Süddeutsche Zeitung

Eichenried:Auf den Spuren von Tiger Woods

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Stephan Jäger und Thomas Rosenmüller kommen vom Golfclub München-Eichenried. Inzwischen spielen sie in den USA. Ihr Ziel ist klar: Mitmischen in der Weltelite

Von Philipp Schmitt, Eichenried

Vom Landkreis Erding als Golfprofi in die USA ins Eldorado des Golfsports: Die beiden Eichenrieder Stephan Jäger und Thomas Rosenmüller haben als Vorzeigesportler des Golfclubs München-Eichenried (GC) den Sprung auf die große Golfsport-Bühne in die lukrativen US-Profi-Touren geschafft und sich damit Kindheitsträume erfüllt. Beide haben in Eichenried als Kinder bei Trainerlegende Ken Williams Golf spielen gelernt und sind im Landkreis groß geworden.

Der 32-jährige Jäger ist bereits seit Jahren als Golfprofi etabliert. Er wird 2022 wieder - wie schon 2018 und 2019- auf der höchstklassigen US-PGA-Tour spielen. Der 24-jährige Rosenmüller wird im kommenden Jahr in der zweithöchsten US-Profitour - der Korn-Ferry-Tour KFT - an den Start gehen. Er möchte in Jägers Fußstapfen, den der hat diese Tour im Sommer gewonnen und sich damit wieder für die Elite der PGA-Tour qualifiziert.

Der in Golfkreisen "Rosie" genannte Shooting-Star Rosenmüller hat sich Anfang November unter mehr als tausend Konkurrenten nach drei Qualifikationsturnieren in Texas, Florida und Georgia eine Spielberechtigung für die im Februar 2022 auf den Bahamas beginnende KFT-Profisaison gesichert, die ihn der PGA-Tour einen Schritt näher bringt: "Damit ist für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen." Nach einer Handgelenksverletzung 2018 hatte er um die sportliche Karriere gebangt und in Europa in der dritthöchsten Challenge-Tour ein Comeback geschafft. Mit dem seit 30 Jahren im GC als Cheftrainer engagierten Williams, der Rosenmüller als Coach auch beim KFT-Qualifikationsfinale Anfang November in Savannah unterstützte, hatte er im Herbst entschieden, das Abenteuer KFT in den USA zu wagen: Mit Erfolg. Nach seiner Verletzung trainierte er fleißig in Eichenried auf dem Golfplatz und übte im Garten der Eltern am Feinschliff der Schläge. "Rosie" spielte bei den BMW International Open als Amateur und Profi. Die Corona-Virus-Pandemie hat im Profigolfsport Probleme bereitet. Flüge in die USA waren schwierig. Der Eichenrieder/Ismaninger wird 2022 überwiegend in Nordamerika sein. Er hat dort bereits im College Golf gespielt, als er an der Universität von Nord Texas Unternehmensführung studierte.

Auch Jäger, wie Rosenmüller gebürtiger Münchner, ging 2006 als 17-Jähriger in die USA, wo er ein Stipendium erhielt, Golf spielte und 2012 an der Universität von Tennessee einen Bachelor in Psychologie absolvierte. Inzwischen ist Jäger, dessen Eltern Gründungsmitglieder des GC sind und der direkt neben dem Golfplatz aufwuchs und in Erding das Gymnasium besuchte, in Chattanooga heimisch geworden, hat dort ein Haus gekauft und 2019 die Amerikanerin Shelby geheiratet. Er zählt zu den besten deutschen Golfspielern und zur erweiterten Weltklasse. Er hat bereits bei großen Turnieren wie den US-Open gespielt und Turniere gewonnen.

Beide Spieler wollen trotz der großen Konkurrenz ihrem Vorbild Tiger Woods nacheifern, der nach seinem schweren Autounfall aber nicht auf der PGA-Tour spielen kann. Jäger wird sich 2022 dort wieder mit Masterschampions, Major-Turniersiegern und Olympiasiegern messen. Als achtjähriges Kind war er 1997 mit dem Rad in Eichenried zur Golfanlage gefahren, um als Zaungast den Stars der BMW International Open zuzusehen. Zwei Jahre später lernte er von 1999 an bei Williams Golf spielen. Der im GC "Sedl" genannte Jäger hätte sich damals nicht träumen lassen, in der US-Königsklasse mit der Weltelite zu spielen: "Das war mein Traum." Auf Jäger, Rosenmüller, Williams ist der GC stolz, sagt Pressesprecherin Heidi Rauch.

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SZ vom 16.11.2021
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