bedeckt München -1°

Dorfener "Nationalfeiertag":Bis zu 5000 Gäste beim Hemadlenz erwartet

Heute ist der Dorfener "Nationalfeiertag", der "Unsinnige Donnerstag", an dem die Hemadlenzen los sind. Die Innenstadt ist von 7.30 bis 17 Uhr gesperrt, damit die Narren - traditionsgemäß in Nachthemd und mit schwarzer Zipfelmütze - ab 10 Uhr durch die Straßen und über die Plätze ziehen können. In der Erdinger Straße startet der Umzug mit der Stadtkapelle an der Spitze und führt quer durch die Dorfener Altstadt. Unterwegs kommt das Faschings-Prinzenpaar dazu und der Bürgermeister klettert aus dem Rathausfenster. Traditioneller Höhepunkt ist das Verbrennen einer Strohpuppe in einem Käfig auf dem Marienplatz, um symbolisch den Winter auszutreiben. Nach dem Umzug wird ausgelassen gefeiert. Jedoch nicht im Jugendzentrum, da es sich mit der Stadt nicht über die Sicherheitsmaßnahmen einer geplanten Party einigen konnte. Anders als berichtet, wird im Jugendzentrum generell kein hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt, sondern lediglich Wein und Bier. Die Polizei erwartet zum Umzug 3500 bis 5000 Besucher, wie in den vergangenen Jahren. Ulrich Milius, der Leiter der Polizeiinspektion Dorfen, schätzt, dass die diesjährigen Besucherzahlen eher im oberen Bereich liegen werden, wegen der guten Wettervorhersage für den "Unsinnigen". Erst abends soll es regnen. Bereits vor der Veranstaltung wird die Polizei Kontrollen durchführen. "Jugendliche unter 18 Jahren dürfen keine branntweinhaltigen Alkoholika mitbringen oder trinken", sagt Milius. "Entsprechende Flaschen werden ausgeschüttet oder konfisziert." Damit wolle man den übermäßigen Alkoholkonsum, der an diesem Tag herrsche, eindämmen. Auch zivile Polizisten werden im Einsatz sein. Der Name "Hemadlenz" leitet sich übrigens vom Heiligen Laurentius ab, der auf alten Abbildungen ein "Hemad", bairisch für Hemd, trägt. Wie alt der Brauch des Winteraustreibens in Dorfen ist, darüber gibt es widersprüchliche Quellen. Das Verbrennen der Strohpuppe soll es seit den 1950er Jahren geben.

© SZ vom 23.02.2017 / vwu
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema