepasst. Flur- und Vorplatzbeleuchtungen, die noch nicht auf LED umgerüstet sind, sollen auf ihre Notwendigkeit untersucht und gegebenenfalls sollen nicht notwendige Leuchten entfernt werden. In den Büros werden Druckereinstellungen so geändert, dass Papier nur noch beidseitig bedruckt werden kann. Und nicht zuletzt sollen nicht dringend notwendige Dienstreisen durch Videokonferenzen ersetzt werden. Der Kreisausschuss stimmte den Maßnahmen nach kurzer Diskussion einstimmig zu.

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