Im Sparkassensaal:Winter in Dorfen

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Im Sparkassensaal: Eine der vielen Winterlandschaften, die Hermann Winter so gerne, so oft und so vielfältig gemalt hat.

Eine der vielen Winterlandschaften, die Hermann Winter so gerne, so oft und so vielfältig gemalt hat.

(Foto: privat)

Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Grafikers, Malers und Gestalters Hermann Winter vereint 100 ausgesuchte Werke im Sparkassensaal Dorfen. Die Werkschau zeigt die große Vielfalt und die enorme Bandbreite seines Schaffens.

Von Florian Tempel, Dorfen

"Winter in Dorfen" heißt die Ausstellung, auf den ersten Blick ein recht lapidarer Titel. Hermann Winter kam 1950 als junger Mann nach Dorfen und blieb hier bis zu seinem Tod im Jahr 1988. Er lebte nicht nur in der Kleinstadt an der Isen, er wurde ein Dorfener. Der Titel der Ausstellung, die zum 100. Geburtstag des Grafikers, Malers und Gestalters 100 Werke im Sparkassensaal in Dorfen vereint, bezieht sich allerdings unter einem zweiten Aspekt sehr direkt auf sein Œuvre. Winterliche Landschaften prägen sein malerisches Werk. Albrecht Gribl, der die Ausstellung maßgeblich kuratiert und zusammen mit Anton Kremser, Anton Empl, Alois Lehrhuber und Franz Wimmer in der "Arbeitsgruppe Winter 100" realisiert hat, kann es sogar noch etwas genauer beschreiben. Hermann Winter hat vor allem die Landschaft im späten Winter, im Vorfrühling fasziniert. Das zu erkennen, ist keineswegs eine lapidare Erkenntnis.

Der Arbeitskreis um Gribl ist ein bereits bekannt fleißiges und erfolgreiches Team. Vor drei Jahren präsentierten die Kunstfreunde im Sparkassensaal in Dorfen die äußerst gelungene Ausstellung "Dillis in Dorfen", in der das Schaffen des 1808 im Isental geborenen Malers Johann Georg von Dillis mit tollen Leihgaben beleuchtet wurde. Auch die Werkschau zum Multitalent Hermann Winter versammelt einen kleinen, aber doch feinen Ausschnitt seiner Werke, der nicht nur hübsch und interessant sein soll. Die Ausstellung soll den Besucherinnen und Besuchern, im besten Fall, tiefer gehend vermitteln, was Hermann Winter bewegte und wie er seine Eindrücke umsetzte.

In Dorfen und Umgebung hängen in Dutzenden Haushalten seine Bilder

Gribl schätzt die Gesamtzahl allein von Winters Ölbildern auf etwa 1000 und dazu noch hunderte Grafiken. Allein in Dorfen und Umgebung hängen in Dutzenden Haushalten seine Bilder. "Die älteren Dorfener kennen und lieben ihren Hermann Winter", sagt Gribl, der mit seinen Mitstreitern entsprechend viele private Leihgaben bekommen konnte. Aber auch aus Museen und Sammlungen von weiter her werden Werke von Hermann Winter zu sehen sein.

Die Ausstellung verfolgt laut Gribl drei Ziele. Zum einen soll die enorme Vielfalt seiner Mal-, Zeichnungs- und Drucktechniken gezeigt werden. Zum andern geht es auch um den wenig bekannten Gestalter, der großformatige Kunst am Bau für Schulen und Rathäuser sowie zahlreiche Firmensignets entworfen hat. Das dritte Ziel der Ausstellung ist es, der Frage der Verbreitung seiner Werke über Dorfen und den nächsten Umkreis hinaus nachzugehen. "Da tauchen nicht nur Städte wie Erding, Landshut oder Mühldorf auf, sondern auch München, Gelsenkirchen im Ruhrgebiet, ein Haushalt bei Kiel in Schleswig-Holstein oder seine erste Heimat Westfalen-Lippe", betont Gribl.

Zu der Ausstellung hat die Arbeitsgruppe eine 80 Seiten starke Borschüre aufgelegt, die die gezeigten Werke abbildet und Titel, Technik und Entstehungszeit erklärt.

Winter in Dorfen, 30. September bis 16. Oktober, im Sparkassensaal Dorfen, Vernissage Freitag, 30. September, 19 Uhr, geöffnet jeweils Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr; Führungen jeweils Sonntag 16 Uhr und Mittwoch 19 Uhr.

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