Nach 18 Jahren Amtszeit von Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) hat Dorfen den Wechsel gewählt und mehrheitlich für Claudius Siebert (ÜWG) gestimmt. Der 50 Jahre alte Wirtschaftsanwalt wurde in der vergangenen Sitzung des Stadtrats vereidigt, ebenso die vier Stadtratsneulinge Lara Bacak, Christian Obermaier, Manuela Schulz und Anton Wastl. Mit Schulz und Wastl hat die AfD die Zahl ihrer Sitze im Dorfener Stadtrat von eins auf zwei verdoppelt, der bisherige AfD-Stadtrat Mirko Kamolz wurde jedoch nicht wiedergewählt.
Erstmals hat die Linke in Dorfen einen Sitz im Stadtrat errungen. Angetreten war sie mit einer Liste von relativ jungen Dorfenern, überwiegend im Alter unter 30. Lara Bacak hat die nötigen Stimmen für ein Stadtratsmandat erhalten. Die Dorfener SPD hat Bacak eine Fraktionsgemeinschaft angeboten, damit auch sie an der Arbeit in den Ausschüssen teilnehmen kann. Christian Obermaier ist neu für die „Überparteiliche Wählergemeinschaft“ (ÜWG) in den Stadtrat eingezogen, so nennen sich die Freien Wähler in Dorfen.
Siebert schlug zwei stellvertretende Bürgermeister vor. Michaela Meister von der CSU sowie Ludwig Rudolf von der CSU. Beide wurden mit großer Mehrheit gewählt. Er kenne sowohl Meister als auch Rudolf seit Jahren und habe großes Vertrauen in seine beiden Stellvertreter, betonte der neue Rathauschef. Er werde regelmäßig mit ihnen Treffen vereinbaren, um sich „im Team“ abzustimmen.
Auch im Dorfener Stadtrat, der in den vergangenen Jahren als zerstritten galt, will Siebert wieder mehr Zusammenhalt fördern. In seiner Antrittsrede betonte er, dass er gemeinsam mit allen Fraktionen an den besten Lösungen für Dorfen arbeiten wolle. Dass es dabei unterschiedliche Argumente geben werde, gehöre zum Wesen der Demokratie, aber die gegenseitige Wertschätzung dürfe dabei nicht beschädigt werden.
Siebert dankte auch den fünf Stadträten, die künftig nicht mehr dem Gremium angehören, für die geleistete Arbeit. Der abgewählte Bürgermeister Heinz Grundner blieb der konstituierenden Sitzung fern.

