Fliegerhorst ErdingZentrum für Drohnenabwehr in Erding eröffnet

Lesezeit: 2 Min.

Bei der Eröffnung des Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum der bayerischen Polizei präsentiert ein Polizist ein elektronisches Störgerät, einen sogenannten Jammer.
Bei der Eröffnung des Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum der bayerischen Polizei präsentiert ein Polizist ein elektronisches Störgerät, einen sogenannten Jammer. Renate Schmidt
  • Das neue Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum der bayerischen Polizei am Fliegerhorst Erding wurde offiziell eröffnet und soll die Bevölkerung vor gefährlichen Drohnen schützen.
  • Das Zentrum entstand als Reaktion auf mehrere Drohnenflüge über dem Flughafen München und dem Fliegerhorst Erding im Herbst vergangenen Jahres.
  • Die Einrichtung soll rund 100 Arbeitsplätze schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung der Region weiter stärken.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Das neue Drohnenkompetenz‑ und Abwehrzentrum am Fliegerhorst Erding soll die Bevölkerung schützen. Stadt und Landkreis sehen darin zugleich neue wirtschaftliche Perspektiven.

Von Regina Bluhme, Erding

SZ bei Google bevorzugen

Mit einem lauten Knall zerschellt eine Drohne auf dem Gelände des Fliegerhorsts Erding. Zuvor wurde sie von einer Abwehrdrohne der Polizei in der Luft gerammt und außer Gefecht gesetzt. Zur Einweihung des Drohnenkompetenz‑ und Abwehrzentrums (DKAZ) demonstrieren die Einsatzkräfte, wie potenziell gefährliche Fluggeräte gestoppt werden können. Die Vorführung beeindruckt nicht nur die Fachleute, sondern auch die örtliche Politik – wegen der Sicherheitslage ebenso wie wegen der wirtschaftlichen Perspektiven für die Region.

Die Ansiedlung des DKAZ bedeute auf jeden Fall eine „Verbesserung der Sicherheitslage“, gerade auch für die Bevölkerung, erklärt Erdings Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) auf Nachfrage. Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) hebt zudem die wirtschaftliche Bedeutung hervor. Das Zentrum sei eine „Zukunftssicherung“ für den ohnehin „bestens aufgestellten“ Landkreis Erding. „Ich finde das super“, sagt er.

Mehrere Drohnenflüge über dem Flughafen München und dem Fliegerhorst Erding hatten im Herbst vergangenen Jahres für Aufregung gesorgt. Als Reaktion darauf entschied das bayerische Kabinett im Oktober 2025, in Erding ein Zentrum für Drohnenabwehr einzurichten. Bereits am 1. April 2026 nahm die Einrichtung ihren Betrieb auf. Am Fliegerhorst werden nun neue Systeme erprobt und Einsatzkräfte geschult.

Zur offiziellen Eröffnung war auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gekommen. „Wir erhöhen ab heute die Sicherheit fundamental“, erklärte er.  Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte die Wahl des DKAZ-Standorts am Fliegerhorst. Dort befindet sich das bereits im Februar dieses Jahres von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) persönlich eingeweihte „Innovationszentrum Bundeswehr“ – eine Schnittstelle der zivilen Forschungs- und Industrielandschaft und der Bundeswehr.

Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann präsentieren mit der Polizei das neue Schild des bayerischen Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrums.
Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann präsentieren mit der Polizei das neue Schild des bayerischen Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrums. Renate Schmidt
Der Fliegerhorst Erding ist seit Jahren ein Lost Place. Jetzt steigen hier Drohnen in den Himmel. Hier der Blick vom verlassenen Tower (Archiv).
Der Fliegerhorst Erding ist seit Jahren ein Lost Place. Jetzt steigen hier Drohnen in den Himmel. Hier der Blick vom verlassenen Tower (Archiv). Renate Schmidt

Auf der Konversionsfläche des Fliegerhorsts haben sich seit einiger Zeit Start‑ups angesiedelt, die an Themen wie Künstlicher Intelligenz, Drohnentechnologie, autonomer Logistik und sogenannter resilienzfähiger Kommunikation arbeiten.  Ergänzt wird diese Entwicklung durch das 2022 eröffnete Innovationslabor „System Soldat“, das eng mit dem Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk‑ und Betriebsstoffe zusammenarbeitet. Insgesamt zeichnet sich damit eine positive wirtschaftliche Entwicklung ab. Das Drohnenkompetenz‑ und Abwehrzentrum soll diesen Trend weiter verstärken – mit rund 100 Arbeitsplätzen, die schrittweise entstehen sollen.

Jahrelang verfolgte die Stadt Erding andere Pläne für den Fliegerhorst: Auf großen Teilen der Konversionsfläche sollte ein neuer Stadtteil entstehen. Dann erklärte das Bundesministerium für Verteidigung, dass der Fliegerhorst doch nicht „grundsätzlich aufgegeben“ werden soll.

In welchem Umfang die Planungen weiterverfolgt werden können, das wird aktuell verhandelt. Und zwar „in einem sehr konstruktiven Miteinander“, wie Oberbürgermeister Gotz erklärt. Optimistisch zeigt er sich mit Blick auf den geplanten Bau des neuen Erdinger Bahnhofs am Eingang des Fliegerhorsts. Hier rechnet Gotz mit Fortschritten, auch weil die Bundeswehr ein eigenes Interesse an einer schnellen Fertigstellung hat.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Schulprojekt in Zolling
:Wie Arbeit auf dem Bauernhof eine Klasse verändert

Jeden Freitag arbeiten Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Zolling auf dem Kratzerhof. Zwischen Schulhof und Acker erfahren sie, wie Landwirtschaft und Gemeinschaft funktionieren.

SZ PlusVon Regina Bluhme

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: