Alle 18 Monate wechseln die Menschen im Schnitt ihr Handy. Neue Verträge, neue Modelle, neue Angebote locken sie. Doch was geschieht mit den ausgedienten Geräten? Meistens nichts. Sie landen in der Schublade und werden nicht weiterverwertet - und das obwohl jedes Mobilgerät zahlreiche Rohstoffe enthält, die es auf der Welt irgendwann nicht mehr geben wird. "Es ist definitiv eine Begrenzung an Ressourcen da", betont Astrid Geweke, Umweltpädagogin und Kuratorin im Museum Wald und Umwelt in Ebersberg. "Vielen Menschen ist das nur nicht bewusst."
Um das zu ändern, haben sich der Förderkreis für das Museum und die Stadt Ebersberg für die Sonderausstellung "Abfall - Rohstoff von morgen" im Museum entschieden. Die Besucher können sich über die Folgen ihres Lebenswandels und ihres Müllverbrauchs informieren. An 13 Stationen zeigt die Ausstellung, wie es zu den riesigen Müllbergen kommt, welche Ressourcen sich dem Ende entgegen neigen und wo ein großer Teil der entsorgten Güter landet. Das Ziel von "Abfall - Rohstoff von morgen" sei, die Menschen wachzurütteln und für einen anderen Umgang zu sensibilisieren, erklärt Geweke: "Wir möchten Impulse für ein bewusstes Leben geben und einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen anregen." Bilder, Filme, Infotafeln und Installationen sollen die Problematik anschaulich aufzeigen.
So zeigt die erste Station, wie sich der Ressourcenverbrauch pro Kopf und Jahr im Laufe der Zeit verändert hat: Während am einen Ende des Zeitstrahls eine Dose als Symbol für den Verbrauch steht, befindet sich am anderen Ende eine riesige Pyramide aus goldenen Behältern. "Wir haben einen Rohstoffverbrauch, als hätten wir drei Welten zur Verfügung", betont Jochen Carl. Der zweite Kurator der Ausstellung steht vor einer schwarzen Tafel, die den ökologischen Fußabdruck, also den Ressourcenverbrauch der Menschen, erklärt. Neben ihm baumeln drei Globen an einer Schnur von der Decke - ganz nach dem Motto der Ausstellung sind auch sie wiederverwertet statt neu gekauft. "Wir müssen uns zurückhalten und lernen, Maß zu halten", fügt der Kurator hinzu. "Dadurch werden wir nicht an Lebensqualität verlieren." Die Zukunft, so schlussfolgert Carl, liege im Recycling. Schließlich stecke in der Verknappung an Rohstoffen eine Menge Zündstoff für Kriege um die letzten Reserven.
Zu großen Teilen informiert die Sonderausstellung, die noch bis Mai 2016 läuft, über die weltweite Situation des Ressourcenverbrauchs. Mit roten Überschriften haben die Kuratoren gekennzeichnet, wo die Probleme liegen, mit grünen zeigen sie Lösungsansätze auf. Es kommen aber auch Beispiele aus dem Landkreis Ebersberg ins Spiel: Eine Tafel zeigt die heutige Nutzung der ehemaligen Deponie Schafweide in Ebersberg mit großflächigen Fotovoltaikanlagen und Gasgewinnung. Auch Wertstoffhöfe werden präsentiert.
Ganz wichtig ist den Kuratoren, den Besuchern aufzuzeigen, was sie selbst tun können. Eine Station beschäftigt sich mit Projektideen und bietet den Gästen Platz, eigene Vorschläge an eine Pinnwand zu heften. Außerdem stellen einige Geschäfte ihre Produkte aus benutzten Gütern wie Kaffeekapseln oder Toilettenpapierrollen aus. Das zeigt: Jeder ist gefragt, den Wandel mitzugestalten. Ein einfaches Beispiel: Besucher können ihre alten Mobiltelefone abgeben und sie so dem Recycling-Kreislauf zuführen.
Aktuell ist die Ausstellung "Abfall - Rohstoff von morgen" an Sonn- und Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Von 15. März an kann sie dann samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 11 und 18 Uhr besichtigt werden. Zusätzlich bietet das Museum spezielle Führungen an.