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SZ-Talentiade:Auf der Überholspur

Tabea Botthof

Ihre Ambitionen führen Tabea Botthof in die USA.

(Foto: privat)
  • Der TSV Erding erhält bei der Talentiade 2017 den SZ-Förderpreis, der mit 1500 Euro dotiert ist.

Auf dem Eis ist die 16-jährige Tabea Botthof aus Erding in ihrem Element. Sie spielt Eishockey und ist jüngstes Mitglied der U-18 Nationalmannschaft. Sie vertrat im vergangenem Jahr Deutschland bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in der Skills-Challenge, wo sie den achten Platz erringen konnte. Eishockey ist, wie sie sagt, "eine sehr schnelle Sportart, in der man flott sein muss". Das könne nicht jeder, dafür benötige man Leistungsfähigkeit und Technik. "Wenn man es beherrscht, ist das aber ein unglaublich schönes Gefühl."

In ihrer Freizeit spielt sie Klavier, aber die meiste Zeit beanspruchen Schule und Eishockey. Seit ihrem siebten Lebensjahr jagt sie dem Puck hinterher. Anfangs spielte sie zum Vergnügen, doch mit der Zeit verwandelte wurde das Hobby mehr und mehr zu einem professionellem Engagement. Von 2007 bis 2016 spielte sie für den TSV Erding in den männlichen Jugendmannschaften, seit 2015 für den ESC Planegg. "Ab einem gewissen Alter sollte man sich ein reines Frauenteam aussuchen, weil man dort effizienter spielen kann als in einer gemischten Mannschaft", sagt sie.

Seit 2014 ist sie Verteidigerin in der U-18-Nationalmannschaft. Die Olympischen Spiele und die WM-Spiele haben Spuren hinterlassen. "Ich finde, ich habe an charakterliche Stärke gewonnen", sagt sie.

Gut unterstützt fühlt sie sich von ihren Eltern. Sie fahren sie zum Training und zu den Turnieren, feuern sie an und motivieren sie. Und sie engagieren sie natürlich auch finanziell: "Eishockey ist eine Sportart mit vielen Nebenkosten", sagt ihre Mutter. Mit Tempo durchlief Tabea Botthof auch ihre Schulzeit. Sie ist Schülerin des Anne-Frank-Gymnasiums und hat dort sogar eine Klasse übersprungen. Später möchte sie Medizin oder Sportwissenschaften studieren.

Doch zuvor steht ein großer Wandel bevor. Von Herbst an besucht Tabea Hotthof die Kent School in Connecticut in den USA. Sie hat ein Stipendium und kann gleichzeitig studieren und Eishockey spielen. Das sei schon lange ihr Wunsch gewesen. "In den USA gibt es sowieso idealere Bedingungen für Eishockey", meint sie. Ihre Position in der U-18 Mannschaft behält sie. Jetzt aber fliegt sie alleine nach New York und freut sich. "Es ist ziemlich aufregend, ich kann es kaum erwarten."