Eitting:Saubere Bäche

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Abwasserzweckverband feiert 40-jähriges Bestehen

Von Philipp Schmitt, Eitting

Als Erfolgsgeschichte haben am Freitag bei der Feier zum 40-jährigen Bestehen des Abwasserzweckverbandes Erdinger Moos (AZV) der Vorsitzende Max Gotz (CSU) und die Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) die Entwicklung des 1976 gegründeten Verbandes bezeichnet: "Seit der Geburtsstunde wurden wir von der Entwicklung überrollt. Die in ein hochmodernes Verbandsklärwerk und in ein innovatives Unternehmen mit 90 Mitarbeitern investierten 264 Millionen Euro haben sich gelohnt", sagte Gotz. Ohne das Verbandsklärwerk am Mittleren Isarkanal und ohne das 397 Kilometer lange Kanalnetz wäre die Entwicklung der Region und der FMG nicht so rasant möglich gewesen. Das Klärwerk in Eitting wurde von 1982 bis 1984 für 38 Millionen Euro gebaut und 1991 für 58 Millionen Euro um eine dritte Reinigungsstufe ausgebaut.

Trotz der kürzlich erfolgten Erhöhung der Gebühren biete der AZV seinen Kunden Konditionen, die unter dem Landesdurchschnitt lägen, betonte Gotz. "Es wird künftig nicht immer einfach werden, aber wir werden den AZV weiter am Laufen halten", sagte er. Mit der Umweltministerin Ulrike Scharf bedankte sich Gotz unter dem Applaus der Ehrengäste und Mitarbeiter bei seinem Vorgänger Herbert Knur für dessen 22-jährige Arbeit an der Verbandsspitze - und für wichtigen Weichenstellungen, etwa den 2013 erfolgten Umzug der Verwaltung von Altenerding ins vier Millionen Euro teure neue Eittinger Verwaltungsgebäude.

"Der AZV kann eine stolze Bilanz vorzuweisen", sagte auch Scharf. Er biete den Kunden neben relativ günstigen Preisen auch "Lebensqualität durch saubere Bäche" und eine lebenswerte Umwelt, auf die in Bayern besonders geachtet werde. 97 Prozent der Abwässer würden in Bayern über Kläranlagen auf einem hohem Niveau entsorgt. Sanitäre Anlagen und moderne Abwasserentsorgung und Gewässerschutz wie in Bayern sei ein wichtiges Gut und weltweit für 2,6 Milliarden Menschen keine Selbstverständlichkeit. Der AZV müsse nach vier erfolgreichen Jahrzehnten weiter nach der Devise "Agieren statt Reagieren" tätig sein, dann sei sie von einer weiter positiven Entwicklung überzeugt, sagte Scharf. Der stellvertretende Landrat Jakob Schwimmer und die stellvertretende Ebersberger Landrätin Magdalena Föstl (beide CSU) würdigten ebenfalls die Entwicklung des Verbandes. "Die Entscheidung für die Gründung des AZV und den Bau des Verbandsklärwerks war weitsichtig, klug, nachhaltig und richtig", sagte Schwimmer. Als das von Kritikern als überdimensioniert angesehene Verbandsklärwerk gebaut wurde, gab es Vorwürfe des Größenwahns. Doch die Kapazitäten waren schnell erschöpft, weil die Flughafenregion überproportional wuchs und weiter boomt. "Durch den AZV wurde auch die Lebensqualität in der Region verbessert", fügte Schwimmer an.

Der Eittinger Bürgermeister Georg Wiester sagte, dass das Verbandsklärwerk und der AZV inzwischen ein fester Bestandteil der Gemeinde seien und sich der AZV-Standort in Eitting am Mittleren Isarkanal als ideal erwiesen habe: "Eitting hätte sich ohne das Klärwerk nicht so gut entwickeln können." Wiester ist auch stellvertretender Verbandsvorsitzender, er sagte, dass durch den Kauf eines Grundstücks neben dem Klärwerk auch für eine Klärwerkserweiterung Platz bestünde.

Der Klärwerk-Betriebsleiter Wolfgang Pfanzelt erläuterte, dass im Verbandsklärwerk Eitting jährlich zwischen zehn und elf Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt werde, dass aus 8800 Tonnen Klärschlamm durch Verbrennung Klärgas gewonnen und dass im Blockheizkraftwerk Strom und Wärme generiert und zur Versorgung der Gebäude genutzt werde.

Der AZV wurde 1976 gegründet, der Impuls kam von der Flughafen München Gesellschaft. Gründungsmitglieder waren Erding und die damals noch eigenständigen Gemeinden Altenerding und Langengeisling sowie Moosinning, Neuching, Ottenhofen und der Flughafen. Später traten dem AZV Oberding, Wörth, Pastetten, Eitting, Forstern, Berglern und aus dem Landkreis Ebersberg Forstinning und Hohenlinden bei. Mit Markt Schwaben wurde 1986 ein Abwassereinleitungsvertrag geschlossen.

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